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107 Jahre Firmengeschichte: Trigema ist der Inbegriff eines schwäbischen Traditionsunernehmens, das bis heute von der Gründerfamilie geführt wird. Im Jahr 2023 hatten die Kinder Bonita und Wolfgang Grupp junior die Geschäftsführung von ihrem Vater Wolfgang Grupp übernommen.
Seit 1972 und folglich 51 Jahre lang hatte Wolfgang Grupp zuvor die wirtschaftlichen Geschicke des Textilherstellers aus Burladingen (Schwäbische Alb) alleine geleitet, nachdem er 1969 selbst an der Seite seines Vaters Franz Grupp in die Geschäftsführung des Unternehmens eingestiegen war.
In diese Zeit fiel ein rasanter wirtschaftlicher Aufstieg, den Wolfgang Grupp auch durch prominent platzierte Werbung forcierte. So gab es in den 1990er Jahren einen berühmten TV-Werbespot von Trigema mit einem Schimpansen, der in der ARD oft zur Prime Time kurz vor der 20-Uhr-„Tagesschau“ gezeigt wurde.
Doch damit nicht genug. Wolfgang Grupp warb seinerzeit mit seiner Textilmarke auch in der Fußball-Bundesliga. Trigema sei „bis heute das einzige Unternehmen, das für mehr als fünf Bundesliga-Klubs als Trikotsponsor geworben hat“, schreibt der schwäbische Bekleidungshersteller auf seiner Website.
Besagte Werbeengagements fielen aber nicht immer in die sportlich beste Zeit der jeweiligen Klubs, die unter deutschen Fußball-Fans allesamt als Traditionsvereine gelten. So warb Trigema zum Beispiel auf den Trikots des Karlsruher SC (1989-1991) und des FC Schalke 04 (1979-1983, 1986/87), als beide Klubs sportlich eher bedeutungslos waren.
Sehen Sie im folgenden Video, dass es wirtschaftlich bei Trigema auch mal gar nicht rund lief.
Schalke stieg 1983 mit Trigema als Trikotsponsor sogar aus der Bundesliga ab. Dasselbe galt für den 1. FC Nürnberg (Saison 1993/94), den heute nur noch fünftklassigen KFC Uerdingen (Saison 1995/96) und für Hertha BSC (Saison 1990/91). Die Hertha stieg mit dem Trigema-Emblem auf dem Brustkorb der Spieler 1997 zumindest wieder in die Bundesliga auf.
Bei gleich drei Bundesliga-Klubs verpasste Wolfgang Grupp mit Trigema dagegen jeweils mindestens einen großen Titel. Zwischen 1984 und 1986 war Trigema etwa Trikotsponsor des seinerzeit sehr erfolgreichen SV Werder Bremen.
Nach zwei Vize-Meisterschaften (1985, 1986) endete die Zusammenarbeit letztlich ohne Titel. Zwei Jahre später, 1988, standen die Hanseaten zuerst international im Uefa-Cup-Halbfinale und wurden dann in derselben Spielzeit Deutscher Meister.
Sie waren also noch prominenter auf der Fußballbühne vertreten - aber ohne Trigema auf dem Dress. Das nächste Beispiel war der ruhmreiche 1. FC Kaiserslautern, der zwischen 1987 und 1989 für Trigema auf dem Trikot warb. Damals waren die Pfälzer nur Mittelmaß. Doch 1990 holten sie zuerst den DFB-Pokal und 1991 überraschend auch noch die deutsche Fußball-Meisterschaft - ebenfalls ohne Trigema.
Das dritte Beispiel war Borussia Mönchengladbach, das zwischen 1992 und 1994 für Trigema warb. Wieder endete für den Textilhersteller aus Baden-Württemberg ein Sponsoring kurz vor einem großen Titel des Klubs. Gladbach beendete die Bundesliga-Saison 1993/94 am Ende des Trigema-Engagements nur auf Platz 10 - ein Jahr später holten die „Fohlen“ ohne Trigema in Berlin den DFB-Pokal.
Das schwäbische Unternehmen schreibt indes stolz auf seiner Website: „Über 18 Jahre hinweg, von 1979-1997, prangte bei insgesamt 11 Vereinen der ersten und zweiten Bundesliga das trigema Logo auf der Brust.“ Die Firma aus dem Zollernalbkreis erzielt heute jährlich einen Umsatz von 120 bis 130 Millionen Euro.
Das Unternehmen ist mit seinen 1200 Mitarbeitern einer der größten Textilhersteller Deutschlands. Bereits 1919 hatte Grupps Großvater Josef Mayer Trigema als „Mechanische Trikotwarenfabrik Gebr. Mayer KG“ in Burladingen auf der Schwäbischen Alb gegründet.