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Es war ein Sieg, auf den Rot-Weiss Essen lange warten musste. Viermal waren die Essener seit der Rückkehr von Alemannia Aachen in die 3. Liga gegen den Rivalen sieglos geblieben. Am Samstag war damit endlich Schluss. Vor 19.300 Zuschauern an der ausverkauften Hafenstraße setzte sich die Mannschaft von Uwe Koschinat mit 1:0 (1:0) durch, feierte den dritten Ligaerfolg hintereinander und festigte ihren Platz in der Spitzengruppe. Matchwinner war erneut Dickson Abiama. Der Knoten platzte bei ihm in Großaspach.
„Jeder kann sich vorstellen, wie gut es tut, den Bock gegen Aachen tatsächlich umgestoßen zu haben. Denn die Frage, ob sie sich zu einem Angstgegner entwickeln, war aufgrund der letzten Ergebnisse berechtigt“, erklärte Koschinat nach dem Abpfiff. Schon vor der Partie hatte der RWE-Trainer die bisherigen Auftritte gegen die Alemannia zu den schlechtesten seiner Amtszeit gezählt. Diesmal war der Bann endlich gebrochen.
Und das lag vor allem an einem Mann. Gerade einmal fünf Minuten waren gespielt, als Franci Bouebari den Ball aus dem Halbfeld an die Strafraumkante flankte. Abiama nahm die Kugel aus rund 16 Metern volley und versenkte sie sehenswert neben dem Pfosten – der chancenlose Ex-Bochumer Manuel Riemann konnte nicht parieren. Ein Traumstart für RWE und bereits der zweite Treffer des Angreifers innerhalb einer Woche. Nach seinem Siegtreffer in Großaspach war der 27-Jährige erneut zur Stelle.
Die Essener blieben zunächst die gefährlichere Mannschaft. Abiama verpasste nach einem starken Angriff über Bouebari und Lucas Brumme knapp das 2:0 (22.), Marek Janssen köpfte wenig später über das Tor. Aachen hatte zwar zwischenzeitlich mehr Ballbesitz, fand gegen die gut organisierte RWE-Defensive aber kaum Lösungen. Die Führung zur Pause war verdient.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein deutlich offeneres Spiel. Zunächst hatte RWE Glück, als Mehdi Loune den Ball an den Pfosten setzte (47.). Auf der Gegenseite vergaben Janssen und Noah Pesch gute Möglichkeiten. Chancen gab es nun beinahe im Minutentakt, die Partie nahm deutlich an Fahrt auf.
In der 65. Minute schwächten sich die Gäste selbst. Louis Köster brachte Brumme zu Fall und sah seine zweite Gelbe Karte. In Überzahl drängte RWE auf die Entscheidung. Ein abgefälschter Schuss von Nick Bätzner landete am Innenpfosten (68.), wenig später scheiterten Brumme und Abiama am starken Aachener Torhüter Manuel Riemann. Auch Abiama fand nach einem sehenswerten Solo seinen Meister im Schlussmann der Gäste.
Doch weil das zweite Tor nicht fallen wollte, musste Essen bis zum Schluss zittern. Aachen warf auch in Unterzahl alles nach vorne, Meiko Wäschenbach vergab eine gute Gelegenheit (78.). In der Nachspielzeit rückte sogar Riemann bei Standardsituationen mit auf. Die Essener verteidigten ihren knappen Vorsprung allerdings leidenschaftlich über die Zeit.
Für Koschinat war es ein Erfolg mit besonderem Wert. Nicht nur, weil die unangenehme Aachen-Serie endlich beendet wurde. RWE bewies erneut, dass die Mannschaft trotz ihrer erheblichen Verletzungssorgen Ergebnisse liefern kann. Nach den beiden 1:0-Siegen gegen Regensburg und Großaspach reichte auch diesmal ein Treffer. Die Defensive bleibt das große Faustpfand. Das Innenverteidiger-Duo Ben Hüning und José-Enrique Rios Alonso sucht derzeit in der Liga ihresgleichen. Der Vorsprung auf den vierten Platz beträgt bereits sechs Punkte. Ein sattes Polster, wenn man bedenkt, dass gerade einmal 13 Spieltage absolviert wurden.
Und ausgerechnet Abiama, von dem Koschinat zuletzt ausdrücklich mehr Torgefahr eingefordert hatte, lieferte die entscheidende Antwort. Zwei Spiele, zwei Siegtore – der Angreifer wird für die Essener in der personell schwierigen Phase immer wichtiger. Der dritte 1:0-Erfolg in Serie dürfte dem Trainer jedenfalls ausgesprochen gut schmecken.