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„Es hört ja nicht auf“: Als vierfacher Vater schlägt Ski-Star Felix Neureuther Alarm und spricht offen über seine Angst vor Cybermobbing und WhatsApp-Schikanen.
München – Für Felix Neureuther ist die digitale Welt längst zur ernsten Gefahr für den Nachwuchs geworden. Im Podcast „Pizza & Pommes“, den die Ski-Legende gemeinsam mit BR-Reporter Philipp Nagel moderiert, sprach der 42-Jährige nun offen und nachdenklich über das Thema Mobbing – angetrieben von der ganz persönlichen Sorge um seine eigene Familie.
Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der ehemaligen Weltcup-Biathletin Miriam Neureuther (36), hat der Münchner vier Kinder im Alter von einem bis acht Jahren (Matilda, Leo, Lotta und Mats). Zwar seien die Kleinen „noch nicht so in dem Social-Media-Alter drin, zum Glück“, dennoch blickt der viermalige Familienvater mit großem Respekt auf die kommenden Schuljahre.
„Das ist so tough. Also natürlich in erster Linie für das Kind, aber auch als Elternteil“, gestand Neureuther und sprach die quälenden Fragen vieler Mütter und Väter aus: „Wie geht man damit um und wie schafft man das? Muss man das Umfeld des Kindes dann ändern? Soll man sich als Elternteil doch irgendwie einmischen?“
Nach Neureuthers Beobachtung hat das Smartphone das Mobbing unter Schülern radikal verändert: Was früher auf dem Pausenhof endete, verfolgt Kinder heute rund um die Uhr bis ins eigene Schlafzimmer. „Es hört ja nicht auf!“, warnte der frühere Weltklasse-Athlet. Vor allem Messenger-Dienste wie WhatsApp würden immer häufiger zur Waffe, in denen „wahnsinnig viele Menschen gedisst“ werden.
Die Gefahr beginne erschreckend früh, bereits in der dritten und vierten Klasse, wenn erste eigene Smartphones angeschafft werden. Als konkretes Beispiel nannte Neureuther manipulierte, KI-generierte Bilder von Mitschülern, die zur Belustigung in Chatgruppen herumgeschickt werden. Für Neureuther ein alarmierender Trend: Der Ex-Skistar fordert deshalb schon länger ein radikales Social-Media-Verbot für Schulkinder nach australischem Vorbild und versucht mit seiner Stiftung „Beweg dich schlau!“ Kinder für Sport und reale Gemeinschaft statt Bildschirm-Konsum zu begeistern.
Seine Botschaft an betroffene Familien ist eindeutig: Ausgrenzung und Schikane dürfen am Küchentisch kein Tabuthema sein. Nur wenn Kinder das Vertrauen haben, sich frühzeitig zu öffnen, können Eltern und Lehrer gemeinsam gegensteuern. Für Neureuther steht fest, dass der beste Schutz gegen Mobbing in einem stabilen, liebevollen Rückhalt zu Hause liegt: Entscheidend sei ein Umfeld, das dem Kind Selbstwertgefühl vermittelt und ihm zeigt, dass es niemals allein gelassen wird – egal, wie laut der digitale Gegenwind auch sein mag. (fpt)