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Luka Doncic als bester Scorer aller Zeiten und ein deutscher Lichtblick: Die Gewinner des NBA-Saisonstarts

Vor zwei Wochen begann die neue NBA-Saison und lieferte sofort Abend für Abend etliche Highlights. In der vergangenen Nacht ruhte der Ball erstmals komplett. Höchste Zeit, innezuhalten und die Gewinner des Saisonstarts zu küren.

Überraschende Topteams, überraschende Topscorer, ein vielversprechender Jahrgang und ein neuer Superstar: Die NBA hat in ihren ersten Wochen bei all den Negativschlagzeilen um das große Verletzungsdrama auch schon schöne Geschichten geschrieben.

Die zehn Gewinner des Saisonstarts im Überblick.

Luka Doncic: Der beste Scorer jemals?

Sieben Partien hat der slowenische Superstar in dieser Saison bisher absolviert. Ihn als Frontrunner im MVP-Rennen zu bezeichnen, kommt dabei fast schon einer Untertreibung gleich. Aktuell spielt der Point Guard in seiner komplett eigenen Welt - und kann in dieser von nahezu überall abdrücken und der Ball findet trotzdem seinen Weg in den Korb.

"Luka Magic" zaubert zum aktuellen Zeitpunkt 38,8 Punkte pro Spiel aufs Parkett. Der amtierende Scoring-Champ führt die Liga mit fast fünf Zählern mehr als in der Vorsaison erneut an. Und zwar mit kilometerweitem Abstand! Stephen Curry ist derzeit der zweiterfolgreichste Punktesammler mit fast schon mageren 30,0 PPG. Das Absurde: Doncic trifft dabei auch noch lächerlich gut, die 50/40/90-Splits sind in Reichweite (49,7 FG%, 42,7 3FG%, 88,7 FT%).

Eigentlich fehlen da die Worte, doch Giannis Antetokounmpo, kürzlich Augenzeuge einer 42-Punkte-Gala, versuchte sich trotzdem an der wohl einzig richtigen Beschreibung: "Luka ist einer der besten Scorer, die jemals diesen Sport ausgeübt haben - wenn nicht sogar der beste! Und das nicht nur jetzt gerade - ich meine, wirklich aller Zeiten! Ich habe das Gefühl, dass manche Leute Angst haben, das zu sagen, aber er gehört ganz nach oben."

Los Angeles Lakers v Los Angeles Clippers

Doncics starke Helfer bei den Lakers: Auf Wunsch geliefert

Doch Doncic scort nicht nur. 8,0 Rebounds und 8,1 Assists legt er nebenbei noch auf. Hinzu kommen dann auch noch nette 1,9 Steals und 0,7 Blocks sowie ungewohnt starker Einsatz in der Defense, der auch seinen neuen Mitspielern nicht entgangen ist. Doncic, der erstmals als ganz klarer Anführer seines Teams in Los Angeles in diese Saison gestartet ist, hat sich im Sommer die Lakers nach seinen Wünschen zusammenstellen lassen dürfen, und dabei einige Treffer gelandet, für die er sich auch gerne aufzureiben scheint.

Bevor aber irgendwelche neuen Gesichter auftauchten, war ihm der Verbleib von Backcourt-Buddy Austin Reaves wichtig, für dessen Vertragsverlängerung er sich einsetzte. Das hat sich allemal gelohnt! Er läuft beim nächtlichen Doncic-Wahnsinn etwas unter dem Radar, aber sein Nebenmann legt ebenfalls bockstarke Zahlen auf. 23,6 PPG sind zwar nicht viel mehr als im Vorjahr, aber die Effizienz ist dabei brutal (53,9 FG%, 44,4 3FG%).

Zudem hatte Doncic gegenüber Lakers-GM Rob Pelinka klargemacht, dass er gerne ein paar mehr Schützen um sich hätte - und die schießen tatsächlich von Downtown noch besser als der Star-Backcourt. Ziaire Williams trifft aktuell 47,6 Prozent seiner 4,2 Dreier, bei Matisse Thybulle reicht es "immerhin" noch für 45,9 Prozent bei 4,6 Versuchen.

Einen großen Wunsch hatte Luka noch: Endlich einen Star-Center an seiner Seite! So leerten "Purple and Gold" die Taschen für Walker Kessler. Der neue Big Man fühlt sich als Abnehmer der Doncic-Pässe in der Zone bisher pudelwohl und überzeugt mit 14,4 PPG, 10,5 RPG als laufende Double-Double-Maschine. Bei so vielen leichten Abschlüssen kann er vorne kaum danebenwerfen (71,4 FG%) und kümmert sich hinten mit 2,5 Blocks pro Partie darum, dass die Quoten der Gegner ein kleines bisschen anders ausschauen.

