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Auf dem Platz war Felix Nmecha beim 2:1-Sieg von Borussia Dortmund gegen die SV Elversberg der gefeierte Held. Mit seinem Doppelpack schoss der Nationalspieler den BVB zu den nächsten drei Punkten. Dennoch sorgt der 26-Jährige einmal mehr für Diskussionen. Der Grund ist sein umstrittener Kronenjubel, der nun deutliche Kritik aus den eigenen Reihen hervorgerufen hat.
Die Fan- und Förderabteilung des BVB veröffentlichte am Sonntag eine Stellungnahme, in der sie sich gegen die religiösen Netzwerke hinter Nmechas Jubelgeste positionierte. Dabei machte die Abteilung ausdrücklich deutlich, dass sich ihre Kritik nicht gegen den christlichen Glauben des Mittelfeldspielers richte, sondern gegen die Unterstützung einer Kampagne, in deren Umfeld ausgrenzende Ansichten verbreitet werden.
Bei seinem Torjubel nimmt Nmecha symbolisch eine Krone vom Kopf und legt sie kniend auf den Rasen. Damit verweist der bekennende Christ auf die Kampagne "The King's Return", hinter der das evangelikale Netzwerk "Ballers in God" steht. Bereits bei der Weltmeisterschaft im Sommer hatte Nmecha diese Geste gezeigt und anschließend in den sozialen Medien mit dem Hashtag der Kampagne verbreitet.
Recherchen des ARD-Magazins MONITOR und der Sportschau deckten im Juli problematische Verbindungen der Kampagne auf. Über deren Internetseite gelangten die Reporter zu einem Beratungsangebot der US-Organisation Groundwire. Dort wurde in einem Chat mit den Journalisten ein Schwangerschaftsabbruch als "Satans Plan" bezeichnet. In einem internen Leitfaden für Beratungsgespräche wurde zudem die Frage, ob es eine Sünde sei, lesbisch zu sein, bejaht.
Die BVB-Fanabteilung sieht in solchen Positionen einen Widerspruch zu den Grundwerten des Vereins. Zwar habe jeder Mensch das Recht, seinen Glauben öffentlich zu bekennen. Dieses Recht dürfe jedoch nicht dazu dienen, andere Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihrer geschlechtlichen Identität oder ihrer Lebensweise auszugrenzen.
"Religion darf niemals ein Freifahrtschein für Diskriminierung sein", stellte die Fanabteilung unmissverständlich klar: "Glaube rechtfertigt keine Ausgrenzung. Glaube rechtfertigt keine Spaltung."
Besonders kritisch bewertet die Abteilung die Vorbildfunktion von Profifußballern gegenüber Kindern und Jugendlichen. Wenn deren enorme Reichweite gezielt zur Missionierung genutzt werde und dabei ausgrenzende Inhalte transportiert würden, könne dies nicht mehr ausschließlich als private Religionsausübung betrachtet werden.
Dabei verwies die Fanabteilung auch auf den Grundwertekodex von Borussia Dortmund, der Vielfalt, Respekt und Gleichberechtigung ausdrücklich festschreibt. Über die Angelegenheit habe man in den vergangenen Monaten bereits mehrfach Gespräche geführt. An queere BVB-Anhänger richtete die Abteilung eine klare Solidaritätsbekundung. Ihre Zugehörigkeit zu Borussia Dortmund stehe nicht zur Debatte.
Für Nmecha ist es nicht die erste Kontroverse um seine religiösen Überzeugungen und deren öffentliche Verbreitung. Bereits bei seiner Verpflichtung vom VfL Wolfsburg im Sommer 2023 hatten frühere Social-Media-Aktivitäten des Nationalspielers für Proteste unter BVB-Anhängern gesorgt. Nmecha selbst wies Diskriminierungsvorwürfe damals zurück.
Nun flammt die Debatte erneut auf. Und während der Mittelfeldspieler auf dem Platz zu den wichtigsten Leistungsträgern des BVB gehört, wächst innerhalb des Vereins der Druck, sich deutlicher von den umstrittenen Netzwerken abzugrenzen.