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Zverev wischt frühere Kritik beiseite – verklausulierter Seitenhieb gegen Boris Becker
Zverev wischt frühere Kritik beiseite – verklausulierter Seitenhieb gegen Boris Becker
© Instagram

Die schwelende Spannung zwischen zwei der bekanntesten deutschen Tennisgrößen ist offenbar wieder öffentlich zutage getreten. Bei einem Medientermin im Rahmen der Erste Bank Open in Wien reagierte Alexander Zverev mit einer pointierten, wenn auch offiziell nicht namentlich adressierten Erwiderung. Branchenkenner brachten seine Äußerungen umgehend mit seinem prominentesten Kritiker in Verbindung: dem sechsmaligen Grand-Slam-Champion Boris Becker.

Trotz einer herausragenden Saison 2026 mit den wohl prägendsten Titeln seiner Karriere bei den French Open in Roland Garros und den US Open war Zverev in der Vergangenheit immer wieder Zielscheibe von Beckers scharfer Analyse. Der frühere Wimbledon-Sieger kritisierte in den vergangenen Jahren regelmäßig Zverevs taktive Passivität in entscheidenden Partien und stellte öffentlich die stark abgeschottete Struktur seines Trainerteams infrage.

Becker hatte den gebürtigen Hamburger wiederholt dazu aufgefordert, die berufliche Zusammenarbeit mit seinem Vater Alexander Zverev senior und seinem Bruder Mischa zu beenden und stattdessen neue Impulse von außen zu suchen. Einen Höhepunkt erreichte die Kritik 2025 in einer Folge des Podcasts, den Becker gemeinsam mit Andrea Petkovic moderiert.

„In seiner Spielerbox gibt es nichts Neues. Da sitzen immer noch sein Vater und sein Bruder – dieselben alten Gesichter“, sagte Becker im vergangenen Jahr. „Ich glaube, er hat eine Art ,Kindheitsproblem‘. Wann immer ich ihn reden höre, bekomme ich massive Kopfschmerzen. Für die letzten zwei oder drei Turniere der Saison sollte er wirklich etwas verändern.“

Auch wenn Becker seinen Ton nach Zverevs jüngsten Grand-Slam-Erfolgen erkennbar gemäßigt hat, hat die aktuelle Nummer zwei der Welt die früheren Aussagen offenbar nicht vergessen. Bei seinem Medientermin in Österreich machte Zverev unmissverständlich klar, dass die Kritik der Vergangenheit weder vergeben noch aus seinem Gedächtnis verschwunden ist.

„Es gibt nur eine Person, die mich konsequent kritisiert hat“, sagte Zverev kühl. Beckers Namen nannte er nicht, ließ jedoch keinen Zweifel daran, wen er meinte. „Ehrlich gesagt bedeutet mir seine Meinung nicht besonders viel. Jedes Mal, wenn er etwas gesagt hat, ist genau das Gegenteil eingetreten. Deshalb haben mich seine Worte in den vergangenen Jahren überhaupt nicht beeinflusst.“

Während Zverev sich darauf vorbereitet, noch vor Jahresende möglicherweise die Führung in der Weltrangliste zu übernehmen, verdeutlicht der jüngste Schlagabtausch einen spannenden Generationenkonflikt. Statt die Anerkennung der traditionellen deutschen Tenniselite zu suchen, verteidigt Zverev mit Nachdruck sein familiäres Umfeld – und lässt seine neu gewonnenen Grand-Slam-Trophäen die Geschichte bestimmen.

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