Zurück
Horror-Reise für RB-Leipzig-Trainer in die alte Heimat – und jetzt wartet auch noch Real Madrid. Martin Demichelis findet klare Worte nach Bayern-Pleite.
München – Die Uhr tickte bereits rückwärts, als Martin Demichelis nach dem 1:6 (0:3) beim FC Bayern vor die Mikrofone trat. Vier Tage, 96 Stunden – mehr bleibt nicht, um die hängenden Köpfe nach dem desaströsen Auftritt wieder aufzurichten und bereit für die Champions League zu sein. Niemand anderes als Real Madrid wartet am Mittwoch (21 Uhr) auf die Leipziger.
Daher gab „Micho“ nach der Horror-Reise an seine alte Wirkungsstätte auch die Parole aus: „So schnell wie möglich vergessen!“ Das Problem: Trotz der jüngsten Siege gegen Frankfurt und Eindhoven wurde nach den 90 Minuten in München die Kritik schlagartig wieder lauter. Was eine weitere hohe Pleite in Madrid auslösen würde, kann man sich ausmalen.
Marcel Schäfer legte den Finger daher gerne in die Wunde und sagte: „Das war ein komplettes Versagen von uns in allen Bereichen, und deshalb ist das Ergebnis auch so, wie es ist.“ Auch intern werde man Klartext reden, betonte der Sport-Geschäftsführer. Wobei die finsteren Mienen der Spieler auf dem Weg in die Münchner Nacht schon Bände sprachen.
„Alles, was wir uns vorgenommen haben“, schimpfte Brajan Gruda, habe man in der Kabine vergessen. Und Demichelis stellte treffend fest: „Man kann in der Allianz Arena verlieren. Aber nicht auf diese Art und Weise.“ Schon zuletzt hatte es ein 1:5 und 0:6 bei Bayern gegeben. Daher richtete sich der Coach auch an die Anhänger: „Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen.“
Fraglich, ob die Entschädigung in Madrid gelingt. Viel Zeit bleibt den Leipzigern schließlich nicht. Am Mittwoch gastiert der RB im Estadio Santiago Bernabéu bei den Königlichen. Dort muss das Team eine deutliche Reaktion zeigen, um die herbe Niederlage in München schnell vergessen zu machen und neues Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben zu sammeln.