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Rafael Jódar hat seinen Platz bei den ATP Finals zwar ohne einen eigenen Sieg am entscheidenden Abend gesichert. Verdient hat sich der 20-Jährige die Teilnahme jedoch über eine ganze Saison. Carlos Alcaraz' Erfolg gegen Taylor Fritz in Paris beendete nur die letzte Unsicherheit um das verbleibende Ticket.
Jódar hatte das Jahr auf Weltranglistenplatz 165 begonnen und steht inzwischen auf Rang zehn. Er ist der erste Spieler, der sich im Jahr seines ATP-Tour-Debüts für das Saisonfinale qualifiziert. „Mir ist bewusst, dass ich ein großartiges Jahr hatte“, sagte der Spanier nach der Entscheidung.
In Paris war Jódar bereits in der zweiten Runde an Casper Ruud gescheitert. Fritz hätte Alcaraz im Viertelfinale schlagen müssen, um seine Chance zu wahren. Als der Amerikaner trotz zweier Matchbälle verlor, war das Teilnehmerfeld für Turin komplett. Jódar musste selbst nicht mehr in den Wettbewerb eingreifen.
Gerade dieser Ablauf kann die Wahrnehmung verzerren. Der letzte Auslöser war ein fremdes Ergebnis, die Ausgangsposition aber das Produkt von Jódars eigener Saison. Ohne genügend zuvor gesammelte Punkte hätte auch die Niederlage eines Konkurrenten nicht gereicht. Die Hilfe im Schlussmoment und die sportliche Grundlage sollten deshalb getrennt betrachtet werden.
„Ich habe mich stark verbessert. Ich habe gegen viele Topspieler gespielt“, erklärte Jódar. Die Aussage passt zu einem Jahr, in dem sich nicht nur seine Ranglistenposition verändert hat. Die Begegnungen mit stärkeren Gegnern bilden inzwischen einen Teil seiner eigenen Erfahrung und nicht mehr nur eine Aussicht.
In Turin kann er darauf aufbauen, muss diese Entwicklung aber unter neuen Bedingungen bestätigen. Eine Qualifikation belohnt die Summe vieler Wochen. Das Saisonfinale verdichtet dagegen die Herausforderung auf ein kleines Feld erfolgreicher Spieler. Damit verschiebt sich der Maßstab von der überraschenden Annäherung an die Spitze zum direkten Vergleich innerhalb dieser Gruppe.
Die ATP Finals finden vom 15. bis 22. November statt. Für Jódar geht es dort nicht darum, Alcaraz' Rolle bei der letzten Entscheidung nachträglich zu rechtfertigen. Sein Ticket steht fest. Die neue Aufgabe lautet, aus dem besonderen Abschluss dieses ersten Tourjahres weitere Erfahrungen auf höchstem Niveau mitzunehmen.
Seine Saison verliert durch die frühe Pariser Niederlage nicht an Bedeutung. Ein einzelner Rückschlag muss einen über Monate aufgebauten Vorsprung nicht aufzehren. In Turin wird Jódar wieder selbst für seine Ergebnisse verantwortlich sein, nachdem zuletzt Alcaraz die Entscheidung herbeigeführt hat.