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Wenn am Samstagabend der FC Bayern München und Borussia Dortmund im Klassiker aufeinandertreffen, wird Konstantinos Karetsas zunächst nur auf der Bank sitzen. Das Startelf-Comeback kommt für den 19-Jährigen nach dessen Sprunggelenksverletzung einfach noch zu früh.
Doch allein, dass der Grieche überhaupt schon wieder im Kader steht, dürfte beim BVB schon Euphorie auslösen. Und auch, wenn er nur als Einwechselspieler fungieren wird, so kann Karetsas für den BVB trotzdem zum X-Faktor gegen den Rekordmeister werden.
Denn auch, wenn sich Karetsas' Impact aktuell (noch) nicht in Zahlen bzw. Scorerpunkten ablesen lässt, so ist er für das Dortmunder Offensivspiel dennoch enorm wichtig. Ohne ihn wirkte der Spielaufbau gegen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen teilweise behäbig und unkreativ, mit ihm jedoch verändert sich die ganze Dynamik.
Steht Karetsas auf dem Feld so spielt er in 33 Prozent aller Angriffe den tödlichen Pass, der zu einer Torchance führt (Quelle: ScoutingStats.AI). Diese Häufigkeit ist in der Bundesliga einmalig und verdeutlicht, wie wichtig der 18-Jährige bereits für das Dortmunder Spiel ist.
Doch nicht nur für den tödlichen Pass, sondern auch beim Torabschluss selbst ist der Grieche enorm wichtig für die Schwarz-Gelben. Auf 90 Minuten gerechnet, schießt der 18-Jährige 3,79 Mal aufs Tor, damit rankt er im Bundesliga-Vergleich im 93. Percentile (Quelle: FootyStats).
Noch deutlicher wird sein Einfluss beim Blick aufs Dribbling. Im Schnitt geht Karetsas pro Partie 6,63 Mal ins direkte Duell mit dem Gegner, wovon er 3,32 Duelle gewinnt. Damit rankt er jeweils im 99. Percentile, gehört also zum besten Prozent der Bundesliga.
Diese Fähigkeit könnte sich gegen Bayern als wichtig herausstellen. Denn bei aller Klasse, die der Rekordmeister besitzt, so bleiben die Außenverteidigerpositionen die kleine Achillesverse der Münchner.
Karetsas kann mit seinen schnellen Bewegungen und seiner Freude fürs Dribbling insbesondere den etwas hüftsteifen Josip Stanisic vor Probleme stellen. Weil er sich zudem schlau zwischen den Linien bewegt, bindet er zudem auch noch einen der beiden Sechser, also entweder Joshua Kimmich oder vermutlich Konrad Laimer.
Somit verschafft der Grieche seinen Teamkollegen mehr Platz. Davon dürfte dann insbesondere Serhou Guirassy profitieren, der sich zwar immer noch gegen Dayot Upamecano und Jonathan Tah behaupten muss, doch durch Karetsas eben auch mehr Möglichkeiten bekommen wird.
Gleichzeitig wird der 18-Jährige auch Tah und Upamecano viele Probleme bereiten, denn insbesondere Tah hat teilweise Probleme mit schnellen und wenidgen Spielern. Sollte es dazu kommen, dass Karetsas allein auf ihn oder Upamecano zuläuft, sind die Bayern in höchster Not.
Gleichwohl kann Karetsas nur zum X-Faktor werden, wenn der BVB das Spiel bis zu seiner Einwechslung offen halten kann. Dabei wird viel auf die bislang starke Defensive ankommen, die gegen Michael Olise und Harry Kane ziemlich viel zu tun bekommen wird.
Doch wenn es die Schwarz-Gelben schaffen, die Bayern so lange zu nerven und offen zu halten, bis Karetsas kommt, dann hat der BVB eine gute Chance, in München für die große Überraschung zu sorgen.