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Nach dem 0:6-Debakel in Leipzig gewinnt Eintracht Frankfurt zu Hause mühsam gegen den 1. FC Köln. Den entscheidenden Treffer leitete der Torschütze selbst ein. Aseko mit brillanter Vorarbeit.
Tiefes Aufatmen bei Eintracht Frankfurt. Der hessische Bundesligist hat dem enormen Druck standgehalten und den 1. FC Köln in einer umkämpften, aber beileibe nicht hochklassigen Partie am Freitagabend im Waldstadion mit 1:0 (1:0) niedergerungen. Die Eintracht, angetreten, um sich für die 0:6-Prügel in Leipzig zu rehabilitieren, bekleckerte sich nicht mit Ruhm.
Doch das interessiert im Lager der Frankfurter nach dem Arbeitssieg natürlich niemanden. Younes Ebnoutalib, der Junge aus der Nordweststadt, war es, der eine Viertelstunde vor dem Abpfiff das goldene Tor erzielte. Die Erleichterung war mit Händen zu greifen, da purzelten viele Steine von den Herzen.
Trainer Adi Hütter hatte seine Mannschaft im Vergleich zum Sechserpack-Debakel in Leipzig auf drei Positionen verändert. Ansgar Knauff, Noel Aseko und auch Spielmacher Can Uzun blieben draußen. Für sie kamen Younes Ebnoutalib, Mario Götze und Fares Chaibi hinein. Der Österreicher setzte damit auf zwei klare Spitzen (Ebnoutalib und Jonathan Burkardt) und kehrte zur Viererkette zurück, mit Nnamdi Collins als ihrem rechten Glied.
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Gerade der Bankplatz für Can Uzun überraschte allerdings doch ein wenig. Der türkische Nationalspieler ist einer der wenigen Kreativspieler im Team, gilt als bester Fußballer im Eintracht-Ensemble. Andererseits nimmt er es mit der Defensivarbeit nicht ganz so genau. Und auch seine immer etwas laxe Körpersprache ist nicht das, was eine Mannschaft braucht, die auf Wiedergutmachung aus ist.
Ziel sei, die Fans ins Boot zu holen und das Stadion anzuzünden, begründete Adi Hütter unmittelbar vor dem Anpfiff seine Maßnahme. Da könne er keine Rücksicht auf Namen nehmen, und es gehe schließlich „immer um die Leistung“, wie der Chefcoach anmerkte. Die schmeckte ihm bei Uzun offenbar nicht so.
Der für Uzun aufgebotene Chaibi war denn gleich ganz gut im Spiel, an zwei vielversprechenden Szenen beteiligt. Beide Male war er aber nicht entschlossen und scharf genug, scheiterte an FC-Schlussmann Marvin Schwäbe (9./22.). Bei seiner ersten Gelegenheit zog er es vor, aus spitzem Winkel abzuschließen – übersah dabei aber zwei Mitspieler in der Mitte. Die beschwerten sich mit ausgebreiteten Armen. Nutzte auch nichts mehr.
Zu diesem Zeitpunkt hätten die Frankfurter freilich schon zurückliegen können, und zwar kurioserweise zur selben Zeit wie in Leipzig, also nach 48 Sekunden. Marius Bülter nutzte einen Stellungsfehler des unsicheren Nnamdi Collins, doch seinen Schuss parierte Eintracht-Keeper Noah Atubolu in seinem 100. Bundesligaspiel.
Die Hessen arbeiteten sich ins Spiel hinein, ohne aber sonderlich dynamisch, hyperaggressiv oder wild entschlossen zu wirken. Sie zeigten eine Reaktion auf die Demontage im RB-Reich, aber doch eine eher gemäßigte. Klar, da spürt man doch den Druck, die Nervosität. Aber alles in allem ging das viel zu langsam und behäbig, auch zu unpräzise. Überraschungsmomente oder Esprit? Fehlanzeige! Letztlich ist es halt eine Frage der Qualität.
Das Spiel der Eintracht plätscherte so vor sich hin, die defensiven Kölner hatten wenig Mühe, die Angriffe mit ihrer Fünferkette wegzuverteidigen. Und sie setzten immer wieder mal Nadelstiche, erneut war es Bülter, der Torhüter Atubolu mit dem Außenrist prüfte (32.). Und so dümpelte die Partie bei immerhin lauen Temperaturen dem Halbzeitpfiff entgegen. Ereignisarm, niveauarm. Langatmig.
Die Eintracht kam zumindest mit mehr Drive aus der Kabine. Sie spielten zu Beginn des zweiten Abschnitts zielstrebiger nach vorne, auf ihre Heimkurve, die ordentlich Betrieb machte. Ritsu Doan, in der ersten Halbzeit noch sehr dünn, servierte die Kugel gleich zweimal vom rechten Flügel mit dem linken Fuß. Beim ersten Mal köpfte Lilian Brassiert viel zu lasch, kein Problem für Schnapper Schwäbe (55.). Doch nur drei Minuten später hätten die Platzherren in Führung gehen müssen, Fares Chaibi aber köpfte die Doan-Hereingabe viel zu lasch in die Mitte des Kastens. Kein Problem für Marvin Schwäbe.
Die Kölner befreiten sich aus dem Druck der Frankfurter. Doch die blieben zumindest beharrlich am Drücker. Waren aber doch auf den Geistesblitz eines Spielers angewiesen, der erst kurz zuvor eingewechselt worden war. Noel Aseko spielte einen raffinierten Traumpass in den Lauf des Frankfurter Burschen Ebnoutalib, der zur Führung einschoss (77.). Ein umjubeltes Tor, das der Nationalstürmer selbst eingeleitet hatte und zum kollektiven Aufatmen in Frankfurt führte.