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In der 1. Klasse Mitte-West hat Union Gaspoltshofen am Sonntag gegen Union SGS Dorf an der Pram eine kaum erklärbare 3:7-Heimniederlage hinnehmen müssen. Nach einer 2:0-Führung und einer starken Anfangsphase verlor die Heimelf die Partie in wenigen Minuten völlig aus der Hand. Co-Trainer Alex Fischerleitner sprach nach dem Spiel von einem "völligen Blackout", aus dem sich seine Mannschaft nicht mehr wirklich erholte.
Lange Zeit sah es nämlich überhaupt nicht nach einem solchen Nachmittag aus. Gaspoltshofen hatte die Partie in der Anfangsphase gut im Griff und setzte das, was man sich vorgenommen hatte, zunächst sauber um. Fischerleitner erklärte: "Wir haben uns vorgenommen, am Anfang höher zu stehen, zu pressen. Mit gutem Erfolg." Genau das spiegelte sich auch im Spielstand wider. Emanuel Altenhofer brachte die Gastgeber in der 10. Minute mit 1:0 in Führung und legte in der 32. Minute mit seinem zweiten Treffer zum 2:0 nach. Für den Co-Trainer waren das nicht nur wichtige Tore, sondern auch folgerichtig herausgespielte. "Wir haben in den ersten dreißig Minuten das Spiel eigentlich sehr gut unter Kontrolle gehabt und durch zwei sehr schöne, sehr gut herausgespielte Treffer von Emanuel Altenhofer 2:0 geführt", sagte Fischerleitner. Auch die Anpassung nach dem ersten Tor beschrieb er als Teil des Plans: Gaspoltshofen stellte sich danach wieder etwas defensiver ein und hatte trotzdem weiter Zugriff auf die Partie.
Was dann folgte, konnte sich auf Seiten der Heimelf selbst kurz nach dem Abpfiff noch kaum jemand richtig erklären. Zwischen der 38. und 45. Minute zerfiel der gute Auftritt der ersten halben Stunde völlig. Marko Kovjenic verkürzte in der 38. Minute auf 2:1, Daniel Murauer glich nur zwei Minuten später zum 2:2 aus, und danach legte Dorf/Pram mit Muris Midzic, Alexander Kreuzhuber und noch einmal Midzic vor der Pause drei weitere Treffer nach. Aus einer scheinbar komfortablen 2:0-Führung wurde so bis zum Halbzeitpfiff ein 2:5. Fischerleitner fand dafür klare Worte: "Dann kam es zu etwas, was ich als Spieler und auch als junger Trainer noch nicht erlebt habe. Wir hatten einfach zehn Minuten einen völligen Blackout und haben uns fünf Tore eingefangen." Gerade dieser Bruch im Spiel machte die Niederlage für Gaspoltshofen so bitter, weil die Gastgeber bis dahin die Zügel in der Hand gehabt hatten.
Der Co-Trainer machte nach dem Spiel deutlich, dass für ihn nicht einfach nur die Anzahl der Gegentore entscheidend war, sondern vor allem der Moment, in dem die Partie mental kippte. "Der entscheidende Knackpunkt war, glaube ich, dann das 2:2", sagte Fischerleitner. Schon das 2:1 sei aus seiner Sicht unglücklich gefallen, danach sei der schnelle Doppelschlag zum Ausgleich und zur Gästeführung gekommen. Vor allem aber habe seine Mannschaft in dieser Phase den Fokus verloren. "Danach waren wir sehr mit unserem Kopf beschäftigt, mit Schiedsrichterentscheidungen, mit uns selbst und waren null Komma null mehr auf das Spiel fokussiert", erklärte er. Fischerleitner wollte die Niederlage dabei nicht allein am Unparteiischen festmachen. "Ich finde, man kann sehr wenig über das Spiel diskutieren", sagte er zunächst selbst. Gleichzeitig sprach er aber von einer fehlenden klaren Linie, durch die es gegen Ende hitziger geworden sei. Entscheidend blieb für ihn dennoch, dass Gaspoltshofen in diesen Minuten nicht mehr bei sich und nicht mehr im Spiel war.
Auch nach der Pause bekam Gaspoltshofen das Spiel nicht mehr zurückgedreht. Midzic schnürte in der 51. Minute mit dem 2:6 seinen Dreierpack, ehe Lorenz Klinger zwei Minuten später noch einmal auf 3:6 verkürzte. Ein echtes Comeback entstand daraus aber nicht mehr, den Schlusspunkt setzte Lukas Dobler in der 84. Minute mit dem Treffer zum 3:7. Gerade in der Offensive sah Fischerleitner den Gegner an diesem Tag besonders stark. "Die Chancenauswertung von Dorf an der Pram war unglaublich gut. Wunderschöne Treffer, auch mit Fernschüssen, und offensiv waren sie extrem kaltschnäuzig", sagte er. Deshalb fiel sein Gesamturteil trotz aller Enttäuschung auch bemerkenswert offen aus: "Der Unterschied lag darin, dass die Gegner kaltschnäuziger waren vor dem Tor, so gut wie jede Chance genutzt haben und über neunzig Minuten der verdiente Sieger des Tages waren." Ganz ohne positive Punkte wollte er den Nachmittag aber nicht abhaken. "Ich kann meiner Mannschaft in fünfundsiebzig Minuten des Spieles nicht wirklich etwas vorwerfen", meinte Fischerleitner. Umso deutlicher sei nun, woran Gaspoltshofen arbeiten müsse: "Wenn man fünfzehn Minuten völlig danebensteht und nicht fokussiert ist, kann das in der ersten Klasse leider ausreichen, um genau so ein Spiel zu verlieren."
84
Lukas Dobler 3:7
53
Lorenz Klinger 3:6
51
Muris Midzic 2:6
45
Muris Midzic 2:5
43
Alexander Kreuzhuber 2:4
42
Muris Midzic 2:3
40
Daniel Murauer 2:2
38
Marko Kovjenic 2:1
Emanuel Altenhofer 2:0
Emanuel Altenhofer 1:0