Zurück
Lange mühte sich Eintracht Frankfurt gegen einen harmlosen 1. FC Köln. Doch dann griff Noel Aseko ganz tief in seine Trick-Kiste und bereitete das Siegtor durch Younes Ebnoutalib wunderbar vor (77. Minute).
Durch das 1:0 (0:0) am Freitagabend springt die Eintracht an den Kölnern vorbei und kommt nach sechs Spielen auf acht Zähler, Köln verpasste durch die Niederlage den theoretisch möglichen Sprung auf Rang fünf und hängt in der unteren Tabellenhälfte fest.
Im Vergleich zum Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach hatte Kölns Trainer René Wagner seine Startelf auf zwei Positionen verändert: Der verletzte Ellyes Skhiri und Mikey Moore (Bank) rotierten raus, Joel Schmied und Tom Krauß begannen. Das bedeutete auch eine taktische Umstellung, die Kölner agierten mit Dreier- beziehungsweise Fünferkette.
Wagners Gegenüber Adi Hütter setzte nach der zuletzt desolaten Leistung gegen RB Leipzig auf drei Neue: Mario Götze, Fares Chaibi und Ebnoutalib begannen für Can Uzun, Ansgar Knauff und Noel Aseko. Der in die Kritik geratene Kapitän Robin Koch durfte wie schon von Hütter angekündigt wieder von Anfang an auflaufen.
Beinahe hätte die Eintracht wie schon beim 0:6 gegen RB unmittelbar nach Anpfiff direkt den ersten Treffer kassiert, doch Noah Atubolu parierte gegen den links nach einem Stellungsfehler von Nnamdi Collins enteilten Marius Bülter (1.). Die Gastgeber arbeiteten sich rein in diese Begegnung: Chaibi scheiterte in der achten Minute nach einem guten Dribbling aus spitzem Winkel an FC-Keeper Marvin Schwäbe.
Danach beruhigte sich die Begegnung ein wenig und die Frankfurter bekamen nach und nach mehr Kontrolle, ohne daraus viel Druck zu kreieren. In der 21. Minute kam Chaibi mal nach einem langem Ball erneut links im Strafraum zum Abschluss, aber wieder war der Winkel gegen Schwäbe zu spitz. Nach einer halben Stunde musste auf der anderen Seite Atubolu sein ganzes Können aufbieten: Eine Freistoßflanke von links verlängerte Bülter mit dem langen Bein aufs kurze Eck, aber der Frankfurter Schlussmann reagierte glänzend.
Sekunden vor dem Pausenpfiff schloss Said El Mala noch einen Sprint über das ganze Feld mit seinem Signature-Schuss auf die lange Ecke ab - dachte man. Doch die Kugel rutschte dem Nationalspieler über den Spann und landete weit neben dem Kasten. Ein insgesamt fußballerisch ziemlich mauer erster Durchgang endete folgerichtig 0:0.
Hälfte zwei begann mit einem Ebnoutalib-Kopfball, der knapp rechts am Kölner Tor vorbei strich (48.), die Gastgeber waren besser aus der Kabine gekommen und kamen nun auch häufiger in Strafraumnähe. Eine Flanke nach der anderen segelte jetzt in den Kölner Sechzehner, Schwäbe parierte einen Kopfball von Lilian Brassier (54.), dann noch einen von Chaibi (58.), der eigentlich die Führung hätte bedeuten müssen. Der aufmerksame Kölner Torwart musste dabei zusehen, wie seine Vorderleute gar nicht mehr zu Entlastung kamen.
Um das zu ändern brachte Wagner Moore und Paul Okon-Engstler für Isak Johannesson und Linton Maina, sowie Alessio Castro-Montes für den angeschlagenen Schmied. Auf der anderen Seite musste Hütter Collins durch Ansgar Knauff ersetzen, nachdem Collins sich am linken Bein verletzt hatte. Außerdem kam Aseko für Götze. An der Dynamik dieser zerfahrenen Partie änderten auch all diese Wechsel erst einmal nichts: Die Eintracht war besser, aber außer nach Flanken nicht gefährlich und Köln vor allem mit Verteidigen beschäftigt.
Mit dem besten Angriff des ganzen Spiels gingen die Frankfurter schließlich doch noch in Führung. Und das nicht nach einer Flanke: Ebnoutalib bediente rechts am Strafraumrand Aseko und startete in Richtung Tor, Aseko nahm den Ball wunderbar mit der Sohle mit und steckte in der gleichen Bewegung durch die Beine von Luka Lochoshvili wieder durch zu Ebnoutalib, der vor Schwäbe eiskalt ins kurze Eck abschloss (77.).
Die Gäste mühten sich in der Schlussphase, um irgendwie noch zum glücklichen Ausgleich zu kommen, blieben dabei aber zu harmlos und mussten am Ende eine verdiente Auswärtsniederlage hinnehmen. "Ich finde wir hätten uns für die aktive und positive erste Hälfte belohnen müssen", meinte Kölns Schwäbe nachher und fand die Niederlage "extremst bitter". Die Eintracht bejubelt einen kleinen Befreiungsschlag und bleibt erstmals in dieser Saison ohne Gegentor. Ein erleichterter Siegtorschütze Ebnoutalib sagte: "Es war eine schwierige Woche. Mental war das sehr, sehr viel" und ergänzte: "Wir wollten eine Reaktion zeigen und das haben wir auch gemacht."
Frankfurt ist am kommenden Samstagabend zum Topspiel bei Borussia Dortmund zu Gast (18.30 Uhr), Köln empfängt zuvor den FC Schalke 04 (15.30 Uhr).