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Streit um Eishockey-WM in Deutschland: Jetzt schaltet sich Putin ein

Der Streit um Russlands Rückkehr in den Eishockey-Sport belastet die WM 2027 in Deutschland. Jetzt äußert sich Wladimir Putin zu den anhaltenden Beschränkungen.

Moskau – Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland steht vor erheblichen sportpolitischen Herausforderungen. Nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS dürfen russische Nationalmannschaften wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Viele Verbände lehnen dies aber ab. Jetzt hat sich auch der russische Präsident Wladimir Putin in die Debatte eingeschaltet und die Beschränkungen für Sportler seines Landes kritisiert.

Russlands Präsident Wladimir Putin kritisiert die anhaltenden Beschränkungen für russische Sportler.
Russlands Präsident Wladimir Putin kritisiert die anhaltenden Beschränkungen für russische Sportler. © picture alliance/dpa/Pool AP | Pavel Bednyakov

„Leider“ seien nicht alle Länder bereit, die Verpflichtungen umzusetzen, die sie eingegangen seien, sagte Putin am Donnerstag (5. November) bei einer im Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. „Die Beschränkungen für den russischen Sport – die politischer und nicht rechtlicher Natur sind – bestehen fort“, erklärte der Kremlchef. Konkrete Länder nannte Putin dabei nicht.

Putin lobt CAS-Entscheidung zur Rückkehr russischer Eishockey-Teams

Putin warf den betreffenden Staaten vor, mit den Einschränkungen gegen geltendes Recht und gerichtliche Entscheidungen zu verstoßen. Gleichzeitig lobte er das Internationale Olympische Komitee (IOC) und den Internationalen Sportgerichtshof CAS für Entscheidungen, „die die Olympische Charta und ihre Prinzipien“ wahrten.

Hintergrund ist das Urteil des CAS vom 30. Oktober. Der Sportgerichtshof entschied, dass russische Nationalmannschaften wieder zu internationalen Eishockey-Wettbewerben zugelassen werden müssen. Zuvor hatte der Weltverband IIHF russische Teams infolge des seit Februar 2022 andauernden Angriffskriegs gegen die Ukraine ausgeschlossen.

Die Entscheidung betrifft auch die Eishockey-WM vom 13. bis 30. Mai 2027 in Deutschland. Das Eröffnungsspiel soll in Gelsenkirchen stattfinden, die weiteren Begegnungen sind in Düsseldorf und Mannheim geplant. Der Spielplan steht schon fest, allerdings ohne russische Beteiligung. Wie eine mögliche Teilnahme organisatorisch umgesetzt werden könnte, ist weiterhin ungeklärt.

Der Widerstand gegen eine Rückkehr Russlands ist groß. Finnland, Schweden, Tschechien, Dänemark und Norwegen haben angekündigt, bei der Weltmeisterschaft nicht gegen russische Mannschaften anzutreten, solange der Krieg gegen die Ukraine andauert. Auch Kanada geht auf Distanz: Bei der Junioren-WM zum Jahreswechsel sollen russische Spieler keine Einreisevisa erhalten.

Der Eishockey-Weltverband IIHF zeigte sich ebenfalls enttäuscht über das CAS-Urteil. Er hält an seinen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit aller Beteiligten und der Integrität seiner Wettbewerbe fest. Außerdem kündigte der Verband an, die Entscheidung des Sportgerichtshofs zu respektieren und die praktischen Folgen zu prüfen.

DEB erwägt sogar Rückgabe der Eishockey-WM 2027

Für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) könnte der Streit weitreichende Konsequenzen haben. Vorstandschef Frank H. Lutz bekräftigte die ablehnende Haltung des Verbandes: „Unsere Position ist unverändert: Wir lehnen die Rückkehr russischer Nationalmannschaften zu internationalen Eishockeyturnieren ab.“

Eine Zulassung Russlands hätte für Deutschland als Gastgeber „erhebliche sicherheitsrelevante, politische und wirtschaftliche Folgen“, erklärte Lutz. Gegenüber MagentaSport brachte der DEB-Chef deshalb sogar eine Rückgabe des Turniers ins Gespräch: „Aber natürlich müssen wir uns mit der Option beschäftigen, dass wir diese WM zurückgeben.“ (AFP, dpa und luh)