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Fußball-Bundesliga: Lennart Karl trifft für den FC Bayern gegen Mainz 05 erneut
Ich bin's wieder: Lennart Karl bejubelt sein Tor gegen Mainz. .

Lennart Karl ist erst 18 Jahre jung. Deshalb kommt es immer noch vor, dass er Dinge zum ersten Mal erlebt. Zuletzt zum Beispiel steckte der Offensivmann des FC Bayern zum ersten Mal in seinem Leben als Fußballprofi in einer Formkrise. Nach seinem Muskelriss im Sommer, der ihm die WM-Teilnahme gekostet hatte, fehlten Karls Spiel die Unbekümmertheit und der Esprit, die ihn in der vergangenen Saison zur spektakulärsten Entdeckung der Bundesliga gemacht hatten. Garniert wurde Karls Schwächephase mit einer Debatte über sein extravagantes Auftreten, die unter anderem von seinen Vorgesetzten in München (Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Sportchef Max Eberl) befeuert wurde. Karl musste erstmals feststellen, dass die Existenz als Berufsfußballer auch zäh sein kann.

Gerade allerdings ist der Teenager, der immer noch neue Erfahrungen macht, zum ersten Mal in seiner Karriere dabei, sich aus einer persönlichen Krise zu navigieren. Unter der Woche traf Karl beim 2:0 in der Champions League bei Atlético Madrid, am Samstag steuerte er einen Treffer zum 2:1 bei Mainz 05 bei. Zwischen den beiden Partien berief ihn Bundestrainer Jürgen Klopp in den Kader der Nationalmannschaft für die bevorstehenden Termine in der Nations League in Serbien (13. November) und gegen die Niederlande (16. November). Man könnte sagen: Der junge Karl wird gerade wieder der Alte.

Verletzungen in der Offensive kommen Karl entgegen

In der vergangenen Saison profitierte der Spieler von der langen Verletzungspause von Jamal Musiala – so bekam Karl die Chance, sein Können regelmäßig vorzuführen. Auch aktuell kommt ihm die Personallage entgegen. Der FC Bayern leidet an einem Engpass in der Offensive. In Mainz fehlten die länger verletzten Ismael Saibari und Serge Gnabry sowie Musiala und Luis Díaz. Karl konnte deshalb eine Schlüsselrolle spielen, zeigte eine ansprechende Leistung – gekrönt von seinem Treffer zum 2:0 in der 57. Minute. „Lenny war im richtigen Moment da, wir sind sehr zufrieden mit ihm“, sagte Co-Trainer Aaron Danks, der weiterhin Chefcoach Vincent Kompany vertritt.

Jubelt provokant gegen Atlético Madrid: Bayern-Profi Lennart Karl. Quelle: IMAGO/ZUMA Press Wire

Unter der Woche in Madrid hatte Karl seinen Treffer noch provokant mit einer Geste bejubelt, mit der er sich über das Gerede um seine Person lustig machte – was umgehend die nächste Debatte zur vermeintlichen Unreife des 18 Jahre jungen Fußballers ausgelöst hatte. „Wir sprechen intern mit Lenny. Er ist ein anderer Typ als andere junge Spieler, aber wir wollen auch Typen haben“, sagte Sportdirektor Christoph Freund vor der Partie in Mainz. Heißt: Die Münchner wollen Karl seine Eigenarten lassen, wenn er auf dem Platz zeigt, dass ihn auch seine Fähigkeiten von anderen Talenten abheben. Das ist ihm jetzt zweimal nacheinander gelungen.

DFB-Duell um den Platz auf dem rechten Flügel

Karls ohnehin stabiles Selbstbewusstsein ist frisch gestärkt vor der Reise nach Herzogenaurach, wo Jürgen Klopp die Nationalmannschaft am Montag zur Vorbereitung auf die Spiele gegen Serbien und die Niederlande versammelt. Karl ist ein Versprechen auf bessere Zeiten für die DFB-Auswahl. Das war an dem Entsetzen abzulesen, mit dem die deutsche Öffentlichkeit im Sommer auf sein WM-Aus reagiert hatte. Die Leichtfüßigkeit des Bayern-Profis hätte dem uninspirierten Spiel der Deutschen gutgetan, vor allem beim Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay, das dem damaligen DFB-Coach Julian Nagelsmann den Job kostete.

Unter Klopp könnte Karl eine Schlüsselrolle einnehmen. Der Bundestrainer lässt mit einem 4-3-3 mit zwei Flügelstürmern spielen. Zu den Kandidaten für die linke Seite gehören Derry Scherhant und Saïd El Mala, Chancen auf den Platz rechts haben unter anderem Karim Adeyemi (diesmal nicht nominiert), Brajan Gruda – und Karl. Vier Länderspiele hat der Mann des FC Bayern bisher gemacht. Auch unter Klopp kam er schon zum Einsatz, und zwar beim 0:0 in Griechenland Anfang Oktober. Karl zeigte einen schwachen Auftritt, wurde nach einer Stunde ausgewechselt.

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