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Eigentlich war Schiedsrichter Daniel Siebert für die Leitung des Bundesliga-Topspiels am Samstagabend zwischen dem FC Bayern und dem BVB vorgesehen. Doch nun kommt es anders. Das berichtet der kicker.
Siebert, der im Mai noch das Champions-League-Finale zwischen Arsenal und Paris Saint-Germain unter großem Beifall sehr souverän geleitet hatte, muss aufgrund einer Wadenverletzung passen.
Der 42-Jährige hatte sich die Blessur am vergangenen Sonntag bei der Partie zwischen Hoffenheim und Bayer Leverkusen zugezogen (3:0) und war in der Halbzeitpause durch Robert Hartmann ersetzt worden.
Am kommenden Samstag springt der zweite deutsche FIFA-Referee nun in die Bresche: Wie der kicker berichtet, werde Tobias Stieler nun das Topspiel in der Allianz Arena leiten. Eine Nachricht, die einerseits gar nicht so schlecht beim Dortmunder Anhang ankommen könnte, denn an Siebert dürften die wenigsten BVB-Fans noch gute Erinnerungen haben, wenn es um Spiele gegen den deutschen Rekordmeister geht.
Seinen bis dato letzten Einsatz bei einer Begegnung zwischen den Schwarz-Gelben und den Münchnern hatte Siebert im April 2022. Dort unterliefen ihm gleich zwei gravierende Fehler zu Ungunsten der Dortmunder.
Einmal übersah er ein heftiges Einsteigen des damaligen Münchners Benjamin Pavard gegen Julian Brandt, das zwingend eine Gelbe Karte hätte nach sich ziehen müssen. Das gestand er auch selbst im Nachgang in aller Deutlichkeit ein. "Das war der größte Fehler in diesem Spiel und über meine Bewertung dieser Szene ärgere ich mich sehr", sagte er dem kicker.
Die Meinung, dies sei der "größte Fehler" des Spiels gewesen hatte er allerdings exklusiv, denn nach einer knappen Stunde verweigerte Siebert den Dortmundern nach einem erneuten Foulspiel von Pavard an Jude Bellingham einen klaren Strafstoß. Auch der VAR schritt fragwürdigerweise nicht ein. Das kritisierte auch Siebert hinterher.
"Vor allem in der Kameraeinstellung 'Hintertor hoch' ist in diesem Fall der strafbare Kontakt von Pavard an Bellingham jedoch deutlich erkennbar", sagte er und räumte ein: "Strafstoß wäre die richtige Entscheidung gewesen" - und hätte den BVB damals womöglich zu einem 2:2 verholfen. Die Partie endete schlussendlich mit 3:1 für den FCB.
Andererseits ist allerdings auch Stieler beim BVB-Anhang kein unbeschriebenes Blatt. Seinen bis dato letzten Einsatz beim sogenannten "Klassiker" hatte er vor über sechs Jahren, als die Münchner vor Corona-bedingter Geisterkulisse im Westfalenstadion die Vorentscheidung im Meisterrennen erzwangen (1:0) - und das auch aufgrund einer umstrittenen Entscheidung des damaligen Referees.
Denn Stieler übersah in der 58. Minute ein durchaus strafbares Handspiel von Jerome Boateng, der mit dem Oberarm im Fallen einen Abschluss von Erling Haaland um den Pfosten lenkte. Auch hier schritt der VAR nicht ein.
Auch jüngst musste sich Stieler einer großen Kritikwelle aufgrund eines nicht gegebenen Elfmeters stellen. Beim DFB-Pokalspiel am Dienstag zwischen dem HSV und Eintracht Frankfurt verweigerte er den Hamburgern einen Strafstoß, nachdem Robin Koch Zakaria El Ouahdi mit einem überaus harten Körpereinsatz zu Fall gebracht hatte.
Stieler sprach von einem "klassischen Bodycheck" und davon, dass er in solche Szenen eine "gewisse Schwelle". Der VAR griff abermals nicht ein, was Stieler hinterher guthieß: "Die Entscheidung war jetzt nicht vollkommen falsch, deswegen sehr gut, dass der VAR das supportet hat, weil das wollen wir." Er gab aber nach Ansicht der Bilder auch zu: "Die bessere Entscheidung wäre Strafstoß gewesen."