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Die schweren Jungs geschlagen
Silke Basedow hat mit ihrer Schwester Maren Hahlbrock und Mia Hahn überraschend souverän die 45. Meisterschaft der Meister auf der Hamburger Außenalster gewonnen. Die drei Frauen vom HSC setzten sich im Finale gegen die H-Boot-Meister und die J/22-German-Open-Sieger sowie den NRV durch.
Der Heimsieg für Silke Basedow und ihre Crew fiel bei anspruchsvollen Bedingungen erstaunlich deutlich aus. Schon nach den neun Rennen der Vorrunde unter 26 Meistern lagen die drei Frauen vorn. In diesem Jahr hatten sie bereits die Women’s Champions League und den Helga Cup gewonnen.
Zwar kennen sie die diesmal eingesetzten J/22 von einigen Match-Race-Veranstaltungen. Doch bei starkem Wind mit durchschnittlich gut 25 Knoten und Böen bis zu 30 Knoten spielt das Crewgewicht auf diesen Kielbooten eine große Rolle. In dieser Hinsicht fehlten ihnen im Vergleich zu den Männercrews etliche Kilogramm.
Dennoch wiederholten sie auch in den beiden entscheidenden Finalrennen mit den Plätzen eins und zwei ihren starken Auftritt und gewannen mit vier Punkten Vorsprung vor den H-Boot-Meistern. Andi Lachenschmid vom Münchner Yacht-Club kam mit Moritz Ellinger und Basti Henning auf sieben Punkte. Die J/22-German-Open-Sieger Wolf Jeschonnek vom Cöpenicker Segler-Verein segelten mit Steffen Dülsen und Klaus Lund auf Rang drei und acht Punkte.
„Wir waren schon oft auf dem Treppchen, und diesmal hat es geklappt“, sagte Basedow. „Besonders stolz sind wir darauf, dass es uns gelungen ist, bei so viel Wind vorne mitzufahren. Wir haben uns konzentriert, den Druck gut ausgesegelt und hatten, obwohl wir viel leichter waren als viele andere Crews, eine gute Bootsgeschwindigkeit. Das hat am Ende ausgereicht, um hier zu gewinnen.“
26 Teams aus ebenso vielen verschiedenen Klassen waren bei der traditionsreichen Veranstaltung am Start, die diesmal ohne Spinnaker gesegelt wurde. Nach der Vorrunde qualifizierten sich die neun bestplatzierten Crews für das Finale. Die Ergebnisse aus der Vorrunde wurden dabei nicht übernommen. Es zählten ausschließlich die beiden abschließenden Rennen.
Lachenschmid machte im Finale den größten Sprung nach vorn. Nach Platz sechs in der Vorrunde segelte sein Team in den Finalrennen auf Rang zwei der Gesamtwertung. Liga-Sieger Tobias Schadewaldt und die 505er-Weltmeister Hoffmann/Brockerhoff kamen nach einer starken Vorrunde überraschend nicht aufs Podium.
Auch die 49erFX-Europameisterinnen Hanna Wille und Marla Bergmann kamen überraschend gut mit den ungewohnten Kielbooten zurecht und lagen nach der Vorrunde auf Platz vier. Im Finale konnten sie mit den Plätzen vier und neun diese Position nicht halten. Dafür wurden sie von den Teilnehmern der Meisterschaft der Meister für ihren herausragenden 49erFX-Titel in diesem Jahr zu den Sailors of the Year gewählt.
Auch eine inklusive Crew des Hamburger Segel-Clubs trat bei der Meisterschaft an. Matthias Bünger, Dirk Thalheim und André Gerstberger segelten auf denselben J/22 wie die Deutschen Meister sowie die Europa- und Weltmeister. Das Team belegte unter 26 Crews den 25. Platz.
Thalheim hatte zuvor bei der Europameisterschaft in Lübeck-Travemünde gemeinsam mit Stephanie Brix Bronze in der Para-Wertung gewonnen. Bünger und Thalheim sicherten sich 2026 außerdem den Sieg bei den German Open in der Klasse S/V14.
Die Meisterschaft der Meister wird seit 1980 auf der Hamburger Außenalster ausgetragen. Startberechtigt sind unter anderem Deutsche Meisterinnen und Meister sowie erfolgreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Europa- und Weltmeisterschaften. Seit 2024 wird die Veranstaltung inklusiv ausgerichtet. In diesem Jahr reichte die Altersspanne der Teilnehmenden von 13 bis 73 Jahren.