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Er galt als eines der größten Talente, die Borussia Dortmund seit Jahren hervorgebracht hatte. Doch der BVB konnte Paris Brunner nicht halten. Zwei Jahre später scheint das Szenario einzutreten, das viele schon damals befürchteten: Der Youngster startet anderswo richtig durch – und ist für Dortmund womöglich schon jetzt kaum noch zu bezahlen.
Brunner hat bei der AS Monaco einen regelrechten Traumstart hingelegt. Sieben Tore in acht Pflichtspielen, dazu eine Vorlage. Jetzt sollen sich mit dem FC Liverpool und Paris Saint-Germain zwei europäische Schwergewichte um den 20-Jährigen bemühen. Besonders bitter für den BVB: Eine mögliche Ablöse von mindestens 30 Millionen Euro würde eine eigentlich clever ausgehandelte Rückholklausel beinahe wertlos machen.
📌 Fakten zu Paris Brunner
Schon in der Jugend war Brunner eine absolute Ausnahmeerscheinung. Für die Dortmunder U19 erzielte er in 38 Ligaspielen 24 Tore und bereitete zehn weitere vor. Als der U17-Weltmeister 2024 seinen Abschied forcierte, mussten die Verantwortlichen eine unangenehme Entscheidung treffen.
In Monaco trifft Brunner plötzlich wie am Fließband. In der Ligue 1 gelangen ihm bereits vier Tore in seinen ersten fünf Einsätzen. Zuletzt war er beim 2:1 gegen ZSKA Sofia in der Conference League erneut an beiden Treffern beteiligt. Ein Tor, eine Vorlage – anschließend wurde er zum Spieler des Spiels gewählt.
Diese Leistungen bleiben offenbar auch den ganz großen Klubs nicht verborgen. Transferjournalist Ekrem Konur berichtet, dass insbesondere Liverpool den deutschen U21-Nationalspieler intensiv beobachtet. Scouts sollen Brunner bereits vor Ort unter die Lupe genommen haben. Auch PSG beschäftige sich mit dem Angreifer.
Konkrete Verhandlungen zwischen den Klubs gibt es dem Bericht zufolge noch nicht. Trotzdem soll Monaco bereits eine klare Vorstellung vom Preis haben: Hält Brunner seine starke Form, verlangen die Monegassen im Winter demnach mindestens 30 Millionen Euro als feste Ablöse verlangen. Die genannte Größenordnung dürfte beim BVB für Ernüchterung sorgen.
Denn Dortmund hat sich bei Brunners Abgang durchaus abgesichert. Denn der BVB besitzt ein sogenanntes Matching Right. Sollte Monaco ein Angebot eines anderen Vereins akzeptieren, dürften die Dortmunder zu identischen Konditionen nachziehen und würden dann auch den Zuschlag kriegen.
Auf dem Papier ein kluger Schachzug. Nur hilft dieses Recht wenig, wenn die Konkurrenz finanziell in anderen Dimensionen unterwegs ist. 30 Millionen Euro für einen Spieler zu bezahlen, den man zwei Jahre zuvor für gut vier Millionen abgegeben hat, wäre für Dortmund eine enorme Investition. Zumal der BVB längst wieder Millionen in neue Offensivtalente gesteckt hat.
Eine günstige Rückkaufoption ist das Matching Right ausdrücklich nicht. Dortmund müsste die von Monaco akzeptierten Konditionen erfüllen. Und selbst dann müsste Brunner einer Rückkehr zustimmen. Gegen zahlungskräftige Interessenten wie Liverpool oder PSG wäre das alles andere als ein Selbstläufer.
Besonders schmerzhaft ist diese Entwicklung mit Blick auf die damalige Vorgeschichte. Der BVB wusste genau, welches Talent er da verlieren würde. Der damalige Sportdirektor Sebastian Kehl erklärte beim Abschied: „Wir hätten Paris gerne langfristig an Borussia Dortmund gebunden, leider wollte er den von uns aufgezeigten Weg nicht mitgehen.“
Einfach fahrlässig verschenkt hat Dortmund seinen Nachwuchsstar also keineswegs. Brunner war mit seiner sportlichen Perspektive unzufrieden, eine Vertragsverlängerung kam nicht zustande. Der Verkauf war unter diesen Umständen nachvollziehbar.
Zwei Jahre später droht die Rechnung trotzdem bitter auszufallen. Aus dem einstigen BVB-Juwel ist ein umworbener Torjäger geworden, dessen Marktwert rasant steigt. Die Rückholklausel könnte sich als kaum nutzbar erweisen, bevor Dortmund überhaupt ernsthaft über eine Rückkehr nachdenkt.