Zurück
Der ehemalige französische Nationalspieler Jean-Pierre Papin hat Kylian Mbappe für dessen Äußerungen im Vorfeld der Vergabe des Ballon d'Or scharf kritisiert.
"Mbappes Kommunikationsstrategie hat ihm sehr geschadet. Sie zeigt, was für ein Mensch er ist", befand Papin die sehr offensive Herangehensweise des Stürmerstars von Real Madrid in der Sendung Rothen s'enflamme des früheren PSG-Stars Jerome Rothen bei RMC Sport für kontraproduktiv.
Mbappe hatte in den vergangenen Wochen mehrfach öffentlich betont, dass er sich selbst als Top-Favoriten auf den Gewinn des Ballon d'Or 2026 betrachte, sagte unter anderem: "In der vergangenen Saison war niemand besser als ich." Letztlich wurde der Franzose allerdings nur Zweiter, verlor das Rennen gegen Bayern-Torjäger Harry Kane knapp und muss damit weiter auf seinen ersten Ballon d'Or warten.
Papin gab derweil zu bedenken, dass Mbappe die Eigenwerbung eigentlich "nicht nötig" haben sollte, bedenke man seinen Status als Real-Superstar und Kapitän der französischen Nationalmannschaft. "Mbappe erinnert mich ein wenig an Cristiano Ronaldo: Alle anderen mussten ihm zu Diensten sein", zog Papin mit Blick auf die Eitelkeiten des 27-Jährigen einen in diesem Fall wenig schmeichelhaften Vergleich zu CR7.
Papin, unter anderem von 1994 bis 1996 beim FC Bayern aktiv, hatte den Ballon d'Or 1991 (in Diensten von Olympique Marseille) selbst gewonnen. Zweifel daran, dass Mbappe rein fußballerisch gesehen das Zeug für den Gewinn des prestigeträchtigen Awards hat, hegt der 62-Jährige keineswegs: "In puncto Effizienz ist er nicht weit von dem entfernt, was Cristiano Ronaldo geleistet hat. Aber seine Kommunikationskampagne hat gegen ihn gearbeitet."
Er sei sicher, dass Mbappe den Ballon d'Or eines Tages noch gewinnen werde, betonte Papin. "Er hat die nötigen Qualitäten dafür. Es war keine Frage von jetzt oder nie. Es war eine gute Gelegenheit, ja, aber er hat noch einen Weg vor sich."
Schon kommendes Jahr, wenn die aktuelle Saison Grundlage der Bewertung sein wird, dürfte Mbappe aller Voraussicht nach wieder zu den Anwärtern auf den Ballon d'Or zählen. Schließlich ist der Franzose herausragend in die Spielzeit gestartet, hat in wettbewerbsübergreifend bisher 13 Einsätzen für Real bereits 14-mal getroffen und zudem drei Assists geliefert. Unter anderem entschied er am vergangenen Wochenende den Clasico bei Erzrivale FC Barcelona mit einem Doppelpack zugunsten der Königlichen.