Memphis Grizzlies v Golden State Warriors

Memphis Grizzlies und Ty Jerome: Ein Märchen zum Auftakt

Das Rampenlicht in Los Angeles ist dermaßen hell, dass auch die Co-Stars und Rollenspieler regelmäßig glänzen dürfen. Das mediale Augenmerk ist dabei hingegen deutlich seltener auf Memphis gerichtet. Fatal! Denn während die Lakers "nur" bei einer 6-2-Bilanz stehen, führten die 7-1-Grizzlies den Westen lange Zeit an und waren bis zur überraschenden und dramatischen Overtime-Niederlage gegen die New Orleans Pelicans das einzige ungeschlagene Team der Liga.

Die Gründe dafür sind vielfältig - ja, der leichte Schedule hat auf jeden Fall geholfen - doch ein Mann sticht aus dem Teambasketball der Truppe von Head Coach Tuomas Iisalo noch einmal besonders heraus: Ty Jerome. Mit Doncic, Curry, Maxey, Giannis und SGA führen fünf übliche Verdächtige die Liga im Scoring an. Auf Platz sechs folgt aber (fast) völlig unerwartet der 29-jährige Spielmacher der Grizzlies, der das wohl größte Märchen des Saisonstarts schrieb.

Eigentlich sollten die Grizzlies mit Zach Edey, Cedric Coward und Nr.3-Pick Cameron Boozer ganz entspannt die nächsten Schritte im Rebuild gehen. Das nimmt wohl nur niemand in Memphis so richtig ernst, sodass es derzeit eher nach einem überraschenden Sprung in die Playoffs aussieht.

Los Angeles Clippers v Golden State Warriors

Der überragende Draft-Jahrgang 2026: Großes Versprechen gehalten

Dass Boozer die Grizzlies schon als Rookie sofort besser machen könnte, galt als wahrscheinlich und ist eingetreten. Der Big hatte in seinen ersten Spielen noch einige Probleme, seinen Touch zu finden, doch hatte auch dann schon großen Impact. Mittlerweile werden die Quoten besser und er darf sich gute Chancen auf die Trophäe als Rookie of the Year ausrechnen.

Sein größter Konkurrent ist dabei derzeit Yaxel Lendeborg, der den Golden State Warriors im Handumdrehen neues Leben eingehaucht hat. Der 24-Jährige machte sich zunächst als Großmaul einen Namen, doch ließ den großen Worten eben auch große Taten folgen. Der Wurf fällt überraschend gut, und in die Gesellschaft von Wilt Chamberlain und Rick Barry ballert man sich nicht einfach so.

Stichwort "ballern": Darius Acuff Jr. hat wohl das grünste Licht der Liga. Oder glaubt das zumindest selbst. Der Kings-Rookie verdiente sich in den ersten Tagen seine Aufmerksamkeit vor allem dadurch, dass er gnadenlos abdrückte. Die Trefferquote war dabei eher zweitrangig, was wohl auch intern nicht nur auf Gegenliebe gestoßen sein soll. Mehr als 26 Punkte im Schnitt sind aber unabhängig von den Umstände wahrlich kein schlechter Einstand.

Nr.1-Pick AJ Dybantsa ließ nach Knöchelproblemen mit seinem Einstand etwas auf sich warten. Bei seinem Debüt brauchte es dann aber exakt einen Angriff und 16 Sekunden, um zu sehen, was der Wizards-Hoffnungsträger kann: Beim Zug zum Korb nur per Foul zu stoppen und ab an die Linie. Die ersten drei Auftritte machten in Washington auf jeden Fall Lust auf mehr.

Gleiches gilt für Caleb Wilson, der wie zu erwarten in Windy City durch die Lüfte fliegt und einen Dunk nach dem nächsten auspackt. Die Bulls verlieren viel (1-6), aber Wilson darf sich immerhin austoben und führt Chicago im Scoring an.

Einzig Darryn Peterson wurde den riesigen Vorschusslorbeeren, die an die "großen vier" (Dybantsa, Peterson, Boozer, Wilson) gingen, noch nicht immer gerecht. Dafür hat er allerdings auch bei den bisher enttäuschenden Jazz die wohl schwierigsten Bedingungen unter den versprochenen Superstars. Insgesamt hält die Klasse bisher jedoch eindeutig ihr Wort.

Oklahoma City Thunder v Houston Rockets

Die zweite Reihe der Rookie Class: Wemby-Stopper und Hustle-Monster

Was auch an der hinteren Reihe der "Frischlinge" liegt. Da wäre beispielsweise Nr.12-Pick Aday Mara von OKC, der sich bei seinem Debüt direkt mal mit einem Alley-Oop-Block bei Victor Wembanyama vorstellte und bei den verletzungsgeplagten Thunder nun schon schnell in eine größere Rolle schlüpft.

