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Hin­ter­grund: Wenn der Fuß­bal­ler beim Ar­beits­amt an­klopft
Zuweilen klopft auch ein früherer Profisportler bei der Agentur für Arbeit in Kaiserslautern an und sucht Hilfe.
Zuweilen klopft auch ein früherer Profisportler bei der Agentur für Arbeit in Kaiserslautern an und sucht Hilfe. Foto: Gundula Zilm

Was macht ein Fußballprofi, wenn er keinen neuen Verein findet? Ja, er kann weitersuchen und hoffen. Er kann aber auch zum Arbeitsamt geht. Passiert selten, passiert aber.

Alljährlich im Sommer bleibt mancher Spieler auf der Strecke, der bis dato sein Geld mit dem Kicken verdient hat. Sein bisheriger Verein gibt ihm keinen neuen Vertrag. Einen anderen Verein findet er (im Moment) nicht. Was also tun? Der Weg kann ihn, wie jeden anderen Arbeitnehmer auch, zur Agentur für Arbeit führen.

„Ein Profi steht ja in einem ganz normalen Arbeitsverhältnis, und er bezahlt Beiträge zur Sozialversicherung“, sagt Peter Weißler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens. Heißt: Verliert der Profikicker seinen Job und findet keinen anderen, dann steht ihm Arbeitslosengeld zu.

Bei 8450 Euro ist Schluss mit der Rech­nung

Allerdings: In dieser Zeit muss der Ex-Profi zunächst einmal den Gürtel enger schnallen – zumindest was das monatliche Einkommen angeht. Denn egal wie gut er vorher verdient hat; Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden nur bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze gezahlt. Das sind aktuell 8450 Euro im Monat. Nur dafür hat er vorher Beiträge gezahlt, nur daraus wird aber auch das Arbeitslosengeld berechnet.

Für einen Ledigen ohne Kinder bedeuten das künftig exakt 2810,10 Euro im Monat. Der Verheiratete mit Kind bekommt ein gutes Stück mehr: 3621 Euro. Aber im Normalfall kein Vergleich zu dem, was selbst einem mittelmäßigen Drittligaprofi zuvor am Monatsende aufs Konto überwiesen wurde. Und: Das Geld gibt's nur zwölf Monate lang.
Zudem: Der nunmehr arbeitslose Ex-Profi muss eine Gegenleistung liefern. Er muss sich, wie jeder andere Arbeitslose, um einen Job bemühen. Wenn schon nicht im Sport, dann im ganz normalen Wirtschaftsleben.

Ist gar eine Aus­bil­dung nötig?

Nur: Was tun, wenn er keinen angestammten Beruf hat? Wenn er nie eine Ausbildung absolviert, nicht während seiner Profikarriere beispielsweise berufsbegleitend studiert hat? Dann treten die ganz normalen Mechanismen der Agentur für Arbeit in Kraft, die Agentur und der Ex-Sportler suchen gemeinsam einen Weg in den Beruf. „Wir schauen nach Eignungen und Neigungen des Betreffenden“, schildert Weißler. Und je nach Bedarf gibt es eine Weiterbildung oder gar eine Ausbildung.

Vor wenigen Jahren hat die Agentur einen solchen Weg begleitet. Mit dem früheren Profi André Fomitschow. Der absolvierte nach dem Ende seiner Karriere eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement. Passenderweise bei der K-Town Arena GmbH, die im Kaiserslauterer Osten unter anderem eine Soccerhalle und eine Fußballschule betreibt. Die Verbindung zum Fußball blieb also bestehen, und Fomitschow, der Jugend des VfL Wolfsburg entstammend, später unter anderem zwei Jahre in Diensten des 1. FC Kaiserslautern, fand eine neue berufliche Bestimmung.

Auch von Eis­ho­ckey und Hand­ball be­kannt

Fälle wie Fomitschow sind allerdings selten, betont Weißler. Trotz des Fußballstandorts Kaiserslautern und hochklassiger Clubs in der Umgebung, bei denen auch schon ganz gut Geld für die Fähigkeiten am Ball gezahlt wird. Es muss nicht zwangsläufig Bundesliga sein. Einen eigenen Profi-Berater hat die Agentur daher nicht. „Das würde sich gar nicht lohnen“, sagt Weißer.

Allerdings kennt er Ecken, in denen ein solcher Spezialist für frühere Sportprofis womöglich mehr Arbeit hätte. Aus seiner Zeit bei der Regionaldirektion Hessen weiß er, dass beispielsweise in Kassel häufig Eishockeyprofis nach der Saison – Ende: 30. April – bei der Arbeitsagentur vorstellig wurden. „Aber das hat sich dann oft über den Sommer erledigt, wenn sie dann doch noch einen Klub gefunden haben.“ Auch an Handball-Standorten komme das häufiger vor.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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