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Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann rechnet nicht damit, dass Kapitän Joshua Kimmich noch eine lange Zukunft in der DFB-Elf hat.
Eine Debatte um Kimmich und dessen Rolle ist während der vergangenen XXL-Länderspielpause entbrannt. Der Bayern-Star absolvierte die ersten Nations-League-Partien unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp, musste den 44-Mann-Kader des DFB aber dann gemäß Absprache verlassen, obwohl er gerne geblieben wäre. Während dann andere Spieler auf seiner Position im zentralen Mittelfeld glänzten, bemühte sich Klopp, die aufkommende Diskussion im Keim zu ersticken.
Gelungen ist dem Coach das zumindest bei Hamann nicht. Dieser hält Kimmich schlicht für nicht gut genug, um auf Dauer das Zentrum in der Nationalmannschaft zu bekleiden.
Er stellte bei Sky 90 fest: "Nichtsdestotrotz haben der jetzige Barcelona-Trainer (Hansi Flick, d.Red.), der jetzige englische Nationaltrainer (Thomas Tuchel, d. Red.) und der letzte Bundestrainer Julian Nagelsmann, ihn alle auf Rechtsverteidiger gestellt." Hamann bezweifelte, ob Kimmich wirklich "Weltklasse" verkörpere, denn: "Die wichtigste Position im Fußball das zentrale Mittelfeld. Das ist der Maschinenraum, da werden Spiele gewonnen und verloren. Drei Trainer mit herausragenden Fähigkeiten haben ihn alle rechts hinten hingestellt. Und jetzt will mir einer sagen, dass er Weltklasse in der Mitte ist?"
Dass ihm FCB-Mitspieler Tom Bischof zügig den Rang abläuft, glaubt Hamann indes nicht. Er sieht zwei andere Akteure stärker als Kimmich: "Bischof ist ein toller Fußballer, keine Frage. Aber ich wäre da vorsichtig, ob er ein Spieler ist, der in der Mitte spielen kann. Nur für mich steht außer Frage, wenn wir morgen ein EM-Finale spielen, dass Pavlovic und Nmecha in der Mitte beginnen."
Hamanns Fazit zum 31 Jahre alten Kimmich: "Ich glaube, dass sich die Kapitänsfrage dann irgendwann von selbst erledigt, weil andere spielen werden."
Einer, der das offensichtlich anders sieht, ist Hamanns ehemaliger Bayern-Mitspieler Lothar Matthäus. Der deutsche Rekordnationalspieler nutzte die Nachberichterstattung des bayerischen 6:1-Kantersiegs gegen RB Leipzig in der Bundesliga am Samstag bei Sky, um ein Loblied auf Kimmich zu singen. Dieser sei ein "absoluter Leader. Nicht nur heute, sondern schon über Jahre hinweg. Wer bei Bayern Leader ist, kann es auch in der Nationalmannschaft. Und er ist so wichtig".
Es sei eben auch ein großer Fehler Nagelsmanns gewesen, seinen "Leader" bei der WM nicht auf der richtigen Position aufzustellen. Matthäus stellte klar: "Er macht entscheidende Dinge. Mit seiner Energie, mit seiner Persönlichkeit, seiner Ausstrahlung. Mit seiner sportlichen und fußballerischen Qualität ist er aus keiner Mannschaft wegzudenken."
Er hoffe nun, "dass diese Diskussion langsam aufhört. Er bringt alles mit, um diese Rolle nicht nur bei Bayern, sondern auch in der Nationalmannschaft, zu spielen".