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WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli kann bereits beim Grand Prix der USA 2026 in Austin (alle Einheiten hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) vorzeitig Formel-1-Weltmeister werden. Für viele seiner Fahrerkollegen kommt das nicht überraschend. Charles Leclerc etwa sagt: "Er hat eine perfekte Saison hingelegt. Deshalb denke ich, ist es nur noch eine Frage der Zeit. Und er hätte sich das absolut verdient."
Denn Antonelli hat die Formel 1 2026 im Sturm erobert: Er erzielte bereits beim zweiten Grand Prix den ersten Sieg und ließ seither sieben weitere Siege folgen. Seit dem Frühjahr führt er in der Fahrerwertung. Jetzt hat er den ersten "Matchball".
Der siebenmalige Weltmeister Lewis Hamilton wurde in der Pressekonferenz in Austin gefragt, ob er Antonelli vor diesem entscheidenden Moment einen Ratschlag geben könnte. Seine Antwort: "Mach langsamer!"
Ernsthaft fügte Hamilton hinzu: "Kimi braucht keine Ratschläge. Ich denke, er hat schon im vergangenen Jahr, aber besonders in diesem Jahr sein Talent und seine Fähigkeiten, seine Ruhe und seine Herangehensweise unter Beweis gestellt."
Vor allem gelang es Antonelli, sich teamintern klar gegen den vor der Saison favorisierten George Russell durchzusetzen. Das erstaunt WM-Titelverteidiger Lando Norris: "Ich halte viel von George, und ich denke, er ist ein sehr guter Fahrer. Aber Kimi war die gesamte Saison über zwei Klassen besser als George. Er hat einen wirklich unglaublichen Job gemacht."
Doch so erfolgreich Antonellis Saison 2026 bislang verlaufen ist, so schwierig hatte seine Formel-1-Karriere als Hamilton-Nachfolger bei Mercedes 2025 begonnen. Nico Hülkenberg sprach von einer "unglaublichen Wende, wenn man bedenkt, wie anders die Situation vor etwa zwölf Monaten aussah".
Damals stand Antonelli durchaus in der Kritik - und mit ihm Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Der aktuelle Zwischenstand in der Fahrerwertung jedoch gibt Wolff recht, an Antonelli festgehalten zu haben. "Das zeigt einfach, wie schnell sich die Dinge in diesem Geschäft verändern können", sagte Hülkenberg.
Damit kennt sich auch Carlos Sainz bestens aus: Er musste Ende 2024 seinen Platz bei Ferrari räumen, damit Hamilton 2025 zur Scuderia wechseln konnte. Seither fährt Sainz für Williams - und mehrheitlich hinterher. "Es geht in der Formel 1 eben sehr oft darum, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein", sagte Sainz.
Antonelli habe perfektes Timing bewiesen: "Dass sich das Reglement geändert hat und er jetzt Autos fährt, die definitiv besser zu seinem Fahrstil passen, ist genau so etwas, das ein Leben und eine Karriere verändern kann. Und er hat das Maximum daraus gemacht. Dafür gebührt ihm großer Respekt."
"Denn nach einer schwierigen Rookie-Saison so zurückzukommen und eine derart konstant starke Saison hinzulegen, ist wirklich beeindruckend und sagt viel über ihn aus", sagte Sainz.
Leclerc bezeichnet gerade diesen Entwicklungsschritt als die größte "Überraschung" in diesem Jahr: "Schon bei den allerersten Runden mit diesem Auto konnten wir sehen, dass er sehr stark war. Ich denke, man konnte erkennen, dass ihm diese Art von Autos deutlich besser liegt und dass sich die harte Arbeit, die er zwischen den beiden Saisons investiert hatte, ausgezahlt hat."
Antonelli habe sich "sehr gut" an die neuen Gegebenheiten in der Formel 1 angepasst, sagte Oscar Piastri. "Und wenn er die Weltmeisterschaft gewinnt - nicht falls, sondern wenn -, dann wird er in diesem Jahr ein absolut verdienter Weltmeister sein."
Für Hamilton steht jedoch die psychische Leistung Antonellis im Vordergrund: Er habe sich in einem Topteam trotz der "enormen Erwartungen" und des hohen Erfolgsdrucks nicht unterkriegen lassen - im Gegenteil.
"Man weiß nie, wie jemand unter Druck zurechtkommt, bis man es tatsächlich erlebt", sagte Hamilton. "Ich denke, er hat das wirklich souverän gemeistert. Ich würde sagen, in diesem jungen Körper steckt eine ziemlich reife Persönlichkeit. Deshalb hat er es verdient, Weltmeister zu werden. Und ich freue mich darauf, noch länger gegen ihn Rennen zu fahren."