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Vom Mathelehrer zum Chef: Warum der FCN auf Dieter Frey setzt
Dieter Frey als neuer Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg

Joti Chatzialexiou hat in den etwas mehr als zwei Jahren, die er als Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg gearbeitet hat, den Club grundlegend reformiert und war - neben Cheftrainer Miroslav Klose - das Aushängeschild des Vereins. Die Fußstapfen, die er nun für seinen Nachfolger Dieter Frey hinterlässt, sind groß.

Vom Jugendtrainer zum Sportvorstand: Freys steiler Aufstieg

Von außen mag es daher verwundern, dass sich der FCN bei dieser wichtigen Position so schnell auf Dieter Frey festgelegt hat. Dabei ist die Personalie die logische Fortführung des "Club-Wegs", den sich der Verein in den vergangenen Jahren auf die Fahnen geschrieben hat - und der aktuell seine Früchte trägt: Neben zahlreichen Toptalenten produzieren die Mittelfranken in dieser Saison auch endlich wieder Topergebnisse. Der Plan: konsequent auf Nachwuchsarbeit zu setzen. Nicht nur im Spielerbereich, sondern auch in allen Belangen, bei Trainern und eben auch bei Funktionären.

Frey steht dafür exemplarisch. Der 51-jährige Ex-Profi hat beim Club eine steile Karriere hinter sich. Als Jugendtrainer begann er seinen Weg beim FCN in Teilzeit neben seinem eigentlichen Beruf als Mathematiklehrer. Kurz nach der Ankunft von Chatzialexiou wurde er zum Sportlichen Leiter, im Februar dieses Jahres zum Leiter des Nachwuchsleistungszentrums - und wird nun zum Sportvorstand befördert.

Klose lobt Frey-Entscheidung: "Gibt nichts Besseres"

"Es war nie mein Ziel, weder den Nachwuchs zu leiten noch diese Position jetzt zu übernehmen. Ich habe einfach versucht, für den Verein das Beste zu machen", erklärte Frey im exklusiven BR24Sport-Interview. Er hat das Konzept, das der FCN verfolgt, mitentwickelt. Stand im ständigen Austausch mit dem Trainerstab um Miroslav Klose und mit Chatzialexiou, beriet nicht nur über strategisches Vorgehen, sondern auch über die größten Talente im Verein.

Klose befürwortet die Entscheidung für Frey: "Es gibt nichts Besseres, als wenn einer aus dem Verein das macht, der hier alles kennt. Unser Kontakt war schon vorher intensiv. Er ist sehr fleißig, ist immer beim Training da, sieht und beobachtet alles. Für mich ist das die beste und die logischste Lösung", kommentierte der Cheftrainer die Personalie und erklärte, sein neuer Vorgesetzter habe sich mit einer "sehr, sehr interessanten Botschaft" vorgestellt.

Im Video: Dieter Frey im exklusiven BR24Sport-Interview

Dieter Frey am Trainingszentrum des 1. FC Nürnbergs
Dieter Frey am Trainingszentrum des 1. FC Nürnbergs

Videobeitrag

Freys Vision: FCN als fränkisches Athletic Bilbao?

Den genauen Inhalt wollte er nicht verraten. Vielleicht ging es ja um das Gedankenspiel, das Frey in einem BR24Sport-Interview im August geteilt hatte: "Wenn man sich Kap Verde bei der WM anschaut, die haben 530.000 Einwohner, was in etwa die Einwohnerzahl von Nürnberg ist" und fügte an: "So eine Idee wie Athletic Bilbao, die spielen nur mit Basken, fände ich cool".

Eine Wunschvorstellung freilich, die so erstmal nicht umgesetzt werden dürfte. Der Fokus auf die Jugendarbeit wird sich unter Frey wohl dennoch verstärken: "Ich hatte das Gefühl, jetzt an dieser Position dazu beitragen zu können, dass Dinge noch enger verzahnt werden. Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg. Aber ein paar Dinge kann man sich immer anschauen", erklärte der künftige Sportvorstand und fügte an: "Wichtig ist mir, das mit den Menschen zusammenzutun, die schon hier sind und seit langer Zeit mit Herzblut einen super Job machen." Der Club-Weg eben.

Kontinuität ist Trumpf: Chancen und Risiken des Frey-Plans

Der 51-Jährige legt großen Wert auf den Teamgedanken, erwähnt häufig und gerne seine Kollegen im Verein und möchte nicht die Lorbeeren alleine einstreichen. Dementsprechend werden für ihn die kommenden Wochen aussehen: "Ich werde jetzt erstmal vielen Leuten zuhören und mir ein Bild machen. Ich werde natürlich auch Joti zuhören. Und dann werden wir diese Übergangsphase möglichst gut gestalten."

Mit Frey setzt der FCN auf Kontinuität und geht seinen Weg weiter. Dass der Verein mit Frey, einem - als Funktionär - eher unerfahrenen Sportvorstand ein Risiko eingeht, ist klar. Ebenso, dass Kontinuität nicht automatisch Erfolg mit sich bringt. Dennoch ist die Personalie Frey eine konsequente Fortschreibung des Club-Wegs.

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