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Ein Stürmer, elf Gegenspieler: Vor dem Gipfel gegen Bayern München erklärt Niko Kovac, wie der BVB Ballon-d’Or-Sieger Harry Kane bremsen will.
Dortmund – Seit Montagabend (26. Oktober) trägt Harry Kane die Krone des Weltfußballs. Der 33-jährige Bayern-Stürmer ist der erste Bundesliga-Profi seit 30 Jahren, der den Ballon d’Or gewann. Zuletzt gelang das Matthias Sammer – 1996 im Trikot des BVB. Ausgerechnet gegen Sammers Ex-Klub geht es für Kane nun am Samstag (31. Oktober) im Klassiker.
Wie Dortmund den frisch gebackenen Ballon-d’Or-Sieger stoppen will, verriet Trainer Niko Kovac auf der Pressekonferenz vor der Partie. Sein Plan baut nicht auf einem, sondern auf elf Mann auf.
Einen Sonderbewacher, der Kane auf Schritt und Tritt verfolgt, wird es offenbar nicht geben. „Wir werden es nicht im Eins-gegen-Eins schaffen“, stellte Kovac auf RUHR24-Nachfrage klar, ehe er nachlegte: „Wir müssen es gemeinsam schaffen. Es braucht elf Spieler.“
Der Grund liegt in der Spielweise der Münchner. „Der FC Bayern München ist sehr flexibel. Die Positionen sind belegt. Es ist egal, wer sie belegt“, analysierte Kovac. Kane lässt sich fallen, verteilt Bälle und taucht im Strafraum wieder auf. Wer nur ihn jagt, öffnet anderswo Räume.
Vor Kanes Leistung zog der BVB-Trainer trotzdem den Hut: „Man muss über ihn kein Wort verlieren.“ Die Auszeichnung spreche für sich. Kane habe sich diese hart erarbeitet. 73 Tore erzielte der Engländer in der Saison 2025/26 für Klub und Nationalmannschaft.
Besonders beeindruckt zeigte sich Kovac von Kanes Entwicklung jenseits der 30. „In Deutschland hat er noch mal einen richtig großen Sprung gemacht“, betonte der 55-Jährige und sagte weiter: „Der war schon in England ein Topspieler und jetzt noch mal in dem Alter einen Sprung zu machen: Das ist sensationell.“
Wie schmerzhaft Kane für Dortmund sein kann, zeigt die Vorsaison. Im Oktober 2025 köpfte er die Bayern beim 1:2 von Dortmund in München in Führung. Im Februar 2026 traf er beim 3:2-Sieg des FCB in Dortmund doppelt.
Die aktuelle Tabelle zeichnet ein zweigeteiltes Bild. Die Bayern schossen in sieben Partien 25 Tore, mehr als doppelt so viele wie der BVB (zwölf). Dafür kassierte Dortmund erst vier Gegentreffer, zwei weniger als die Münchner. Am Samstag prallt eine Torfabrik auf ein schwarz-gelbes Abwehrbollwerk.
Für Kovac ist die Rechnung trotzdem nicht aussichtslos – vorausgesetzt, alle ziehen mit. „Und wenn du elf Spieler auf Top-Niveau hast, kannst du gegen den FC Bayern München etwas holen“, sagte der Coach. „Sollten wir das nicht schaffen, wird es schwierig. Nicht unmöglich, aber schwierig.“