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Connors fordert von Zverev nach zwei Majors den nächsten Angriff
Connors fordert von Zverev nach zwei Majors den nächsten Angriff
© Javier_Panzardo/X/Fair Use

Jimmy Connors hält für Alexander Zverev eine andere Frage für wichtiger als die öffentliche Rechtfertigung seiner Weltranglistenführung: Was macht der Deutsche aus seinen ersten beiden Grand-Slam-Titeln? Der Amerikaner wünscht sich, dass der Erfolg den Anspruch erhöht, statt die Motivation für weitere große Siege zu schwächen.

„Ich hoffe, dass er nicht so sehr nachlässt, dass er sich zufriedengibt“, sagte Connors im Podcast Advantage Connors. Die Aussage ist eine Aufforderung für die nächste Karrierephase. Sie bestreitet weder Zverevs Titel noch seine Position, sondern verbindet die erreichte Spitzenstellung mit einer Erwartung an das weitere Auftreten.

Anerkennung und Anspruch gehören für Connors zusammen

Connors überreichte Zverev bei den US Open den Pokal und beschrieb diesen Moment als besonders. Seine Forderung kommt also ausdrücklich aus einer Haltung der Wertschätzung. „Er hat jetzt zwei, also los auf den dritten“, sagte er über die Grand-Slam-Bilanz des Deutschen.

Damit verschiebt er den Maßstab. Zverev muss nicht mehr nur zeigen, dass ein großer Titel grundsätzlich möglich ist. Nach zwei Erfolgen geht es darum, wie dauerhaft er sein Spiel auf diesem Niveau ausrichten kann. Der Unterschied liegt zwischen dem Erreichen eines Ziels und dem Aufbau eines wiederholbaren sportlichen Anspruchs.

Die jüngsten Niederlagen machen die Debatte konkreter

Zverev schied in Paris früh gegen Lorenzo Musetti aus, nachdem er in Wien ein enges Dreisatzmatch gegen Alex de Minaur verloren hatte. Dazu kommt eine Saisonbilanz von drei Siegen und neun Niederlagen gegen Top-Ten-Spieler. Diese Ergebnisse erklären, warum neben den großen Titeln weiterhin kritische Fragen auftauchen.

Sie machen die Ranglistenführung nicht automatisch wertlos. Sie zeigen aber, dass unterschiedliche Maßstäbe zu unterschiedlichen Urteilen führen können: Eine Jahresbilanz belohnt gesammelte Ergebnisse, während der direkte Vergleich mit der Spitze die Durchsetzungsfähigkeit gegen bestimmte Gegner beleuchtet. Connors' Forderung richtet sich vor allem darauf, aus dem erreichten Erfolg einen konstanten Antrieb zu machen.

Der nächste Anreiz soll größer sein als die Genugtuung

Für Zverev kann dieser Blick hilfreicher sein als eine endlose Diskussion darüber, ob die Anerkennung anderer groß genug ausfällt. Der nächste Titel ist ein sportliches Ziel, auf das sich Vorbereitung und Leistung richten lassen. Die Bewertung durch das Umfeld entzieht sich dagegen weitgehend seiner Kontrolle.

Connors möchte die Bereitschaft zum nächsten Angriff erhalten sehen. Zwei Grand-Slam-Siege dürfen eine Karriere verändern, ohne sie innerlich abzuschließen. Zverevs Antwort auf die aktuelle Debatte liegt deshalb vor allem in den Aufgaben, die er sich nach seinen größten Erfolgen noch setzt.