flag
back Zurück
Mika Brunold: Sein Coming-out gibt ihm auch auf dem Tennisplatz Kraft

Der Schweizer Tennisprofi Mika Brunold beschreibt sein Coming-out als Befreiung, die er auch im Sport spürt. In einem neuen Interview erzählt er von weniger Selbstzweifeln und der Bedeutung offen schwuler Vorbilder.

Mika Brunold
Skyscraper2010/Wikimedia - CC BY-SA 4.0

Seit Mika Brunold offen zu seiner Homosexualität steht, kann er sich nach eigener Einschätzung besser auf sein Spiel konzentrieren. „Ich habe mehr Selbstvertrauen und weniger negative Gedanken“, sagte er in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger aus Zürich. Dadurch bleibe ihm mehr Energie für Tennis.

Der Schritt war lange gereift

Brunold hatte sich im November 2025 auf Instagram als schwul geoutet. Der Zeitpunkt nach dem Saisonende fühlte sich für ihn richtig an. Zuvor hatte er vor allem mit seiner Mutter gesprochen, die ihn darin bestärkte, sich nicht länger verstecken zu müssen.

Besonders berührt haben ihn Nachrichten von Menschen, denen sein Coming-out beim eigenen Schritt an die Öffentlichkeit oder beim Gespräch mit ihren Eltern geholfen hat. Die Rolle als Vorbild empfindet er deshalb als etwas Positives. Zugleich erinnert er daran, wie allein man sich auf der Tour fühlen kann, wenn man niemanden kennt, der offen mit derselben Erfahrung umgeht.

In Tulln gewann er gegen einen Mann, der ihn bestärkt hatte

Für Brunold selbst war João Lucas Reis da Silva ein Vorbild. Dessen Coming-out und die überwiegend positiven Reaktionen darauf hatten ihm Mut gemacht. Am 13. September trafen die beiden ausgerechnet im Finale der NÖ Open in Tulln aufeinander: Brunold gewann seinen ersten Titel auf der ATP-Challenger-Tour.

Der Schweizer setzte sich gegen den Brasilianer mit 6:4, 6:3 durch. Brunold war über die Qualifikation ins Turnier gekommen und hatte auf dem Weg zum Titel sieben Partien innerhalb von acht Tagen gewonnen. Für ihn wurde das Turnier in Niederösterreich damit zu einem sportlichen Meilenstein.

Auf den ersten Titel folgte der nächste

Gut einen Monat später, am 18. Oktober, gelang Brunold in Roanne der zweite Challenger-Turniersieg. Gegen den Franzosen Matteo Martineau drehte er im Finale den Spieß um, nachdem er den ersten Satz verloren hatte, und gewann mit 2:6, 7:6 und 6:1. Damit bestätigte er seinen Erfolg auf Sand in Tulln wenige Wochen später auf einem Hallen-Hartplatz.

Über sein Coming-out spricht Brunold offen, doch im Mittelpunkt soll seine sportliche Arbeit stehen. „Ich bin Tennisspieler, nicht der schwule Tennisspieler“, stellte er im Interview klar. Dass er dadurch anderen helfen kann, ist für ihn trotzdem wichtig.

Könnte Ihnen gefallen

WWE NXT (27.10.26): John Cena vor Ankündigung! Parkplatz-Chaos! Dusty-Classic-Finale steht fest! ...

Power-Wrestling vor 1 Stunde

Mika Brunold auf Erfolgskurs: Schwuler Schweizer schreibt Sportgeschichte

schwulissimo.de vor 1 Tag