Zurück
Der Druck steigt beim VfL Bochum. Auf die Klubführung, die sich Mitte November auf der Jahreshauptversammlung den Mitgliedern stellen muss. Auf die Mannschaft, die erst sieben Punkte holte in acht Partien und in vier Heimspielen nur ein Tor zustande brachte. Auf den Trainer, der bisher keine Antwort fand auf die Torflaute.
Nach drei Niederlagen in Folge und dem Sturz auf Relegationsrang 16 kommt ausgerechnet der Aufstiegsfavorit VfL Wolfsburg mit Bochums Ex-Coach Dieter Hecking, der nun Sportgeschäftsführer des Bundesliga-Absteigers ist, ins Ruhrstadion (Freitag, 18.30 Uhr). Ist es schon die letzte Chance für Uwe Rösler, der vor gut einem Jahr den VfL wieder auf Kurs gebracht hatte nach einem ähnlich schlechten Saisonstart? Nach unseren Informationen werden die Stimmen im Präsidium und bei der sportlichen Führung immer lauter, die Rösler die Wende nicht mehr zutrauen. Gegen Wolfsburg soll er aber das Team coachen.
Ein Endspiel für ihn? Rösler antwortet kämpferisch. „Ich bereite mich mit dem Trainerteam und den Analysten gewissenhaft auf das Wolfsburg-Spiel vor. Nur das kann ich beeinflussen, nur darauf konzentriere ich mich“, sagte er am Dienstag gegenüber dieser Redaktion. Rösler ist seit vier Jahrzehnten im Profigeschäft, er kennt die üblichen Mechanismen der Branche. „Natürlich ist der Druck da, wieder zu punkten, angesichts unserer bisherigen Ausbeute und der daraus resultierenden tabellarischen Situation“, sagt er. „Speziell in den Heimspielen haben wir die Erwartungen nicht erfüllt. Das alles ist Bestandteil der Gespräche mit den Verantwortlichen.“ Und davon gab es nach unseren Informationen einige in den letzten Tagen und Wochen.
Totale Energie fordert Rösler nun von seinen Spielern gegen den Tabellendritten. An seinen Prinzipien hält er fest. „Das letzte Drittel ist unser Hauptproblem. Aber wir müssen weiter davon überzeugt sein, dass unser Weg der richtige ist. Und wenn ich die Trainingseinheiten sehe und das Feedback der Spieler höre, habe ich nach wie vor absolut den Eindruck, dass die Spieler an unsere Idee glauben. Das ist das Wichtigste.“