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Hessen: Last-Minute-Remis: Burkardts Hacke sichert Eintracht einen Punkt

Eintracht Frankfurt hat in Paderborn in letzter Sekunde einen Punkt geholt. In der Nachspielzeit traf Jonathan Burkardt per Hacke - auf Vorlage von Torwart Noah Atubolu.

Eintracht Frankfurt hat im Auswärtsspiel beim SC Paderborn 2:2-Unentschieden gespielt. Jonathan Burkardt hatte die Hessen in Führung gebracht (23.), die Gastgeber drehten die Partie durch Raphael Obermair (45.) und Marvin Pieringer (73.), bevor Burkardt in der Nachspielzeit zum Endstand traf (90.+2). Elias Baum musste zudem mit Gelb-Rot vom Platz (75.).

Eintracht-Trainer Adi Hütter brachte mit Burkardt nur eine Spitze, Nationalspieler Younes Ebnoutalib musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. In der Innenverteidigung war der zuletzt angeschlagene Robin Koch einsatzbereit. Sportliches stand in Paderborn aber zunächst klar im Hintergrund. Weil ein Eintracht-Fan im Gästeblock von der Tribüne gestürzt war und notärztlich behandelt werden musste, verzichteten beide Fankurven auf Support, im Stadion war es über 90 Minuten gespenstisch still.

Burkardt sagt Danke

Auf dem Platz aber war die Eintracht direkt voll da. Burkardt holte nach Steilpass eine Ecke raus, die Lilian Brassier dann per Kopf knapp neben das Tor setzte (5.). Kurz darauf strich Ritsu Doans Schuss aus 16 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei (6.).

Nach etwa zehn Minuten kamen auch die Gastgeber besser ins Spiel und kamen durch Tom Baack (11.) und Gabriel Vidović (16.) zu ersten Chancen. Es waren aber die Hessen, die zuerst jubeln durften. Ein Steckpass von Can Uzun auf links spielte Farès Chaibi in die Mitte, wo der eingelaufene Burkardt Danke sagte (23.).

Obermair steht plötzlich frei

Die Eintracht verpasste es in der Folge, nachzulegen, Doan scheiterte aus spitzem Winkel (27.). Auf der Gegenseite schnupperte Stefano Marino am Ausgleich, traf per Schlenzer aber nur die Latte. Als alles schon nach einer 1:0-Pausenführung aussah, verursachte Ansgar Knauff per Fehlpass eine Ecke. Über allerlei Umwege landete der zweite Ball im Gewühl dann in der Strafraummitte, Vidovic legte auf den freien Obermair ab, der Eintracht-Keeper Noah Atubolu tunnelte – 1:1. Ein glücklicher Treffer des SCP, denn dem Tor war ein harter Zweikampf von Laurin Curda gegen Raphael Onyedika vorausgegangen, den man auch hätte abpfeifen könne.

War es in der ersten Halbzeit noch die Eintracht, die wie die Feuerwehr loslegte, war es in der zweiten der SCP. Ruben Müllers Schuss aus kurzer Distanz wurde noch von Brassier geblockt (46.), nur eine Minute später schaffte der Startelfdebütant das Kunststück, den Ball aus einem Meter Entfernung am Tor vorbeizugrätschen. Aber die Eintracht schüttelte sich kurz und hielt in der Folge wieder dagegen. Chaibis Schuss ging nur an den Pfosten (55.), Uzuns Versuch ging knapp vorbei (57.).

Atubolus Serie reißt

Es war eine Phase im Spiel, in der beide Mannschaften hätten in Führung gehen können. Allerdings hatte zunächst der SCP das nötige Glück auf seiner Seite. Bei einem Konter landete der Ball im Strafraum bei Pieringer, der anrauschende Brassier rutschte weg und in Pieringer rein. Es gab folgerichtig Elfmeter, den der Gefoulte gegen Atubolu versenkte (73.). Und damit das Ende von Atubolus Serie markierte, der Keeper hatte zuvor sechs Elfmeter in Folge in der Liga gehalten.

Die Eintracht lief fortan also einem Rückstand hinterher. Und musste dies dann auch noch in Unterzahl tun. Der bereits verwarnte Baum kam gegen Curda viel zu spät und wurde zurecht von Schiedsrichter Bastian Dankert zum Duschen geschickt (75.).

Die Eintracht mühte sich in der Schlussviertelstunde um Offensivaktionen, kam aber gegen konzentriert verteidigende Paderborner nicht mehr zu klaren Chancen. Erst in der Nachspielzeit wurde die Eintracht noch einmal gefährlich, und das spektakulär. Eine Ecke in der 92. Minute köpfte der aufgerückte Atubolu vor die Füße von Burkardt, der mit dem Rücken zum Tor per Hacke zum 2:2 traf. Und die Eintracht doch noch spät jubeln ließ. Wenngleich der Unfall des Fans auch diesen Moment überschattete.

SC Paderborn – Eintracht Frankfurt 2:2 (1:1)

Paderborn: Noll - ter Horst, Scheller, Hansen - Curda, Castaneda, Baack, Obermair (65.Lippmann), Müller (65.Pieringer), Vidovic (46.Zeitler/88.Tigges) - Marino (74.Philippe)
Frankfurt: Atubolu - Knauff (46.Collins), Koch, Brassier, Baum - Onyedika, Aseko (46.Höjlund), Doan (64.Ilicevic), Uzun (64.Ebnoutalib), Chaibi – Burkardt

Tore: 0:1 Burkardt (23.), 1:1 Obermair (45.), 2:1 Pieringer (73./FE), 2:2 Burkardt (90.)
Gelbe Karten: Zeitler / Collins, Baum
Gelb Rot: Baum (75.)

Schiedsrichter: Dankert (Rostock)
Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

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