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Zu einem Traumtor fehlten St. Paulis Louis Oppie gegen Nürnberg nur Zentimeter. Stattdessen machte sein gravierender Fehler die bittere Heimniederlage möglich.
Er hatte wahrhaftig kein schlechtes Spiel gemacht. Und doch wurde aus „gut“ bis „befriedigend“ in Schulnoten-Definition noch ein „mangelhaft“, weil Louis Oppie beim 1:3 des FC St. Pauli gegen den 1. FC Nürnberg der eine entscheidende Fehler unterlaufen war. Der Patzer, der den Gästen den Dreier bescherte, den sich eigentlich die Hausherren verdient gehabt hätten.
Es lief Minute 72, der Kiezklub hatte den Ball im Spielaufbau, als Oppie auf der linken Schiene angespielt wurde. Nach vorne waren die Passwege zugestellt, also entschied er sich für den Weg hinten herum. Alles ganz normal, schon zig Mal passiert in dieser Partie. Die Distanz zu Keeper Ben Voll war diesmal allerdings vergleichsweise lang - und vor allem nicht unbesetzt. Nürnbergs Sigurd Haugen lauerte auf seine Chance. Und die kam.
„Ich dachte, der Pass zum Torwart ist frei“, erklärte Oppie später. „Als Lars Ritzka so ein bisschen den Weg freigemacht hat, dachte ich, der Weg ist frei. Aber ja, den muss ich einfach besser spielen.“ Denn frei war der Weg eben nicht. Vielmehr spritzte Haugen dazwischen, umkurvte Ben Voll und bugsierte das Runde aus spitzem Winkel ins Eckige, weil auch die Klärungsversuche von Kapitän David Nemeth nicht von Erfolg gekrönt gewesen waren.
„Der geht auf meine Kappe“, räumte Oppie unumwunden ein. Dem 24-Jährigen war auch schon auf dem Feld klar geworden, welch schwerwiegendes Missgeschick ihm da unterlaufen war. Entsetzen hatte sich breit gemacht in Gestik und Mimik, schließlich war sein Team nach dem (überfälligen) Ausgleichstreffer zum zwischenzeitlichen 1:1 durch Abdoulie Ceesay auf dem besten Weg gewesen, die Partie komplett zu drehen.
So aber standen Oppie und Co. mit komplett leeren Händen da. Auch weil dem Blondschopf in der ersten Halbzeit nur wenige Zentimeter zum ersten Saisontreffer gefehlt hatten. Nach einem abgewehrten Eckball war der ehemalige Bielefelder von der Strafraumkante zum Abschluss gekommen, hatte den Ball sensationell gut getroffen. Der wäre unhaltbar für den regungslos verharrenden Jan Reichert im Gäste-Gehäuse eingeschlagen, klatschte aber stattdessen mit Karacho gegen den Querbalken (17.).