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Chancenlos gegen den FC Bayern, doch Hamburg Towers schreiben die schönste Story
Osaro Rich (28/r.) und die Veolia Towers konnten FC-Bayern-Star Andreas Obst (30) nicht genügend Paroli bieten.© Witters | Tim Groothuis

Beginnen wir heute mal beim Fußball. In der Bundesliga gelang Eintracht Frankfurt an diesem Wochenende ein exzellenter Konter. Noch vor einer Woche hatte RB Leipzig die Hessen nach dem zweiten 6:0-Sieg binnen eines Jahres in den sozialen Medien veralbert und in Anbetracht der eigenen kurzen Historie geunkt: „Hat das Tradition?“ Die Eintracht revanchierte sich, als Leipzig am Sonnabend zum wiederholten Mal eine 1:6-Trachtprügel vom FC Bayern München bezog und fragte ihrerseits: „Hat das Tradition?“

Was den Sprung in die Basketball-Bundesliga ermöglicht. Dort ist es zum Brauchtum geworden, dass die Bayern bei den Veolia Towers Hamburg verlieren. Fünf der vergangenen sechs Duelle gar. Entsprechend hoch waren die Erwartungen der Wilhelmsburger und des Großteils der 3400 Zuschauer in der ausverkauften Inselpark Arena am Sonntagabend vor dem Pokal-Achtelfinale. Sie wurden enttäuscht, als die Gastgeber beim 63:85 (18:14, 12:28, 15:24, 18:19) das Äquivalent eines 1:6 kassierten.

Veolia Towers Hamburg unterliegen im Pokal dem FC Bayern München

Das klingt im ersten Moment schlimmer als es sich auf dem Parkett gestaltete. Im ersten Viertel erreichte die Mannschaft von Cheftrainer Benka Barloschky zumindest defensiv nahezu ihr Optimum, spielte mit der gewünscht hohen Intensität. Welt- und Europameister Andreas Obst, der amtierende MVP der Liga, wurde lehrbuchmäßig aus dem Spiel genommen, was sonst europäische Topclubs nicht ansatzweise schaffen.

Belohnung war eine 18:12-Führung (10.) und ein begeistertes Publikum, das sicher nicht die Lust auf weitere Spiele im Inselpark verlieren dürfte. Stichwort Verlieren: Ihren Vorsprung durften die Towers nicht allzu ausgiebig feiern. Binnen fünf Minuten reihten die national noch unbesiegten Bayern 19 unbeantwortete Punkte aneinander (18:29/14.) und beendeten die Partie faktisch vorzeitig.

Franzosen überzeugen

In Folge spielte der Vizemeister, der am Mittwoch und Freitag jeweils in Istanbul im Einsatz war, ein bisschen herum, und die Hamburger durften mitspielen. Gelegentlich auch mitzaubern, wenn Nicolas Pavrette beispielsweise per Dunking einlochte und auf der Gegenseite bayerische Würfe zum Absender zurückschmetterte.

Der gebürtige Hamburger Justus Hollatz (25/l.) und der jetzige Tower Mathys Kangudia (22) machten gute Spiele.© Witters | Tim Groothuis

Während der Franzose und sein Landsmann Mathys Kangudia überzeugten, konnten die weiteren Importprofis keine Werbung in eigener Sache betreiben. Am ehesten auf dem Prüfstand dürften Trey Wade, der mit dem Adjektiv „unauffällig“ am ehesten zu beschreiben ist, und Aufbauspieler Noah Thomasson, der es erneut an Treffsicherheit vermissen ließ, stehen.

Emil Marshall debütiert und punktet

Die schöne Geschichte des Abends aus heimischer Sicht schrieb Emil Marshall. Der 26-Jährige stand schon in der Aufstiegssaison 2018/19 im Kader, absolvierte wegen eines Rückenleidens aber kein Spiel. In diesem Sommer zurückgekehrt, musste er bislang aufgrund von Thrombose aussetzen. Nun debütierte der Deutsch-Amerikaner endlich für die Towers und erzielte auch seine ersten Punkte.

Am Endergebnis veränderten sie bis auf einen kosmetischen Effekt nichts. Man hätte es ahnen müssen. Dass die Türme im Pokal nie übers Achtelfinale hinauskommen, hat Tradition.

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Veolia Towers Hamburg: Kangudia (16 Punkte), Rich (12), Pavrette (10/7 Rebounds), Zeigler (6), Marshall (5), Breunig (4), Thomasson (4), Ogbe (4), Wade.

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