Oder auch Trevon Brazile, der als Zweitrundepick in Denver landete und bei den nicht sonderlich überzeugenden Nuggets regelmäßig schon ein Lichtblick ist.

Die Cavs haben wohl ebenfalls in der zweiten Runde einen Glücksgriff gelandet. Meleek Thomas konnte zwar erst viermal mitwirken, doch verdiente sich zuletzt das Vertrauen von Kenny Atkinson, der ihn zuletzt in Abwesenheit von Neuzugang Peyton Watson erstmals starten ließ. 14,0 PPG wären über die Saison hinweg nicht allzu verkehrt für einen Secondrounder.

Allen Graves (#19) versucht sich derweil bei den Toronto Raptors Minuten zu erkämpfen. Der 20-Jährige macht sich dabei vor allem mit Hustle-Plays einen Namen. Nicht einmal 13 Zeigerumdrehungen bekommt er derzeit im Schnitt geschenkt, doch schnappt sich trotzdem fast zwei Offensive Rebounds pro Spiel und sammelte schon fleißig Blocks und Steals.

Dallas Mavericks v Houston Rockets

Cooper Flagg: Auf dem Weg zum All Star

Irgendeiner der Rookies wird Cooper Flaggs Nachfolger als ROTY und wird dann hoffen, sich genauso schnell weiterentwickeln zu können. Denn schon im letzten Jahr wurde der Teenager nahezu von Spiel zu Spiel besser und diese Entwicklung setzte sich über den Sommer und den Saisonstart hinweg fort.

Klar, der Dreier fällt noch zu selten (23,3 3FG%) und die dreieinhalb Turnover pro Spiel hat er vor allem seinem noch ausbaufähigen Ballhandling zu "verdanken". Doch der einstige Nr.1-Pick hat noch einmal mehr Selbstvertrauen getankt und mit Kyrie Irving nun auch einen richtig guten Co-Star an seiner Seite, mit dem er bestens harmoniert.

Das führt derzeit schon zu mehr als 25 Punkten pro Spiel, obwohl er gegen die Pacers verletzungsbedingt früh raus musste und gegen die Kings zuletzt einen Horrorabend erlebte. Der Weg zum All Star ist offenbar schon dieses Jahr eingeschlagen worden.

Memphis Grizzlies v Portland Trail Blazers

Portland Trail Blazers und Houston Rockets: Topteams im Westen

Zumal die Mavs bisher bei einer völlig soliden 4-3-Bilanz stehen und im Mittelfeld des Westens mitschwimmen. Darüber kann man in Portland und Houston allerdings nur lachen.

Die Trail Blazers mussten einen merkwürdigen Sommer überstehen. Owner Tom Dundon flirtete intensiv mit einem Abschied aus Portland und musste aufgrund seiner Sparmaßnahmen Head Coach Tiago Splitter ziehen lassen und schenkte dessen Nachfolger Micah Nori mit einem merkwürdigen Vertrag nicht wirklich viel Vertrauen. Hinzu kam mit Ja Morant ein weiterer Guard in einen vermeintlich viel zu vollen Backcourt.

"Wie soll das funktionieren?", fragte anschließend auch Deni Avdija, Breakout-Star der Vorsaison, leicht besorgt seinen neuen Coach, wie The Athletic jüngst enthüllte. Obwohl Morant schon wieder ausfällt, scheint Nori Antworten gefunden zu haben: Die Blazers stehen überraschend schon bei fünf Siegen und nur einer Niederlage (gegen die fast unschlagbaren Grizzlies).

Die Rockets haben ebenfalls erst eine Partie verloren - aber schon sieben Siege auf dem Konto. Damit grüßt Houston von der Tabellenspitze der Western Conference. Eigentlich waren da die Schwergewichte aus San Antonio und Oklahoma City erwartet worden. Das Team von Ime Udoka hat sich jedoch im wahrsten Sinne des Wortes smart verstärkt und mit Fred VanVleet auch endlich einen "echten" Spielmacher zurück. In der aktuellen Verfassung sehen die Rockets, die gegen die Spurs auch im direkten Aufeinandertreffen ein Ausrufezeichen gesetzt haben, nicht nur wie ein Geheimfavorit aus.

Washington Wizards v Cleveland Cavaliers

Washington Wizards: Stimmungshoch nach jahrelanger Trauer

Ganz so weit ist man in der Hauptstadt noch nicht. Aber hey: Aktuell wäre man Vierter im Osten und hätte in der (noch nicht sonderlich aussagekräftigen) Tabelle den Heimvorteil gesichert.

