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Nach dem Zusammenbruch von Vincent Kompany rückt auch beim HSV die Gesundheit verstärkt in den Fokus. Welche Gespräche Krüger mit Polzin und dem Team führt.
Das Thema Gesundheit wird von den Verantwortlichen im Volkspark aktiv gelebt. Am Mittwoch nahmen Sportdirektor Claus Costa und e.V.‑Präsident Henrik Köncke als Duo am Fitness-Wettkampf Hyrox in Hamburg teil und überzeugten mit einer Zeit von einer Stunde und drei Minuten. Auch die Coaches um Merlin Polzin und Loic Favé treiben Sport, um sich fernab des Fußballs abzulenken – denn der Job als Profitrainer kann ziemlich hart sein.
Der Schock um Bayern-Chefcoach Vincent Kompany, der am vergangenen Freitag auf dem Trainingsgelände des Rekordmeisters zusammengebrochen war und ins Krankenhaus eingeliefert wurde, sorgte auch in Hamburg für Bestürzung. Vorständin Kathleen Krüger, die bis zu ihrem Amtsantritt beim HSV 16 Jahre lang bei den Münchnern gearbeitet hatte, sagte bereits am Samstag in Paderborn: „Ich hoffe, dass es Vinnie sehr schnell viel besser geht.“
Am Dienstagabend, am Rande des DFB-Pokalspiels gegen Frankfurt (1:3), bezog die HSV-Chefin erneut Stellung zu der sensiblen Thematik. „Das hier ist eine Unterhaltungsbranche, es geht immer um ganz, ganz viel – aber man darf nicht vergessen, dass hinter den Trainern auch Menschen stehen“, sagte Krüger bei Sky. Während ihres Interviews wurde erneut deutlich, dass der Vorfall um Kompany sie in den vergangenen Tagen intensiv beschäftigt hat.
Die Managerin will beim HSV umsichtig mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgehen. Sie weiß, dass nicht zuletzt das Trainerteam um Polzin täglich viel Herzblut investiert, um zu analysieren, die Einheiten vorzubereiten, den kommenden Gegner zu studieren und Gespräche mit den Spielern zu führen. Die Arbeitstage sind mitunter lang – weil die Coaches sich nicht vorwerfen lassen wollen, mögliche Details außer Acht gelassen zu haben. Das kostet Zeit.
Krüger verriet nun, dass sie darauf aufpasst, dass ihre HSV-Kollegen nicht überdrehen. Denn sie weiß allein über den Chefcoach: „Merlin ist vom Trainertyp her jemand, der einfach sehr viel einzahlt in die Mannschaft – auch weit über den Trainings- und Spielbetrieb hinaus.“ Im Wissen um das hohe Arbeitspensum hat sie daher schon „das eine oder andere Gespräch“ mit Polzin zum Thema Gesundheit geführt. Das geschah auch schon vor Kompanys Erkrankung.
Bayerns Sportvorstand Max Eberl erklärte am Mittwoch, dass der Belgier eine Hirnhautreizung erlitten hat. Die gute Botschaft: Kompany konnte das Krankenhaus nun wieder verlassen. Aber in München werden sie weiterhin sehr behutsam mit dem 40-jährigen Ex-HSV-Profi umgehen.
Hamburgs Co-Trainer Favé, zugleich als sportlicher Leiter im Nachwuchs tätig, hatte in einem MOPO-Interview im Februar 2025 mal erzählt: „Ich persönlich habe schon immer 24/7 Fußball gemacht. Ich empfinde das nicht als wahnsinnig viel Arbeit oder Stress. Die Jobs sind super kombinierbar.“ Die HSV-Trainer lieben und leben ihren Beruf. Das Beispiel Kompany hat jetzt aber nicht nur Krüger gezeigt, dass Vorsicht geboten ist – und Gesundheit das Wichtigste ist.