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In Gröden: Der Südtirolspezialist schlägt wieder zu

Giovanni Oradini gewinnt das Raiffeisen ITF M15 Val Gardena Südtirol – Der 29-jährige Trentiner bezwingt im Finale Nachwuchshoffnung Simone Massellani mit 6:3, 6:4 und feiert seinen dritten Titel auf Südtiroler Boden.

Giovanni Oradini triumphierte in Gröden. © Diego Runggaldier

Von: pm

Wenn Giovanni Oradini nach Südtirol kommt, fühlt er sich wie zu Hause. Und meistens spielt er auch so. Nach seinem Erfolg bei der Sparkasse Alperia Trophy 2023 in Bozen und dem Turniersieg 2024 in Wolkenstein hat der Linkshänder aus Rovereto erneut in Gröden zugeschlagen. Im Finale des Raiffeisen ITF M15 Val Gardena Südtirol setzte sich der 29-Jährige am Samstag gegen den elf Jahre jüngeren Simone Massellani mit 6:3, 6:4 durch. Sein sechster ITF-Titel insgesamt, der dritte in Südtirol und der erste in diesem Jahr.

Den Unterschied machten am Ende ein Break pro Satz, ein bärenstarker Aufschlag (10:0-Asse) und die Routine in den entscheidenden Augenblicken. Oradini spielte keineswegs ohne Anspannung. Von der Grundlinie fehlte ihm bisweilen die gewohnte Lockerheit. Doch wenn es eng wurde, fand der Favorit die richtige Antwort.

Das zeigte sich besonders im letzten Spiel. Beim Stand von 4:5 im zweiten Satz ließ sich Massellani während einer medizinischen Auszeit behandeln. Danach geriet Oradini beim Aufschlag zum Titel mit 0:40 in Rückstand. Drei Chancen für den jungen Herausforderer, dem Finale noch eine Wende zu geben. Doch der Mann aus Rovereto wehrte alle drei Breakbälle ab und brachte den Sieg ins Trockene.

„Der Aufschlag hat mir heute sehr geholfen. Von hinten war ich nicht so locker. Ich war der Favorit und wollte unbedingt gewinnen“, erklärte Oradini. „Aber in den engen Phasen war ich da und konnte mich auf meinen Aufschlag verlassen.“

Dass seine Familie und seine Freundin den Erfolg vor Ort miterlebten, machte den Tag für ihn besonders. „Ich bin hier wie zu Hause und fühle mich sehr wohl. Die Bedingungen kommen meinem Spiel entgegen.“
Für Oradini ist der Titel auch eine Bestätigung nach schwierigen Zeiten. Eine Handgelenksverletzung hatte hatte die ehemalige Nummer 352 der Welt in den vergangenen beiden Jahren zurückgeworfen. Nun hat er die Beschwerden im Griff und möchte wieder auf der Challenger-Tour angreifen. Zunächst wartet allerdings ein anderes Programm: Gestern ging es mit ATA Battisti in der Serie A1 weiter, anschließend reist er als Trainingspartner zu den ATP Finals nach Turin.

Massellanis Abschied von den Junioren

Für Massellani endete eine bemerkenswerte Woche mit einer Niederlage, die seinen starken Auftritt kaum schmälert. Der 18-Jährige aus Cuneo konnte im Finale zwar nicht ganz an seine vorherigen Leistungen anknüpfen, hielt die Partie aber bis zum letzten Aufschlagspiel offen.
„Giovanni hat gut serviert. Im ersten Satz habe ich mir damit sehr schwergetan. Im zweiten hat sein Aufschlag etwas nachgelassen“, sagte Massellani. Letztlich habe ein Break pro Satz entschieden.
Für den besten Italiener des Jahrgangs 2008 war Wolkenstein das letzte Turnier der Saison – und zugleich der Abschluss seiner Juniorenzeit.

Ab Februar will er auf der Herrentour bei M15- und M25-Turnieren angreifen. Das Rüstzeug bringt er mit: Platz 19 in der Juniorenweltrangliste, Auftritte bei allen vier Junioren-Grand-Slams in diesem Jahr und das Viertelfinale bei den US Open stehen bereits in seiner Bilanz.
Mit Jannik Sinner durfte er ebenfalls schon trainieren. In Wimbledon stand er dem Sextner vor einer Partie eine Stunde lang als Trainingspartner gegenüber. Eine kleine Parallele verbindet die beiden nun auch in Gröden: Sinner verlor 2018 als 17-Jähriger das Endspiel der ersten Turnierauflage gegen Peter Heller. Massellani musste sich diesmal mit 18 im Finale geschlagen geben. Eine Niederlage, die also keineswegs eine schlechte Zukunft verheißen muss.

Plunger und Figl überzeugen

Auch die heimischen Spieler hinterließen ihre Spuren. Manuel Plunger aus Partschins erreichte das Halbfinale, in dem ihn der spätere Sieger Oradini mit 6:2, 6:3 stoppte. Maximilian Figl vom TC Rungg lieferte Lorenzo Bocchi im Viertelfinale beim 6:7 (5), 4:6 einen engen Kampf und stand mit Daniel Amarandei auch im Doppel unter den letzten vier.
Für den an Nummer 3 gesetzten Brixner Pietro Fellin kam das Aus bereits in der Auftaktrunde. Sein Bezwinger beim knappen 5:7, 5:7 war allerdings kein Geringerer als der spätere Finalist Massellani.

Daniel Lechner spielte sich mit zwei starken Qualifikationssiegen ins Hauptfeld, ehe ihn eine Fingerverletzung zur Aufgabe zwang. Daniel Haller vom TC Gherdeina, Fabian Hinteregger von Tennis Brixen sowie die Rungger Mattia Cona, Kilian Dallapiazza und Daniel Faustini sammelten wertvolle internationale Erfahrung. David Simoncelli vom CT Rovereto feierte seine ersten beiden Siege auf ITF-Niveau und stand im Hauptfeld nahe an seinem ersten ATP-Punkt.

Den Doppeltitel sicherten sich die topgesetzten Jacopo Bilardo und Lorenzo Rottoli mit einem 7:5, 6:1 gegen Lorenzo Bocchi und Raffaele Ciurnelli.

Die nächste internationale Tennisrunde in Gröden lässt nicht lange auf sich warten. Ab dem 22. November stehen die Damen im Mittelpunkt: In St. Ulrich und Wolkenstein finden nacheinander zwei ITF-W50-Turniere statt. Dann geht es auch um wertvolle Weltranglistenpunkte mit Blick auf die Australian Open.

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