Für Erfolgsfans anderer Teams mag eine 4-3-Bilanz nun wahrlich kein großer Grund zur Freude sein, doch in Washington gleicht das schon fast einer Sensation. 2023 hatten es die Wizards letztmals geschafft, drei Siege vor Beginn des Dezembers einzutüten. Das ging dieses Jahr doch deutlich schneller.

Zuletzt wurden dann auch die Orlando Magic bei nur 94 Punkten gehalten und somit der Gegner sogar zweimal in Folge unter die 100-Punkte-Marke gedrückt. Hier ging der Blick noch weiter zurück: Das gelang letztmals rund um den Jahreswechsel von 2022 zu 2023.

Aktuell stellen die Wizards eine Top-Ten-Defense, Trae Young legt ein Double Double auf (19,9 PPG, 10,0 APG), Dybantsa macht Spaß und Anthony Davis steht im Schnitt nicht nur bei starken 23,0 PPG und 9,1 RPG, sondern hat auch tatsächlich noch kein einziges Spiel verpasst. Geht doch!

Orlando Magic v New York Knicks

Tristan da Silva: Lichtblick dank grünem Licht

Wirklich viel Spaß machen die Magic wieder einmal nicht. Wieder einmal schlug das Verletzungspech früh zu und Paolo Banchero und Jalen Suggs verabschiedeten sich für mehrere Wochen. Franz Wagner muss in der Offensive eine große Last schultern, was seine Quoten in den Keller rutschen lässt. Viel Hilfe hat der Welt- und Europameister nicht.

Doch Nationalmannschaftskollege Tristan da Silva tut, was er kann - und mittlerweile auch darf: werfen, werfen, werfen. Neu-Coach Sean Sweeney verlangt vom Forward, dass er fleißig abdrückt und der macht, wie ihm befohlen. In seinem ersten Jahr nahm da Silva noch 3,2 Dreier pro Spiel, im letzten Jahr waren es immerhin genau einer mehr. Zum Saisonstart sind es jetzt aber glatt 7,4 Versuche von Downtown.

Und obwohl er gegen die Wizards zuletzt etliche Fahrkarten schoss (2/10 3FG), trifft da Silva bockstarke 44,2 Prozent von draußen. Der 25-Jährige macht einfach all die Dinge, die sich ein Coach nur wünschen kann, sodass Sweeney ihn selbst nach haushohen Pleiten per Sonderlob hervorhebt. An ihm liegt es nicht, dass Orlando schon wieder den gefährlichen Kurs in Richtung Mittelmaß einschlägt.

Detroit Pistons v Miami Heat

Duncan Robinson: Scharfschütze mit neuem Skill

Es gibt in der Eastern Conference aber noch einen Mann, der von Downtown ein verdammt heißes Händchen hat: Duncan Robinson. Im Sommer hatten die Pistons wenig überraschend festgestellt, dass Superstar Cade Cunningham mehr Shooter um sich braucht, um mehr Platz zu haben.

Tatsächlich fällt der Dreier bisher auch um ein paar Prozentchen besser - und das liegt vor allem an Robinson, der in seiner Paraderolle noch mehr überzeugt als im Vorjahr. Während in Detroit im Sommer angeblich lautstark mit All Star Jalen Duren gestritten wurde, hat Robinson still und heimlich noch einmal eine Schippe draufgepackt und hilft, dass Durens aktueller Ausfall nicht allzu schwer wiegt.

Dass die Pistons schon wieder sechs Siege gesammelt haben, haben sie auch Robinson zu verdanken, der seinen Punkteschnitt mal eben um mehr als fünfeinhalb Zähler auf 17,9 hochgeschraubt hat und dabei 45,2 Prozent seiner Dreier durch die Reuse jagt. Dazu kommt er plötzlich fast viermal an die Freiwurflinie. In acht Spielzeiten zuvor marschierte er im Schnitt nie häufiger als 1,4-mal an die Charity Stripe. Man kann sich auch mit 32 noch weiterentwickeln.

NBA: Die Spiele in der Nacht auf Donnerstag im Überblick

Heim

Auswärts

Detroit Pistons

Philadelphia 76ers

Washington Wizards

Atlanta Hawks

Brooklyn Nets

Charlotte Hornets

Boston Celtics

Milwaukee Bucks

New York Knicks

Chicago Bulls

Oklahoma City Thunder

Cleveland Cavaliers

Memphis Grizzlies

Indiana Pacers

New Orleans Pelicans

Utah Jazz

Houston Rockets

Minnesota Timberwolves

Denver Nuggets

Toronto Raptors

Phoenix Suns

Portland Trail Blazers

San Antonio Spurs

Dallas Mavericks

Sacramento Kings

Los Angeles Lakers

Los Angeles Clippers

Miami Heat

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