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Rafael Camara: Ein Bilderbuch-Debüt und ein Vergleich mit Ayrton Senna

Ausgerechnet bei seinem Heimrennen in Brasilien feiert Rafael Camara sein Debüt in der Formel 1. Das erinnert an einen gewissen Ayrton Senna.

© IMAGO/Eric Alonso
Feiert sein Debüt: Rafael Camara

Es geht in der Formel 1 oftmals schneller als gedacht – nicht nur auf der Strecke. Rafael Camara, seinerseits Führender der Formel 2, hätte ursprünglich erst im kommenden Jahr sein Debüt bei Haas geben sollen. Der Brasilianer wurde als Nachfolger für Esteban Ocon verpflichtet. Da sich Wege des Franzosen und des US-Rennstalls nun aber bereits vier Rennen vor Schluss, und nicht am Saisonende, trennen, kommt der junge Brasilianer ausgerechnet bei seinem Heimrennen in São Paulo zu seinem Grand-Prix-Debüt in der Königsklasse des Motorsports.

Genau das vereint ihn auch mit dem ewigen Nationalhelden Ayrton Senna, der 1984 sein erstes Formel-1-Rennen ebenfalls in der brasilianischen Heimat in Angriff nahm. Für Camara ist es heuer ein Sprung ins kalte Wasser, gastierte der 21-Jährige doch nie mit einer Nachwuchsserie in Brasilien. „Es wird das erste Mal sein, dass ich hier fahre – und dann gleich in einem Formel-1-Auto. Es ist schon ziemlich lange her, dass ich überhaupt in Brasilien Rennen gefahren bin. Das letzte Mal war, glaube ich, im Go-Kart hier in São Paulo.“ Einen Heimvorteil gibt es also nicht, einzig die Fahrten im Simulator von Ferrari, wo der Youngster das Nachwuchsprogramm durchlief, dienen als Hilfsmittel. „Ich war sehr überrascht. Niemand hatte erwartet, dass ich hier mein Formel-1-Debüt geben würde, aber ich freue mich sehr über diese Chance“, erklärte Camara vor dem Rennwochenende.

Hohe Erwartungshaltung

Nach dem Zerwürfnis zwischen Ocon und Haas, dem wohl eine Auseinandersetzung des Fahrers mit Teamchef Ayao Komatsu vorausgegangen war, ging alles ganz schnell. Noch am vergangenen Wochenende in Mexiko saß der japanische Reservefahrer Ryō Hirakawa im Auto und holte auf Anhieb Punkte. Für den Grand Prix in Interlagos entschied man sich bei Haas aber dafür, den zukünftigen Stammfahrer ins Cockpit zu setzen. „Wir sind schon fast am Ende der Saison, deshalb rechnet man nicht wirklich damit, hier sein erstes Rennen zu fahren.“

Punkte beim Debüt wären für den Brasilianer ein Traum, doch weiß der Lokalmatador ganz genau über die Ausgangslage Bescheid. „Aus Sicht des Teams versuche ich einfach, so viel wie möglich zu lernen. Es wird viel passieren, aber ich sehe das positiv“, erklärte Camara, der auch die Erwartungshaltung des Publikums in seiner Heimat ansprach. Zum ersten Mal seit zehn Jahren stehen wieder zwei brasilianische Fahrer in der Startaufstellung eines Grands Prix. Grund genug, um in Euphorie zu verfallen. Diese wird vom Haas-Neuling aber gebremst. „Ich versuche immer, mich auf das zu konzentrieren, was ich beeinflussen kann. Was draußen passiert oder gesprochen wird, liegt nicht in meiner Hand.“

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