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Jonas Urbig: Spielte in der Anfangsphase einen derart luschigen Pass, dass es dem Rest der Bayern ganz Angst und Bange wurde. Erinnerte sich dann daran, dass man sich als Torwart die Sache mit dem Erschrecken an Halloween verkneifen sollte. Rasselte vor der vermeintlichen Dortmunder Führung mit Chukwuemeka zusammen. Wirkte anschließend erstmal benommen.
Konrad Laimer: Als käme Herr Meier aus der Buchhaltung im aufwändigsten Kostüm zur Schauder-Party. Laimer war der torgefährlichste Bayern-Spieler. Erzielte das 1:0 und hatte hernach noch weitere Möglichkeiten. Zudem mit gewohnt hoher Laufleistung. Der beste Spieler auf dem Feld.
Dayot Upamecano: Leistete sich mehrere Schlafmützigkeiten. Die gröbste davon führte zur Dortmunder Führung, die Schiedsrichter Tobias Stieler wegen Abseits wieder einkassierte. Upamecano aber zeigte die Einsicht eins Kindes, dem gesagt wird, es solle sich seine erbeuteten Halloween-Süßigkeiten gut einteilen. Es war seine schwächste Partie in der bislang so guten Saison. Fußball aber ist ein merkwürdiges Spiel. Drückte den Ball zum 2:1 für den FC Bayern über die Linie. Wäre beinahe Matchwinner geworden. Dann traf Fabio Silva spät.
Minjae Kim: Hat zum Schrecken von Jonathan Tah diesen aus der Stammelf verdrängt. Hatte sich in seiner Zeit bei der SSC Neapel den Beinamen „Il Mostro“ (das Monster) erarbeitet. Dürfte an seiner Zweikampfführung liegen. Überaus resolut.
Alphonso Davies: Begann links hinten, rutschte nach der Verletzung von Gnabry eine Position nach vorne. Beschäftigte Gegenspieler Joane Gadou mehr als diesem lieb war.
Joshua Kimmich: Hatte die vergangenen zehn Tage wegen eines Trauerfalls pausiert. Kehrte gegen Dortmund zurück in die Startelf. Suchte immer wieder den schnellen Ball aus der eigenen Defensive nach vorn. Hatte allerdings mit der Präzision zu kämpfen. War aber hauptsächlich dafür verantwortlich, dass seine Mannschaft wieder zu Sicherheit gelangte, nachdem sie Mitte der ersten Halbzeit gewankt hatte. Leitete zudem das Münchner 2:1 mit einem schönen Chipball ein.
Aleksandar Pavlović: Interessante Anordnung. Zusammen mit Dortmunds Felix Nmecha und Kimmich kämpft er um einen Stammplatz in der Nationalmannschaft. Sammelte Pluspunkte wie andere Gummibärchen an Halloween. Sauberes Passspiel, beherzte Zweikampfführung und ansprechender Ballvortrag. Verlor allerdings den Ball recht fahrlässig vor dem Dortmunder Ausgleich zum 2:2.
Michael Olise: Schreckte die Dortmunder in der 10. Minute auf, als er den Pfosten traf. Verzettelte sich anschließend häufiger als gewohnt. Hatte trotzdem immer wieder seine Füße im Spiel, wenn es gefährlich wurde. Weltklasse zeigt sich immer.
Ismael Saibari: Hatte die große Chance auf die Münchner Führung. Vergab sie und verletzte sich dabei auch noch. Nach nicht einmal einer halben Stunde musste er das Feld verlassen.
Serge Gnabry: Musste zwei Minuten nach Saibari ausgewechselt werden. Auch er war verletzt. Bis dahin vor allem defensiv sehr aufmerksam.
Harry Kane: Wurde mit allerhand Brimborium empfangen. War sein erstes Spiel als Weltfußballer. Kane präsentierte mit sichtbarem Stolz den heftig glänzenden goldenen Ball. Bewies anschließend, dass selbst der Weltbeste einen allzu irdischen Tag erwischen kann. Vergab die große Chance zum 2:0, als er einen Elfmeter an die Latte schoss. Eine Rarität. Wie eine Knoblauchzehe in der Halloween-Tüte. Kane bereitete schließlich das 2:1 mit einer überlegten Kopfballablage ein. Weltklasse lässt sich nicht verstecken. Hätte mit dem 3:1 das Spiel entscheiden können, traf jedoch den Pfosten. Weltklasse hat auch mal Pause.
Nathaniel Brown (ab 29.): Sollte im zentral-offensiven Mittelfeld spielen. Unauffällig, wie ein Gespenst, das an der Tür nach Süßem oder Saurem fragt. War auch dabei und darf sich über fette Beute freuen.
Josip Stanišić (ab 31.): Verrichtete links hinten seinen Dienst sehr solide. Schuf die Freiheiten, die Davies wenige Meter vor ihm nutzen konnte. Eine gute Partie des Allrounders.
Lennart Karl (ab 84.): Stieß spät zur Party dazu, hätte aber beinahe für die Schluss-Pointe gesorgt, als er mit einem Schlenzer tief in der Nachspielzeit die Latte traf.