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Der 29-Jährige Wolfratshauser setzte sich beim Highline Freestyle World Cup in Polen gegen Davis Hermes aus den USA durch. Es ist sein zweiter großer Titelgewinn innerhalb weniger Wochen.
Krynica/Wolfratshausen – Sebastian Egger hat den Highline Freestyle World Cup in Polen gewonnen und übernimmt damit Platz eins der Weltrangliste. Nur wenige Wochen nach seinem Weltmeistertitel in Flims/Laax (wir berichteten) und kurz nach einem Podiumsplatz beim Red Bull Full Moon Highline Event in Belgien unterstricht der Wolfratshauser so seinen Status als derzeit stärkster Highliner der Welt.
Beim Highline Freestyle zeigen die Athleten spektakuläre Kunststücke auf einer in großer Höhe gespannten Slackline, gesichert sind sie mit einem Klettergurt und einem kurzen Stück Kletterseil, das mit der Slackline über Metallringe verbunden ist. Außerdem sind sicherheitsrelevante Komponenten des Systems redundant, sodass im Falle des Versagens eines Elements eine zusätzliche Sicherung greift.
Ende August hatte Egger beim Red Bull Full Moon Highline Event im belgischen Adventure Valley Durbuy bereits den dritten Platz belegt. Bei Nacht, im Licht des Vollmonds, zeigten die Athleten ihre Tricks auf einer 50 Meter langen Slackline in einem stillgelegten Steinbruch.
Kurz darauf folgte Anfang September der Weltcup in der Słotwiny Arena im polnischen Krynica-Zdrój. „Die Slacklines waren dort an einem knapp 50 Meter hohen Aussichtsturm aus Holz gespannt“, berichtete Egger. Bereits die Qualifikation gewann der 29-Jährige trotz starker Windböen und verschaffte sich so eine gute Ausgangslage. Im Finale setzte sich der Wolfratshauser dann gegen Davis Hermes (USA) durch; Dritter wurde Gonzalo Caturelli (Argentinien). Bei den Frauen jubelten gleich zwei Deutsche: Cecilia Stock gewann vor Florentina Fink, Dritte wurde Carla Corigliano (Italien).
WM-Titel, Weltcup-Sieg und Bronze beim belgischen Red Bull Event – Egger war die gesamte Saison über vorne dabei und ist damit das prägende Gesicht der Highline-Szene. Nach dem Wettkampf in Polen blickte er bereits nach vorn: „Nach dieser Saison lege ich erst einmal eine kleine Pause ein, damit sich mein Körper vom intensiven Sommer erholen kann. Danach freue ich mich darauf, neue Tricks auf der Highline auszuprobieren und meine Leistung in der nächsten Saison noch einmal deutlich zu steigern.“ Die nächste große Station ist der Weltcup im französischen Skigebiet Les Arcs im April 2027.
In Wolfratshausen ist der Sport dagegen bislang kaum sichtbar. Ausnahmen waren die Stadtfeste: Beim Bürgerfest 2024 und beim Flussfestival 2025 hingen Highlines über der Loisach und machten viele Besucher neugierig. Ein festes Slackline-Angebot gibt es noch nicht, doch der 29-Jährige hat einige Ideen: „Slacklinen ist niedrigschwellig und schult Koordination, Konzentration und Gleichgewicht.“ Denkbar wären zum Beispiel Slackline-Workshops für Kinder und Jugendliche, Balancetraining für Erwachsene und Senioren oder Slacklines als Ergänzung in bestehenden Sportgruppen. Platz für Angebote im Freien gäbe es seiner Ansicht nach an der Loisach oder beim Skatepark in Waldram. Bei Stadtfesten könnten zudem Highline-Vorführungen stattfinden.