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In diesem Spiel gibt es sehr viele Verlierer und nur einen Gewinner: Russland

Beim Deutschen Eishockeybund dürften sie sich momentan wie Beifahrer in einem Fahrzeug fühlen, das ungebremst auf eine Betonmauer zurast. Beifahrer deshalb, weil der DEB nur Ausrichter der nächsten Weltmeisterschaft ist, nicht aber Veranstalter. Letzteres ist der Eishockey-Weltverband IIHF und damit, um im Bild zu bleiben, der Fahrer des eingangs beschriebenen Gefährts. Doch die IIHF hat kein großes Interesse daran, zu bremsen. Hintergrund ist ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs Cas vom vergangenen Freitag. Es besagt, dass Russland wieder an internationalen Eishockey-Wettbewerben teilnehmen darf, also auch an der WM 2027, die in Düsseldorf, Mannheim und Gelsenkirchen gespielt werden soll.

Sicherheitsbedenken als Argument für den Ausschluss

Russland und Belarus waren seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine im Jahr 2022 ausgeschlossen gewesen. DEB und IIHF wollten es dabei belassen und hatten mit Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Schutz und sportlicher Integrität argumentiert. Längst schon steht der Spielplan – ohne Russland, dafür mit Aufsteiger Ukraine. Der Ticketverkauf läuft.

Neue Bruchlinie zwischen dem DEB und seinem Ex-Präsidenten

Das Urteil des Cas bringt nun alles ins Wanken. Der DEB positionierte sich sofort klar gegen die Rückkehr der Russen. Spannender ist, wie die IIHF damit umgeht. Denn dort gab es vor Kurzem einen Wechsel an der Spitze. Franz Reindl heißt der neue IIHF-Präsident, und der verdankt seine Wahl nach allgemeiner Lesart auch den Stimmen Russlands und dessen Verbündeter im internationalen Eishockey. Praktischerweise kann er sich nun auf das Cas-Urteil berufen, um den Russen die Rückkehr zu ermöglichen. Eine Bruchlinie verläuft also zwischen dem DEB und seinem Ex-Präsidenten Reindl.

Boykottieren mehrere Nationen die Eishockey-WM?

Dabei stehen die deutschen WM-Organisatoren vor einer komplett unübersichtlichen Situation. Möglich ist, dass Teilnehmer wie beispielsweise Lettland die WM boykottieren. Wie die Ukraine auf das Urteil reagiert, ist ebenfalls offen. Gleichermaßen schwer vorstellbar, dass eine ukrainische Mannschaft nach Deutschland reist, wenn dort auch Russland vertreten ist, oder aber, dass die IIHF die Ukraine als Aufsteiger zugunsten Russlands aus dem Turnier nimmt. Selbst die Rückgabe der WM scheint daher möglich. Das wiederum wäre finanziell ein Desaster für den DEB, der sich traditionell von einer Heim-WM zur nächsten hangelt.

Während Putin also seinen Angriffskrieg unvermindert fortführt, kehrt er auf die Bühne des Weltsports zurück. In diesem Spiel auf höchster sportpolitischer Ebene gibt es momentan sehr viele Verlierer und nur einen Gewinner: Russland.

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