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7. Spieltag der Fußball-Bundesliga: Füllkrug trifft immer weiter
Niclas Füllkrug steht nun bei acht Saisontreffern und führt die Torjägerliste der Fußball-Bundesliga an.
Niclas Füllkrug steht nun bei acht Saisontreffern und führt die Torjägerliste der Fußball-Bundesliga an.Foto: Harald Bremes/Jan Huebner/Imago

Wie kommt man für eine solche Aktion ohne Verwarnung davon?

Als Said El Mala kurz vor der Halbzeitpause den Schalker Soufiane El-Faouzi schubste, hatte er den folgenden Ausgang vermutlich nicht beabsichtigt: dass El-Faouzi die Balance verlieren und in seinen Teamkollegen Robin Gosens rasseln würde. Beide bluteten sofort so stark, dass die Kölner Teamärzte den Schalker Kollegen bei der Ersten Hilfe helfen mussten. Schiedsrichter Harm Osmers sprach allerdings nicht einmal eine Verwarnung aus; dabei hatte Mala den Blick bei seinem Einsatz schon sehr auf El-Faouzi gerichtet, er schien den Auffahrunfall zumindest fahrlässig riskiert zu haben. Vom Feld mussten dafür, mit blutverschmierten Trikots und verbundenen Köpfen, die sichtlich benommenen El-Faouzi und Gosens. Es waren die Ausfälle sieben und acht binnen einer Woche, rechnete Trainer Miron Muslic später vor.

Der medizinische Sondereinsatz nahm der bis dahin schon wenig ansehnlichen Partie den letzten Schwung. Die beste Chance vergab kurz vor der Halbzeit, nun, El Mala: Nach scharfer Hereingabe prallte der Ball an sein Knie und von dort über das Tor. Besser wurde es in Halbzeit zwei nicht mehr, dafür nach der Partie. Da sagte El Mala am Sky-Mikrofon zum Schalker Zusammenprall: „Mir tut das unfassbar leid.“

Wie gewinnt man mit einer derart durchgewirbelten Startelf?

Rotation nach einem Champions-League-Spiel ist nichts Ungewöhnliches, aber so viele Spieler auf einmal? Auf acht Positionen tauschte der Leipziger Trainer Martin Demichelis seine Startelf nach der 1:4-Niederlage am Mittwoch im Santiago Bernabéu. Sogar der bisher überzeugende Torhüter Maarten Vandevoordt musste für den Norweger Örjan Nyland weichen.

Nun ist Elversberg tatsächlich nicht Real Madrid, der radikale Umbau förderte den Leipziger Spielfluss zunächst aber auch nicht. Die SVE hatte durch einen Volleyschuss von David Mokwa die beste Chance der ersten Halbzeit, der etwas zu weit vor dem Tor stehende Nyland entschärfte den Knaller mit einem sehenswerten Sprung. Zu Beginn der zweiten Halbzeit war dann aber ein einziger Sprint von Antonio Nusa zu viel für den Aufsteiger. Der Norweger verschaffte sich Platz für einen Pass auf Tidiam Gomis, der die Führung erzielte. Elversberg wurde mutiger, doch ein Spieler von Nusas Qualität weiß das auszunutzen. Mit einem Steilpass schickte er Romulo, der zum 2:0 traf. Rückkehrer Christoph Baumgartner erzielte per Kopf das 3:0, erneut Romulo nach starker Vorarbeit des eingewechselten Abdoul Koné den 4:0-Endstand in der Nachspielzeit.

Leipzigs 1:4 in Madrid

:Baumgartner kämpft gegen die Gefühle

Im Bernabéu-Stadion gibt der Österreicher Christoph Baumgartner nach seiner Muskelverletzung sein Comeback und reagiert emotional. Trotz der 1:4-Niederlage plädieren er und seine Mitspieler für ihren Trainer Martin Demichelis.

Für Demichelis war der Sieg wichtig. Nach dem 1:6 in München und dem 1:4 in Madrid eine so riskante Startaufstellung zu wählen, hätte nach hinten losgehen können. Leipzig hat damit alle seine Heimspiele in der Bundesliga gewonnen. Sie stehen aber nicht höher in der Tabelle, weil sie bisher auch alle Auswärtsspiele verloren haben. Kommende Woche kann es RB im Pokal in Essen und dann in der Bundesliga auf Schalke probieren.

Ist man mit acht Saisontoren wirklich zu alt fürs Nationalteam?

