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"Adrenalin ist das beste Schmerzmittel": Marquez rechnet mit Martin in Sepang
"Adrenalin ist das beste Schmerzmittel": Marquez rechnet mit Martin in Sepang

Marc Marquez ist erstmals in der MotoGP-Saison 2026 mit einem WM-Vorsprung zu einem Grand Prix gereist. Vor Malaysia, dem viertletzten Rennwochenende, hat der Ducati-Fahrer zehn WM-Punkte Vorsprung vor Jorge Martin.

Der Aprilia-Fahrer hat mit seiner Verletzung am rechten Handgelenk allerdings ein großes Handicap. Trotzdem will Martin am Freitag im ersten Training auf sein Motorrad steigen und überprüfen, ob er fahren kann.

Marc Marquez glaubt, dass Martin nicht das Handtuch werfen wird: "Wenn die Ärzte ihn nach den neuen Protokollen, die wir seit meiner Verletzung in Jerez haben, für fit erklären, bedeutet das, dass er fahren kann."

"Und wenn er fahren kann, wird er auf einem extrem hohen Niveau unterwegs sein, denn Adrenalin ist das beste Schmerzmittel. Für den Titelkampf ist es natürlich besser, dass Jorge mit auf der Strecke ist."

"Es ist schwer zu verstehen, wie man nach einem Speichenbruch überhaupt ein MotoGP-Motorrad fahren kann", meint Marc Marquez dennoch. "Martin hat in der Vergangenheit aber natürlich schon bewiesen, dass er ein großer Kämpfer ist."

"Und wenn die Ärzte ihn für renntauglich erklärt haben, vertraue ich darauf, dass er schnell sein wird. Mehr noch als dass ich darauf vertraue, befürchte ich eher, dass er auf der Strecke schnell sein wird."

Auf die Frage, ob die zehn WM-Punkte Vorsprung jetzt mental einen Unterschied machen, antwortet Marc Marquez: "Überhaupt keinen. Ich meine, das ist dieselbe Mentalität wie immer: Wir versuchen, unsere 100 Prozent abzurufen."

"Es stimmt zwar, dass wir an einem Punkt in der Saison angelangt sind, an dem man Risiken eingehen muss, so wie ich es in Australien getan habe. Ich werde in jedem Rennen und in jeder Session versuchen, alles zu geben."

Der Sepang International Circuit ist statistisch nicht die beste Strecke für Marc Marquez. Er hat dort "nur" zweimal gewonnen, das war in den Jahren 2014 und 2018. Zweimal stand er als Zweiter auf dem Podium: 2013 und 2019.

2024 stürzte er, nahm das Rennen wieder auf und kam auf Rang zwölf ins Ziel, nachdem er im Sprint noch Zweiter geworden war. Den Grand Prix 2025 verpasste er wegen einer Schulterverletzung, die er sich in Indonesien zugezogen hatte.

Marc Marquez

In Sepang hat Marc Marquez bisher erst zweimal gewonnen

Foto: Mohd Rasfan / AFP via Getty Images

Warum zählt Sepang für ihn zu den schwierigeren Strecken? "In manchen Jahren hatte ich hier extrem zu kämpfen. In anderen Jahren war ich sehr schnell", meint Marc Marquez auf diese Frage.

"Es stimmt schon: Seit ich die Ducati fahre, war das keine schlechte Strecke für mich - vor allem in der Saisonvorbereitung und auch 2024, als ich im Sprint und im Hauptrennen nah an Martin und 'Pecco' dran war. Mal sehen."

"Auf dieser Rennstrecke braucht man vor allem für das Qualifying einen völlig anderen Fahrstil als über die Renndistanz. Über die volle Distanz ist der Reifenverschleiß nämlich extrem hoch, wie wir letztes Jahr gesehen haben."

Ist Alex Marquez der Favorit in Sepang?

Andererseits zählt Sepang für seinen jüngeren Bruder Alex Marquez zu den starken Strecken. Der Gresini-Ducati-Fahrer siegte im vergangenen Jahr von Startplatz zwei. Im Sprint war er Zweiter geworden.

2023 gewann Alex Marquez den Sprint und wurde im Grand Prix Zweiter. Ist er der große Favorit für Sepang? "Ich bin nicht unschlagbar. Ich bin schnell. Aber letztes Jahr war das für mich kein einfaches Wochenende."

"Ich bin damals wieder mit extrem hohen Erwartungen hier angekommen, weil ich beim Test wirklich verdammt schnell gewesen war. Danach hat sich aber vom Test zum Grand Prix alles ziemlich stark verändert: das Grip-Niveau, mein Gefühl."

"Es war also definitiv kein leichtes Wochenende für mich, aber es stimmt auch, dass ich am Sonntag das Rennen souverän gewinnen konnte. Doch dieses Jahr bin ich mit geringeren Erwartungen angereist", meint Alex Marquez.

Sein Fahrstil passt aber dennoch zum Sepang-Layout und zum geringen Grip des Asphalts: "Man muss den Schwung permanent mitnehmen und extrem flüssig fahren. Ich glaube, dass mein runder Fahrstil da hilft."

Hilft Alex Marquez seinem Bruder im WM-Kampf?

In den vergangenen Wochen wurde im Aprilia-Lager viel von Teamorder gesprochen, ob sie kommen würde oder nicht. Könnte im Ducati-Lager Alex Marquez seinem älteren Bruder helfen, vor allem in Sepang?

Darüber will Marc Marquez gar nicht sprechen: "Unter Brüdern muss man manchmal gar nicht viele Worte verlieren. Ich meine, er wird an diesem Wochenende versuchen zu gewinnen, und ich werde an diesem Wochenende versuchen zu gewinnen."

"Und während des Rennens weiß dann jeder genau, was er zu tun hat", lautet seine diplomatische Antwort. Bereits nach dem Sprint auf Phillip Island hatte Alex klargestellt, dass er gegen seinen Bruder kein riskantes Manöver riskieren würde.

Marc Marquez, Alex Marquez

Im Australien-Sprint startete Alex Marquez zum Schluss kein riskantes Manöver

Foto: Quinn Rooney/Getty Images

Auch Fabio Di Giannantonio vom VR46-Team glaubt nicht, dass jemand von Ducati auf ihn zukommen und ihn bitten würde, Marc Marquez im WM-Kampf gegen Aprilia zu unterstützen.

"Nun, ich denke mit Sicherheit an meine eigene Weltmeisterschaft. Ich möchte versuchen, das Maximum aus diesem Jahr herauszuholen. Am Ende trage ich gelbe Farben", betont "Diggia".

"Ich vertrete also meine eigenen Interessen und die Interessen meines Teams. Ich versuche, das bestmögliche Ergebnis für meine Karriere und auch für meine Mannschaft nach Hause zu bringen. Das Ziel ist es also, das Maximum zu erreichen."

"Im Moment ist der vierte Platz am ehesten in Reichweite. Sag niemals nie, was Rang drei angeht, auch wenn ich weiß, dass das extrem schwer wird, denn 'Bez' im nächsten Rennen zu schlagen, wird eine echte Hürde."

"Aber genau darum kämpfen wir. Unser Hauptaugenmerk liegt deshalb darauf, auf der Strecke alles zu geben, um am Ende des Jahres das bestmögliche Resultat einzufahren. Das ist alles."

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