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FC Bayern: Das gehört zur Wahrheit über Kompany
Eberl: Das ist das Ziel bei Kompany
Eberl: Das ist das Ziel bei Kompany

Vincent Kompany bekommt beim FC Bayern die notwendige Ruhe. Doch die Vergangenheit zeigt, wie schnell im Fußball aus Pausen ein Vorwurf wird. Der SPORT1-Kommentar.

Vincent Kompany hat sich das Recht auf Ruhe nicht erarbeitet. Es steht ihm zu, wie jedem kranken Menschen. Erarbeitet hat er sich etwas anderes: Das Vertrauen, dass seine Abwesenheit beim FC Bayern derzeit nicht zur Leistungsdebatte wird.

FC Bayern: Diesen Vorteil hat Vincent Kompany

Nach seinem Zusammenbruch und der diagnostizierten Hirnhautreizung darf sich der Trainer in Ruhe erholen. Ohne Zeitdruck, ohne konkreten Rückkehrtermin. Das ist richtig und selbstverständlich.

Vincent Kompany bekommt vom FC Bayern Zeit zur Genesung
Vincent Kompany bekommt vom FC Bayern Zeit zur GenesungVincent Kompany bekommt vom FC Bayern Zeit zur Genesung

Doch zur Kompany-Wahrheit gehört auch: Der Belgier kann sich diese Auszeit in der gegenwärtigen Situation leichter leisten, weil er erfolgreich ist. Seine Mannschaft funktioniert, die Ergebnisse stimmen. Kompany genießt einen Vertrauensvorschuss, den längst nicht jeder Trainer besitzt.

Nagelsmann und Eberl mussten sich Kritik anhören

Ein Blick zurück genügt. Als Julian Nagelsmann im März 2023 nach einer Niederlage in Leverkusen zum Skifahren fuhr, war das Geraune beim FC Bayern groß. Uli Hoeneß erklärte später sogar ausdrücklich, Nagelsmann hätte nach dieser Pleite nicht in den Urlaub fahren dürfen – was zuletzt auch von Stefan Effenberg im Doppelpass aufgegriffen wurde.

Auch Max Eberl musste sich bereits kritische Fragen zu seiner Arbeitsweise gefallen lassen. Dass der Sportvorstand gelegentlich am Tegernsee spazieren geht und sein Handy zu Hause lässt, sorgte intern für Irritationen. Ausgerechnet bei einem Mann, der nach seiner eigenen gesundheitlichen Krise bewusst gelernt hatte, Grenzen zu ziehen.

Und ein aktuelles Beispiel liefert Hannover 96: Dort stand Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt massiv unter Druck und musste jetzt seinen Posten als Geschäftsführer räumen. Inmitten der sportlichen Krise wurden sogar einige geplante Urlaubstage vor dem Derby gegen Braunschweig zum Gegenstand der Kritik.

So schnell entsteht im Profifußball ein Verdacht

Natürlich sind ein medizinisch notwendiger Ausfall, ein Skiurlaub und ein Spaziergang ohne Handy nicht dasselbe. Doch die Beispiele zeigen, wie schnell im Profifußball der Verdacht entsteht, jemand arbeite nicht hart genug.

Dabei gehört zur Wahrheit ebenso, dass Profiklubs im gnadenlosen Wettbewerb nicht immer milde sein können. Wer verliert, gerät unter Druck. Wer Verantwortung trägt, muss Leistung bringen. Dass Trainer und Sportdirektoren wegen der aktuellen Ereignisse künftig großzügiger Urlaub bekommen, dürfte deshalb eine Illusion bleiben.

Und genau darin liegt die ernüchternde Erkenntnis: In einem Jahr wird die heutige Debatte über Rücksichtnahme, Erholung und Arbeitsbelastung vermutlich kaum noch eine Rolle spielen. Dann werden wieder Siege eingefordert, Niederlagen seziert und Arbeitstage gezählt. Dann wird erneut darüber diskutiert, wer zu oft fehlt, zu wenig arbeitet oder sein Handy ausschaltet.

Die Rücksicht auf Kompany ist richtig. Sie sollte selbstverständlich sein. Dass sie zum dauerhaften Maßstab im Profifußball wird, ist allerdings kaum zu erwarten. Leider.

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