flag
back Zurück
Svitolina holt Stakhovsky für eine klar begrenzte Aufgabe
Svitolina holt Stakhovsky für eine klar begrenzte Aufgabe
© jerstonfilm/X/Fair Use

Elina Svitolinas Wechsel auf der Trainerbank bei den WTA Finals ist eine geplante Vertretung, kein sportlicher Neuanfang. Sergiy Stakhovsky übernimmt für das Turnier die Betreuung, weil Andy Bettles die Geburt seines Kindes erwartet. Für die Ukrainerin geht es deshalb darum, eine besondere Woche mit möglichst wenig zusätzlicher Umstellung vorzubereiten.

„Andy Bettles’ Frau ist schwanger“, erklärte Svitolina. Die Möglichkeit einer Überschneidung war ihr seit den French Open bekannt; im Sommer begann die Suche nach einer Lösung. Diese frühe Vorbereitung nimmt dem Wechsel die Dramatik. Die Entscheidung entstand nicht als Reaktion auf ein schlechtes Ergebnis, sondern aus einer absehbaren privaten Verpflichtung ihres regulären Trainers.

Vertrautheit erleichtert die kurze Zusammenarbeit

Bei der Wahl fiel Svitolinas Blick auf jemanden, der ihr Umfeld bereits kennt. „Sergiy kam mir sofort in den Sinn, weil ich ihn schon sehr lange kenne“, sagte sie. Stakhovsky hat sie bereits im Zusammenhang mit dem Billie Jean King Cup unterstützt. Damit beginnt die gemeinsame Arbeit nicht bei der Frage, wie beide miteinander kommunizieren oder was die Spielerin im Wettkampf braucht.

Gerade bei einem kurzen Saisonfinale ist das ein wichtiger Unterschied. Für grundlegende Veränderungen bleibt wenig Raum; gefragt ist eine Betreuung, die vorhandene Abläufe unterstützt und Beobachtungen schnell in hilfreiche Hinweise übersetzt. Die lange Bekanntschaft kann diesen Einstieg erleichtern. Sie ersetzt keine gute Vorbereitung auf die Gegnerinnen, reduziert aber die Zahl der Dinge, die neben dem eigentlichen Tennis neu abgestimmt werden müssen. Svitolina kann die Woche so als Fortsetzung ihrer Saison angehen.

Die Rückkehr zum Stammtrainer bleibt vorgesehen

Die Weltranglistensechste steht erstmals seit 2019 wieder bei den WTA Finals. Bettles soll sie 2027 vor den Australian Open wieder betreuen. Stakhovsky übernimmt damit eine klar begrenzte Aufgabe. Seine Erfahrung als früherer ATP-Profi mit vier Turniertiteln ist hilfreich, doch der Auftrag besteht nicht darin, in wenigen Tagen eine neue langfristige Richtung vorzugeben.

Für Svitolina liegt der Nutzen der Lösung gerade in dieser Klarheit. Sie muss ihre erfolgreiche Qualifikation nicht mit einer offenen Entscheidung über das künftige Team verbinden. Stattdessen kann sie sich auf die konkrete Turnierwoche konzentrieren und weiß zugleich, wie die Zusammenarbeit danach weitergehen soll. Der prominente Name auf der Bank macht die Vertretung sichtbar, ihr eigentlicher Wert liegt jedoch in der Verlässlichkeit. Bei einem Feld voller Spitzenspielerinnen ist schon die Möglichkeit wichtig, Aufmerksamkeit nicht unnötig auf organisatorische Fragen verwenden zu müssen.