Jürgen Klopp meinte vor ein paar Tagen, Niclas Füllkrug schieße in der Bundesliga zwar ein Tor nach dem anderen, aber der Bremer Angreifer sei nun mal 33 Jahre alt – das sei nicht seine Schuld. Und was soll man sagen? Der Bundestrainer hat mit allem weiterhin Recht. Füllkrug erzielte auch in Mainz ein Tor nach dem anderen – er versenkte zwei Elfmeter in der siebten und in der 25. Minute – und ist immer noch 33 Jahre alt. Was daraus folgt? Einerseits wollte Klopp mit der Bemerkung, dass das Alter nicht in seinen Verantwortungsbereich falle, darauf hinweisen, dass die nächste Europameisterschaft erst 2028 stattfindet, er seine Mannschaft auf dieses fernere Ziel hin entwickle. Gleichzeitig ließ Klopp für Füllkrug eine Hintertür offen und wahrscheinlich ist er ganz froh darüber, nun, da Füllkrug mit acht Treffern die Torjägerliste anführt.

Die Mainzer Defensive half dem Bremer Stürmer freundlich bei dessen erneuter Bewerbung fürs Nationalteam. Erst ging Stefan Posch zu ungestüm in den Zweikampf, dann Danny da Costa. Nachdem Füllkrug selbst das 3:0 und damit den Hattrick verpasst hatte, erzielte Anthony Caci per Kopf den Anschlusstreffer, vor der Pause hätten Phillip Tietz und Phillipp Mwene auch gut und gerne den Ausgleich erzielen können. In der zweiten Halbzeit bereitete der starke Außenverteidiger Arthur das 3:1 vor, ein abgefälschter Schuss von Ludovit Reis fand den Weg ins Mainzer Tor. Jae-Sung Lee erzielte im Gegenzug das 2:3 – mehr war für Mainz nicht mehr drin.

Mit wie vielen Verletzungen kann weiter gewinnen?

Nun, dieses Experiment, das der Hamburger SV seit einigen Wochen unfreiwillig aufführt, stieß nach zuletzt drei Siegen bei Aufsteiger Paderborn an seine Grenze. Mittelfeldwuseler Fabio Vieira schleppte sich nach einer Viertelstunde vom Feld, kurz darauf saß der Portugiese mit dick bandagiertem Oberschenkel auf der Bank. Die nächste Muskelverletzung? HSV-Trainer Merlin Polzin probierte es nach der Pause mit dem Sturmduo Otto Stange und Terem Moffi, die besseren Chancen erspielten sich aber die Paderborner. Hamburg verlor indes den nächsten Akteur, Bilal Nadir griff sich an den Oberschenkel, verließ ebenfalls das Feld.

Und dann traf in der 88. Minute doch noch ein Hamburger – allerdings einer, den der HSV an, genau, Paderborn ausgeliehen hat. Rayan Philippe spielte an der Strafraumkante einen feinen Doppelpass mit Felix Götze, traf satt aus knapp 20 Metern. Dass Götze unmittelbar zuvor Hamburgs Warmed Omari mit dem Gesäß umgerempelt hatte, blieb trotz heftiger Hamburger Proteste ungeahndet.

Wieso ist Union Berlin plötzlich ein Fall für Ratesendungen im Privatfernsehen?

Unter der Woche hatten sie viel Spaß bei Union Berlin. Bei „Wer wird Millionär“ musste der Kandidat Noah Petrik für 2000 Euro den Namen des Berliner Trainers erraten. Nebst der korrekten Antwort (Mauro Lustrinelli) standen Igor Spassikowski, Erling Gaudigaard und Jimmy Sexyhexi zur Auswahl. Petrik wähnte bei den Köpenickern womöglich einen Trainer sowjetischer Schule am Werk und wählte Igor Spassikowski. Statt 2000 Euro zu gewinnen, lud ihn Union nach der Sendung zur Partie am 1. November gegen Köln ein, um die korrekte Antwort kennenzulernen.

Beim FC Augsburg hatte Spassikowski, Pardon, Lustrinelli, am Samstag zunächst keine Gaudi. Sein Verteidiger Felix Uduokhai – auch ein Name mit Potenzial für Ratesendungen– spielte als letzter Mann einen derart schlampigen Pass, dass er Augsburgs Michael Gregoritsch nur noch platzverweiswürdig vom Torschuss abhalten konnte. Augsburg spielte in Überzahl allerdings auch nicht gerade sexyhexi; besser wurde es, nachdem ihr Verteidiger Juma Bah mit gestrecktem Bein auf das Knie von Unions Andras Schäfer gestanden und ebenfalls Rot gesehen hatte. Han-Noah Massengo traf umgehend per Kopf (71.). Die Augsburger Gaudi währte aber nur drei Minuten, dann flipperte der Ball durch ihren Strafraum, Janik Haberer traf zum 1:1-Endstand.

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