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Im zweiten Spiel kassiert der neue Bundestrainer die erste Niederlage. Die Heim-WM steht weiter auf der Kippe.
André Rankel hat bei seinem Einstand als Eishockey-Bundestrainer den ersten Rückschlag einstecken müssen. Zwei Tage nach dem 3:0 gegen Österreich bei seiner Premiere verlor der 41-Jährige beim Deutschland Cup in Düsseldorf das zweite Spiel an der Bande der Nationalmannschaft mit 1:3 (0:0, 1:2, 0:1) gegen Lettland – trotz einer Vielzahl hochkarätiger Torchancen.
Zum Abschluss am Sonntag (14.45 Uhr/MagentaTV) gegen die Slowakei hat die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nur noch geringe Chancen auf die erfolgreiche Titelverteidigung. Aber es geht um sportlichen Rückenwind für die WM im eigenen Land in sechs Monaten, die aber weiter auf der Kippe steht.
Vor 8107 Zuschauern reichte ein Tor des Nürnbergers Nikolaus Heigl (29.) Rankels Team nicht zum zweiten Sieg. Bruno Osmanis (21.), Kristaps Skrastins (32.) und Rodrigo Abols (59.), kurz nachdem Tobias Ancicka das deutsche Tor verlassen hatte, trafen für die Letten. Der Olympiavierte Slowakei, der im Februar in Mailand für das deutsche Aus gesorgt hatte, überzeugte mit einem 6:1 (0:0, 4:1, 2:0) gegen Österreich.
Auch wenn DEB-Vorstandschef Frank Lutz sich am Rande des Spiels „sehr optimistisch“ gab, ist auch eine Woche nach der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS zur Rückkehr Russlands offen, ob und wie die WM im kommenden Mai in Gelsenkirchen, Düsseldorf und Mannheim stattfindet. Bei Gesprächen mit dem Bundeskanzleramt und dem Außenministerium in Berlin in den vergangenen Tagen erhielt der DEB Unterstützung aus der Politik, „die Bundesregierung entscheidet am Ende des Tages darüber, wer ins Land reinkommt“, sagte Lutz. Der russischen Mannschaft die Einreise zu verweigern, wie Kanada es für die U20-WM zum Jahreswechsel angekündigt hat, sei aber „die Ultima Ratio“, man müsse auch Rücksicht auf die deutsche Olympiabewerbung um die Sommerspiele 2036, 2040 und 2044 nehmen.
„Der Sport ist im Moment gefordert“, betonte Lutz. Der Weltverband IIHF kündigte am Samstag nach tagelangen Diskussionen an, „alle verfügbaren Optionen“ offenzuhalten, „einschließlich der Aufnahme von Gesprächen mit allen betroffenen Nationalverbänden, darunter auch der russische, um einen konstruktiven Weg nach vorn zu finden“.
Der DEB drängt auf eine möglichst schnelle Lösung. „Wir sind mitten im Kartenverkauf“, sagte Lutz. Von der IIHF gab es noch keine Informationen, wie das Teilnehmerfeld und der Spielplan mit Russland aussehen würden. Weltmeister Finnland und weitere Europäer hatten angekündigt, nicht gegen Russland anzutreten, mehrere IIHF-Sponsoren drohen mit dem Rückzug, der DEB schließt eine Rückgabe der WM nicht aus.
Rankels Team begann mit hohem Tempo und viel Zug zum Tor. Doch die zahlreichen Chancen blieben ungenutzt, der Iserlohner Julian Napravnik verfehlte sogar das leere Tor (13.). Das rächte sich, als die Letten zu Beginn des zweiten Drittels schnell in Führung gingen. Auch nach dem Ausgleich waren die Gäste im Abschluss cleverer.