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Der Obertshausener holte im WM-Finale in Doha mit einem Start-Ziel-Sieg Gold. Teamkollege Emanuel Müller verpasste eine Medaille im Shoot-off.
Doha – Es wurde eine kurze Nacht. Vermutlich. Schließlich hatte der Obertshausener Florian Peter für etwas ganz Besonderes gesorgt. Etwas, „woran wir nicht einmal im Traum gedacht hatten“, sagte Bundestrainer Detlef Glenz. Sein Schützling Peter, wie Glenz dem SV Kriftel angehörend, erlebte am Mittwoch bei den Weltmeisterschaften in Doha den bislang größten Moment seiner Laufbahn im Sportschießen. Der 26-Jährige, bei Olympia 2024 in Paris bereits Vierter mit der Schnellfeuerpistole, holte sich erstmals den WM-Titel im Einzel. „Das ist sensationell. Ich bin geflasht und fast sprachlos“, meinte Glenz überglücklich. Peter landete im Finale in Katar einen Start-Ziel-Sieg und holte damit für Deutschland auch den ersten Olympia-Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028. „Ich kann es im Moment noch gar nicht glauben, bin überglücklich und stolz. Der Titel bedeutet mir sehr viel. Da ist schon ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagte Peter. Teamkollege Emanuel Müller (Pfullingen) rundete den Erfolg als Vierter ab.
Fast hätte es mit Oliver Geis noch ein dritter Deutscher ins Finale geschafft. Dem bislang überragenden Schützen der Saison, ebenfalls vom SV Kriftel, fehlte lediglich ein Ring (582). Geis wurde letztlich Zehnter. Damit landete die deutsche Mannschaft in der Endabrechnung auf Rang zwei hinter Frankreich und holte obendrein noch eine Silbermedaille.
Die Schnellfeuer-Schützen von Bundestrainer Glenz zählten bei der WM zu den Favoriten. Oliver Geis hatte in dieser Saison EM-Titel und zwei Weltcupsiege eingefahren, Florian Peter und Emanuel Müller Medaillen bei EM und Weltcup geholt. Zuletzt hatte das Trio einen historischen Dreifach-Erfolg beim Weltcup in Kairo gefeiert. Doch im Schießsport entscheiden Millimeter. Und so scheiterte Geis hauchdünn am Einzug ins Finale. Peter und Müller gelang es hingegen, ihre Serien fortzusetzen. Beide setzten sich in einer hochklassigen Qualifikation mit 585 Ringen (Müller) und 583 (Peter) durch.
Im WM-Finale der besten acht Schützen waren – durchaus überraschend – vorwiegend Europäer vertreten. Kein Chinese und kein Inder hatten sich qualifiziert. Schnell kristallisierte sich ein Vierkampf zwischen den Deutschen Peter und Müller sowie den Franzosen Clement Bessaguet und Jean Quiquampoix heraus. Peter baute von Beginn an Druck auf und zog ein wenig weg: Die Serien eins und drei gelangen perfekt mit fünf Treffern, Serie zwei brachte viermal das grüne Licht.
Teamkollege Müller blieb ihm mit einem Treffer auf den Fersen, musste sich dann aber im Shoot-off den zwei Franzosen im Kampf um die Medaillen geschlagen geben. „Manuel ist mit dem vierten Platz todtraurig“, gab Glenz Einblicke Müllers Gefühlswelt.
Peter ging mit satten Vorsprung von drei Treffern (30:27) in die letzte Serie gegen Bessaguet. „Als ich realisiert habe, es kann jetzt wirklich klappen, da war ich schon sehr aufgeregt“, so Peter: „So aufgeregt war ich beim Schießen noch nie. Mein Herz hat geklopft wie verrückt. Aber ich habe es geschafft, damit umzugehen.“ Und der Franzose setzte ihn mit einer perfekten Serie unter Druck, sodass Peter drei Treffer zum Sieg brauchte. Und dem Sportsoldaten gelang eine Punktlandung, die Schüsse zwei, drei und vier sorgten für Jubel in der deutschen Delegation. So setzte sich Peter (33 Ringe) knapp vor Bessaguet (32) durch. Jean Quiquampoix (26) folgte mit deutlichem Abstand auf Rang drei. Müller (23) landete drei weitere Ringe dahinter auf jenem undankbaren vierten Rang.