Zurück
Für Raul Fernandez hatte die Absage des MotoGP-Rennens auf Phillip Island eine besondere Bedeutung. Der Vorjahressieger hätte am Sonntag wegen seiner Fingerverletzung ohnehin nicht antreten dürfen. Durch den Ausfall des Grand Prix blieb ihm zumindest ein sportlicher Nachteil gegenüber der Konkurrenz erspart. Einen solchen Abschied von der australischen Strecke hatte sich der Trackhouse-Aprilia-Pilot dennoch nicht gewünscht.
Bereits im Sprint am Samstag hatte Fernandez nach 9 von 13 Runden aufgegeben. Die Folgen seines Sturzes in Mandalika, bei dem er sich den rechten Zeigefinger gebrochen hatte, ließen eine Fortsetzung nicht zu. Weil er diesen Finger normalerweise zum Bremsen verwendet, musste er die Bedienung seiner Aprilia verändern.
«Ich musste meinen Fahrstil komplett anpassen. Auf diesem Kurs gibt es viele schnelle Richtungswechsel, und diese konnte ich nicht mehr bewältigen», erklärte Fernandez gegenüber DAZN Spanien.
Dabei hatte das Wochenende sportlich vielversprechend begonnen. Trotz eines heftigen Sturzes im FP1 fuhr der Spanier am Freitag die zweitschnellste Zeit im Zeittraining. Über die Renndistanz erwies sich die Belastung jedoch als zu groß. Nach seiner Sprintaufgabe wurde er vom Medizinischen Direktor der MotoGP untersucht.
Die Fraktur war stabil, allerdings wurde eine Entzündung des umliegenden Weichteilgewebes festgestellt. Fernandez wurde daraufhin für das Sonntagsrennen als nicht startfähig erklärt. Eine Rehabilitationsbehandlung soll die Entzündung reduzieren. Am Donnerstag wird er in Malaysia erneut untersucht, bevor über eine Teilnahme am folgenden Rennwochenende entschieden wird.
Seine eigene Einschätzung fällt zurückhaltend aus. «Für mich wird es schwierig, in Sepang zu fahren», räumte der Spanier ein. Schon vor dem Sprint hatte er darauf hingewiesen, dass die zahlreichen harten Bremszonen in Malaysia seine verletzte Hand besonders beanspruchen dürften.
Die Absage des Australien-GP wegen eingeschränkter Sicht, die den Einsatz des Rettungshubschraubers beeinträchtigte, nahm Fernandez mit gemischten Gefühlen auf. Auf jener Strecke, auf der er im Vorjahr gewonnen hatte, blieb am Sonntag nur eine gemeinsame Abschiedsrunde der Fahrer hinter dem Safety-Car.
Für den Spanier bekam das verregnete Ende des letzten MotoGP-Wochenendes auf Phillip Island eine fast symbolische Bedeutung. «Ich glaube an gewisse Signale. Und das war ein Zeichen, dass wir in Zukunft wieder auf diesen wunderschönen Kurs zurückkehren sollten. Denn er weinte und wollte nicht, dass wir gehen», sagte Fernandez.