Zurück
Audi hat in seiner ersten Formel-1-Saison eine hartnäckige Schwachstelle: die Starts. Während der deutsche Hersteller beim Renntempo inzwischen regelmäßig mit der Konkurrenz im Mittelfeld mithalten kann, verlieren Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto auf den ersten Metern immer wieder wertvolle Positionen.
Beim Großen Preis der USA in Austin wird das Problem für Hülkenberg erneut zum Verhängnis. Der Deutsche geht von einem aussichtsreichen elften Startplatz ins Rennen, fällt nach einem ungewöhnlichen technischen Zwischenfall jedoch weit zurück. Am Ende kämpft er sich zwar wieder auf Rang elf nach vorne, verpasst die Punkteränge aber knapp.
Ausgerechnet das sogenannte Anti-Stall-System macht Hülkenberg einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich soll die elektronische Hilfe verhindern, dass der Motor bei zu niedriger Drehzahl abstirbt. In Austin greift das System jedoch zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt ein.
"Am Start ging das Auto in Anti-Stall, aber nicht sofort", berichtet der 38-Jährige. "Ich fuhr die ersten paar Meter und dann kam das Anti-Stall, was sich komisch anfühlte."
Der Audi verliert dadurch kurzzeitig seinen Vortrieb. Hülkenberg wird von mehreren Konkurrenten überholt und liegt nach der ersten Runde nur noch auf Platz 16.
Was den unerwarteten Eingriff ausgelöst hat, ist zunächst unklar. "Wir müssen analysieren, was da genau falsch gelaufen ist", fordert der Deutsche.
Besonders ärgerlich: Im weiteren Rennverlauf stimmt die Geschwindigkeit. Hülkenberg arbeitet sich wieder durch das Feld, kann den Zeitverlust aus der Anfangsphase aber nicht mehr wettmachen.
"Das brachte uns ins Hintertreffen und wir machten die einfacheren Überholmanöver, aber da war der Abstand zu Pierre und Liam natürlich schon zu groß", erklärt der Audi-Pilot.
Gemeint sind Alpine-Fahrer Pierre Gasly und Liam Lawson von den Racing Bulls. Sie belegen am Ende die Plätze zehn und neun. Für Hülkenberg bleibt dagegen nur der undankbare elfte Rang.
Dass Audi beim Losfahren Schwierigkeiten hat, ist kein neues Phänomen. Gerade in der ersten Saisonhälfte verlieren beide Fahrer regelmäßig Positionen, noch bevor sich das Feld richtig sortiert hat.
Eine Auswertung zur Saisonhalbzeit zeigt das Ausmaß: Hülkenberg hat in der ersten Runde eines Rennens insgesamt eine Bilanz von -35 Positionen und ist damit der zweitschlechteste Starter im Feld. Teamkollege Bortoleto kommt auf eine Bilanz von minus zwölf Plätzen und liegt in dieser Wertung damit auf Rang 17 der 22 Fahrer.
Zwar hat Audi im Laufe der Saison Fortschritte bei den Starts gemacht. Vollständig abgestellt sind die Schwierigkeiten aber offensichtlich noch nicht.