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Es ist nur ein Nebenschauplatz inmitten einer sportlichen Krise, aber für viele Fans der Königsblauen kein unbedeutender: Der FC Schalke 04 hat verkündet, den Kooperationsvertrag mit dem seit Jahrzehnten mächtigen Fanclub-Verband (SFCV) zum 30. Juni 2027 zu kündigen und die Tickets für die Fanclubs ab der Saison 2027/2028 selbst zu verteilen. Es ist eine Entscheidung, bei der es nicht nur Gewinner gibt.
Dass der Hauptverein mit der gewachsenen Struktur nicht mehr zufrieden war, ist verständlich. Während die Mitgliederzahl des Vereins stieg, war die Zahl der beim SFCV angemeldeten Fanclubs zuletzt rückläufig. Große Fanclubs wie die Ultras Gelsenkirchen oder der Supportersclub sind nicht einmal Teil des Verbands. Der SFCV verteilte die Tickets nach einem eigenen System. Dass der Verein einen Einblick erhalten möchte, ist nachvollziehbar.
Dass der Verein diese Entscheidung aber ohne Absprache mit dem SFCV traf, nach eigener Aussage den Fanclub-Verband „in Kenntnis setzte“ und offenbar gar nicht an einem Konsens interessiert war, hinterlässt einen faden Beigeschmack. Ebenso der Zeitpunkt. Bei der Mitgliederversammlung im Juli hatte der SFCV von einer Wiederwahl des Aufsichtsratschefs Axel Hefer abgeraten und sich den Ultras, die beste Kontakte zur Klubführung pflegen, entgegengestellt. So sinnvoll die Diskussion auch sein mag: Der Zeitpunkt der Verkündung sieht auch nach Abrechnung aus. Das Motto „Versöhnen statt Spalten“ wird hier umgekehrt.
Den meisten Fanclubs wird es nur darum gehen, weiter an Karten zu kommen. Dass sie sich vom SFCV abwenden werden, ist nicht schwierig zu prophezeien. Der SFCV verliert dann seinen Zweck, eine Interessenvertretung der Fanclubs zu sein. Diejenigen aber, die an das Konzept eines externen Fanclub-Verbandes glauben und nun übergangen wurden – und wenige sind das nicht –, werden wütend zurückgelassen.