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von Markus Becker · Heute, 14:45 Uhr · 0 Leser
Rot-Weiss Essen reist mit reichlich Selbstvertrauen zum FC Ingolstadt. Am Samstag (14 Uhr) soll im Audi-Sportpark der nächste Schritt folgen, rund 800 Gästefans werden die Mannschaft begleiten. Dabei winkt sogar der Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz: Mit einem Sieg würde RWE zunächst an Viktoria Köln vorbeiziehen. Die einen Punkt besser platzierten Kölner treten erst am Sonntag beim Spitzenreiter MSV Duisburg an. Gewinnt die Viktoria dort nicht, würden die Essener Rang zwei auch nach Abschluss des Spieltags behalten. Trainer Uwe Koschinat sieht vor dem Abschluss der englischen Woche viele Gründe für Zuversicht. Allerdings muss er einen weiteren personellen Rückschlag verkraften.
Aiman Dardari fällt für die Partie aus. Welche Verletzung den Offensivspieler genau außer Gefecht setzt, war zum Zeitpunkt der Pressekonferenz noch offen. "Wir müssen noch im Detail klären, um welche Form der Verletzung es sich handelt. Aber es ist definitiv nicht machbar, ihn mitzunehmen", erklärte Koschinat auf der Pressekonferenz vor der Begegnung. Dafür kehrt Jannik Hofmann nach seiner Gelbsperre in den Kader zurück.
Seit dem 2:5 zum Auftakt beim 1. FC Saarbrücken hat RWE in der 3. Liga nicht mehr verloren. Dass die Mannschaft angesichts dieser Serie nachlässig werden könnte, lässt sich für Koschinat im Alltag bislang nicht erkennen. "Da entdecke ich, dass wir, obwohl sehr jung, eine sehr, sehr erwachsene Mannschaft haben, eine sehr, sehr ehrgeizige Mannschaft“, betonte der Trainer. Seine Spieler wüssten genau, worauf die gute Phase beruhe. Selbst wenn nicht alles gelinge, wie beim 3:3 in Münster, sei die Widerstandsfähigkeit groß genug, um zurückzukommen.
Entsprechend wenig Anlass sieht Koschinat, die positive Stimmung einzufangen. Mut soll ausdrücklich zum Essener Spiel gehören. Dass diese Spielweise auch Gelbe Karten mit sich bringt, nimmt Koschinat grundsätzlich in Kauf. Ligaweit werden die 25 Verwarnugen von RWE nur von vier Kontrahenten übertroffen. "Wir müssen einfach einpreisen, dass diese junge, wilde Truppe vielleicht auch mal ein Foul zu viel macht. Aber in der Reihenfolge ist mir das deutlich lieber als umgekehrt."
Ein weiterer Mutmacher ist Dickson Abiama. Nach einem ausführlichen persönlichen Gespräch mit Koschinat zeigte der Angreifer gegen Fortuna Köln die gewünschte positive Reaktion. Gerade gegen einen Gegner, der unter seinem neuen Trainer stärker auf höheres Pressing setzt, könnte sein Tempo wertvoll werden.
Ingolstadt hat unter Achim Beierlorzer am Mittwoch mit dem 3:0 bei Waldhof Mannheim einen Befreiungsschlag geschafft. Zwar spielte der FCI lange in Überzahl, Koschinat rechnet dennoch mit einem gestärkten Gegner. Er warnte vor der individuellen Qualität und der hohen Strafraumpräsenz der Gastgeber. "Auf der anderen Seite kommen wir ja auch aus keiner ganz so schlechten Phase", hielt der RWE-Trainer fest.
Beierlorzer begegnet den Essenern seinerseits mit Respekt. "Essen hat sich gut verstärkt“, sagte er auf der Ingolstädter Pressekonferenz und nannte Semir Telalovic als Beispiel. Für seine Spieler sei das Duell mit dem Tabellendritten ein zusätzlicher Anreiz: "Das ist jetzt eine Top-Mannschaft, die hier auftritt, und das motiviert den einen oder anderen sicherlich noch mehr.“
Zu Hause wartet Ingolstadt allerdings noch auf den ersten Saisonsieg: Aus vier Heimspielen steht lediglich ein Punkt zu Buche. Auch die jüngsten direkten Duelle sprechen für RWE. Essen blieb in den vergangenen fünf Begegnungen ungeschlagen und gewann vier davon. In der vergangenen Saison setzte sich Rot-Weiss auswärts mit 2:1 und an der Hafenstraße mit 4:1 durch. Eine Bilanz, an die Koschinats Mannschaft am Samstag anknüpfen will.