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Seither hat sich der Wind aber ein klein wenig gedreht. Es folgte ein überzeugender Sieg in Saarbrücken, doch danach verspielte der MSV in drei Spielen in Folge jeweils eine Führung und holte keinen Sieg mehr.
Die Meidericher waren bisher in jedem der zwölf Drittligaspiele zu irgendeinem Zeitpunkt mal vorne. Sie hätten also theoretisch alle 36 Punkte holen können. Auf dem Konto stehen 26. Zehn Punkte wurden virtuell also wieder abgegeben. Nur drei Mannschaften haben mehr Punkte verspielt als der MSV.
Aber (Stichwort: Kontext) nur wer in Führung geht, kann auch eine solche verspielen – und kein anderer Drittligist lag so oft mal vorne. Der nächstbeste hat neun Führungen vorzuweisen. Die einzigen beiden Teams, die noch gar keine Zähler verspielt haben, sind Wehen-Wiesbaden (fünf Führungen) und Fortuna Köln (zwei). Dann kommt aber auch schon Viktoria Köln mit neun Führungen bei nur zwei abgegebenen Zählern.
Das Gros der verspielten Punkte des MSV kam natürlich in den vergangenen drei Spielen zustande: gegen Viktoria Köln, in Ingolstadt und gegen Stuttgart II. Immer führten die Zebras (zweimal 1:0, einmal 3:0), am Ende stehen aber „nur“ zwei der möglichen neun Punkte. Sieben wurden also abgegeben, die anderen drei stammen aus dem Derby in Düsseldorf.
„Da müssen wir durch, das gehört auch dazu“, sagte Hirsch jetzt zur aktuellen Phase. Gegen den VfB spielten die Duisburger lange in Unterzahl, was natürlich zu berücksichtigen ist. Trotzdem habe man ordentlich verteidigt, fand der Trainer, „aber zu wenig mit dem Ball gespielt, zu viel den Ball weggeknallt, zu wenig für Entlastung gesorgt“. So fiel ganz spät dann doch noch das 3:3.
Die wenige Entlastung ging natürlich auch zulasten von Angreifer Lex-Tyger Lobinger. „Wenn du eine Rote Karte hast, ist das normal“, meinte der aber. Und dass man sich von der Negativität, die jetzt nach drei sieglosen Spielen sicherlich komme, nicht verrückt machen lassen dürfe. Damit meinte der Doppeltorschütze vom Samstag sicher Artikel wie diese hier, die plötzlich aufzeigen, wo die eigentlichen Mentalitätsmonster Punkte liegen gelassen statt gewonnen haben.
Doch lässt sich alldem auch etwas Positives abgewinnen. Zunächst einmal das: Schön geredet wird nicht. Niklas Jessen betonte, es müsse ja schon der Anspruch sein, das besser zu verteidigen. Und Ben Schlicke gab zu Protokoll, dass unter der Woche noch trainiert worden sei, Führungen zu verteidigen. Die Unterzahl habe die Situation nur wieder verändert.
„Das ist vielleicht ein Schritt, der uns in der Entwicklung noch fehlt“, sagte Schlicke, „dass wir da vielleicht mehr rausschieben müssen“. Es wäre ja auch schade, wenn die Mannschaft im Herbst schon auf ihrem Zenit wäre – es ist also durchaus positiv, dass noch Luft nach oben ist. Entscheidend ist, was die Tabelle nach dem letzten Spieltag sagt, wie Lobinger richtigerweise anmerkte.
Doch bis dahin sind noch 26 Spiele zu absolvieren. Weiter geht’s am Samstag (16.30 Uhr) in Münster. „Ein geiles Spiel“, wie Hirsch findet. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der MSV wieder irgendwann in Führung liegt. Wenn daraus dann wieder ein Sieg entsteht, ist zur Länderspielpause alles in Ordnung.