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Johannes Golla von der MT Melsungen und Niklas Theiß von der HSG Wetzlar standen beim Kantersieg der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Belgien im Blickpunkt. Die Gründe dafür waren ziemlich verschieden.
Kurz vor der Halbzeit-Pause des EM-Qualifikationsspiels der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Belgien wurde es richtig laut. 12.684 Zuschauer in der Berliner Arena machten ordentlich Rabatz. Die Handball-Fans bewiesen Gespür, denn der Grund für den ohrenbetäubenden Jubel war das erste Länderspieltor für den Nationalmannschafts-Debütanten Niklas Theiß von der HSG Wetzlar. Zuvor hatte Theiß, eines der größten Talente im deutschen Handball, schon einmal den linken Torpfosten getroffen, der Wurf kurz danach schlug zum 22:17 ein. Ein Tor, welches der 23-Jährige sicherlich nicht vergessen wird.
Ansonsten lief es für die deutsche Handball-Nationalmannschaft gegen den Außenseiter Belgien lange mäßig, vor allem die Abwehr bekam das Team von Trainer Alfred Gislason lange keinen Zugriff auf die Würfe des Gegners, auch wenn am Ende ein klarer 42:32-Sieg heraussprang. Doch auch für den zweiten Hessen im DHB-Team war das Spiel ein ganz besonderes. Es war das erste Länderspiel, nachdem der gebürtige Rüdesheimer Golla mit seinem Wechsel-Wunsch von der MT Melsungen zurück nach Flensburg (trotz laufendem Vertrags) für ordentlich Wirbel gesorgt hatte.
Überall wo Golla - mittlerweile mit wallendem Langhaar - derzeit aufkreuzt, geht es immer nur um das eine Thema: Wann hat das Wechsel-Chaos bei ihm ein Ende? Der Deutsche Handball-Bund (DHB) und auch sonst alle Beteiligten sehnen ein schnelles Ende herbei, auch weil im Januar die WM im eigenen Land ansteht und dann ein Nationalmannschafts-Kapitän Golla gebraucht wird, der den Kopf frei hat. Das EM-Quali-Spiel gegen Belgien war zudem ein besonderes für Golla, weil er am Spieltag seinen 29. Geburtstag feierte.
Selbstredend nicht mit einer Party, aber immerhin tagsüber mit etwas Quality Time. "Es war ein entspannter Tag. Die Vorbereitung hat gut geklappt. Zudem sind meine Frau und die Kinder zu Besuch gekommen", berichtete Golla. Seine Mitspieler hätten ihn zudem mit einem Geburtstagskuchen überrascht. Die Diskussionen um seinen Wechselwunsch seien kein Thema gewesen: "Ich blende das eher aus, weil ich nichts zu erzählen habe und dann hier die Atmosphäre genießen will. Dass es unbeschwert ist", sagte der Kreisläufer.
Zupackend: Kapitän Golla macht in der Abwehr seinen Job
Golla warf vier Tore und machte in der Abwehr ein ordentliches Spiel. Insgesamt war er jedoch nicht so begeistert vom Auftritt seiner Nationalmannschaft gegen Außenseiter Belgien. "Das Spiel war sicherlich nicht unser bestes und man hat gesehen, dass wir uns ein halbes Jahr nicht gesehen haben", sagte Golla. Die Mannschaft müsse "noch viel arbeiten", um bei der Heim-WM im Januar ein gutes Turnier zu spielen.
Es ist also noch Luft nach oben. Schon am Sonntag haben Golla, Theiß und der Rest der DHB-Auswahl die Gelegenheit, es besser zu machen. Dann steht das zweite EM-Qualifikationsspiel in der Slowakei an (im Livestream ab 17.50 Uhr bei sportschau.de).