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Zwei Spiele, null Punkte: Marseille (Weah; re.) stolperte zuletzt über Olympiakos Piräus.
Vorneweg: Die Krise in der höchsten französischen Liga hat in keiner Weise nur annähernd den Stellenwert der derzeitigen Situation auf den Straßen Frankreichs.
Fakt ist aber: Viele französische Klubs kämpfen ums Überleben im Profifußball. Manche, wie Bordeaux, haben diesen Kampf längst verloren. Girondins, 2009 zuletzt Meister der Ligue 1, kickt mittlerweile nur noch sechstklassig.
Gründe gibt es viele.
Einer ist wohl die Dominanz von Paris Saint-Germain. Seit 2013 gab es nur zwei andere Klubs, die die Meisterschaft holen konnten (2017 Monaco, 2021 Lille). Dies hemmte auch das Interesse der Sponsoren.
Die Ausgaben (vor allem Gehälter) der Klubs stiegen oft schneller als die Umsätze. Selbst traditionsreiche Schwergewichte wie Lyon oder Olympique Marseille, in Graz heute Gegner von Sturm in der Europa League (18:45 Uhr, Canal+) gerieten in eine schlimme Situation.
Das größte Problem ist der Einbruch der TV-Gelder. Nach dem Rückzug von DAZN im Sommer 2025 und dem Ausstieg von beIN Sports sieht es trist aus. Mit dem neuen Direktvertriebsdienst Ligue 1+ versucht man, noch größeren Schaden abzuwenden.
Die Medienrechte werfen rund 184,1 Millionen Euro für alle 18 Klubs zusammen ab. Sieht man sich den Vergleichswert aus der englischen Premier League an, sind diese Zahlen Peanuts. Der inländische Premier-League-Vertrag für 2025 bis 2029 hat einen Gegenwert von etwa 1,7 Milliarden Pfund pro Saison (ca. 2 Milliarden Euro). Wie das deutsche Online-Magazin 90PLUS berichtet.
Damit verschieben sich nicht nur die Kadergrößen. Es betrifft die gesamte betriebswirtschaftliche Logik eines französischen Klubs. Besonders hart trifft es Lyon. Aber auch Sturm-Gegner Marseille, der seine ersten beiden Matches in der Europa League verlor (1:4 bei Besiktas, 0:1 daheim gegen Olympiakos) und in der Ligue 1 nur Neunter ist.
Bei Olympique Marseille, wo Frank McCourt seit 2016 als Klubbesitzer werkt, heißt es offiziell, dass der Verein nicht zum Verkauf steht – während regionale Medien berichten, jenseits der Milliardenmarke sei die Tür aber längst offen.
Zudem wurde der neunmalige französische Meister vor Saisonbeginn wegen Verstoßes gegen das Financial Fairplay zu einer Strafe von zehn Millionen Euro verdonnert. Die UEFA droht nun mit einem Ausschluss vom nächsten europäischen Wettbewerb.
Was übrig bleibt: Die Ligue 1 ist zur Ausbildungsliga geworden – nicht aus Überzeugung, sondern aus finanziellen Gründen.