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Solch einen Albtraum gab es im deutschen Oberhaus tatsächlich noch überhaupt nicht. Bislang ist es keinem Verein passiert, zum Auftakt gleich siebenmal hintereinander als Verlierer vom Feld zu gehen. Doch exakt dieses Horrorszenario schwebt nun über Borussia Mönchengladbach!
Wenn die Fohlenelf am Freitagabend (20.30 Uhr, live bei Sky) auswärts beim Königsklassen-Starter VfB Stuttgart antritt, steht enorm viel auf dem Spiel. Geht auch dieses Duell verloren, wäre die geschichtsträchtige Bauchlandung nach sieben Runden endgültig besiegelt.
Ein kurzer Abstecher in die Fußball-Historie verdeutlicht die ganze Dramatik der aktuellen Situation. Seit der Spielzeit 1965/66 trägt Tasmania Berlin den unrühmlichen Titel als schwächster Erstligist der Geschichte. Kurioserweise hatten selbst die Hauptstädter zum jetzigen Zeitpunkt bereits ein Erfolgserlebnis auf der Habenseite verbucht.
Daher drängt sich unweigerlich der bange Gedanke auf: Unterbietet der Klub vom Niederrhein im laufenden Wettbewerb womöglich noch weitere Grusel-Bestmarken des berühmten Krisen-Vereins? „Bild“ macht den großen Fakten-Check.
Aktuell wartet die Borussia noch immer vergeblich auf das erste Ausrufezeichen. Damals, im Jahr 1965/66, gelangen Tasmania bis zum Schluss wenigstens zwei volle Erfolge. Das liest sich natürlich extrem mager. Allerdings bleiben der Truppe von Coach Alexander Blessin (53) noch stolze 28 Spieltage Zeit, um diese magere Bilanz zu übertreffen. Zumindest drei Siege dürften im weiteren Verlauf wohl machbar sein.
Richtig brenzlig sieht die Lage hingegen in der eigenen Defensive aus. Unglaubliche 108 Bälle mussten die Berliner während ihres historischen Absturzes aus dem eigenen Netz fischen. Auf den ersten Blick klingt ein solcher Wert für Mönchengladbach völlig weltfremd. Allerdings spricht die blanke Mathematik eine brutale Sprache: Bereits 20-mal klingelte es im Kasten der Fohlen nach gerade mal sechs absolvierten Begegnungen. Macht die Blessin-Elf in diesem verheerenden Tempo weiter, stehen nach dem letzten Spieltag unfassbare 113 Einschläge auf dem Papier. Das tut richtig weh!
Wenigstens bei der Gesamtausbeute darf man am Niederrhein etwas durchatmen. Wendet man den modernen Drei-Punkte-Modus auf das damalige Abschneiden von Tasmania an, ergibt das unterm Strich magere 10 Zähler. Trotz des desaströsen Saisonbeginns dürfte Gladbach diese niedrige Hürde im Normalfall locker überspringen. Übrigens: Seitdem es für einen Dreier drei Zähler gibt, hält der FC Schalke 04 mit mickrigen 16 Punkten aus dem Seuchenjahr 2020/21 die rote Laterne der Historie.
Ein ganz spezieller Negativ-Wert wird den Berlinern aber wohl niemals entrissen werden. Unglaubliche 31 Begegnungen nacheinander gingen für Tasmania damals verloren, ohne auch nur einen einzigen Zähler mitzunehmen. Das ist eine Bilanz für die Geschichtsbücher. Wie steht es um die Borussia? Immerhin kratzte das Team bei sämtlichen drei Auftritten im heimischen Stadion bereits haarscharf an etwas Zählbarem.
Ebenso wenig bereitet die eigene Torausbeute ernsthafte Kopfschmerzen. Magere 15-mal jubelten die Hauptstädter während ihrer gesamten 34 Auftritte über eigene Tore. Demgegenüber steht Mönchengladbach trotz der sechs Nackenschläge schon jetzt bei 8 eigenen Buden. Vorne drückt der Schuh also keineswegs – das wahre Desaster spielt sich vielmehr in der löchrigen Hintermannschaft ab.
Abschließend bleibt noch das Thema Stadionauslastung. Zwar lockte das Duell mit der TSG Hoffenheim lediglich 43.702 Anhänger auf die Ränge – ein Tiefstwert seit fast acht Jahren. Dennoch bleibt die historische Berliner Minus-Kulisse absolut außer Reichweite: Gerade einmal 827 verirrte Seelen wollten am 15. Januar 1966 das damalige Erstliga-Duell in der Hauptstadt live vor Ort verfolgen. Pikantes Detail am Rande: Der damalige Kontrahent auf dem Rasen war tatsächlich die Gladbacher Borussia! (red)