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DFB-Vizepräsident Thomas Bergmann nimmt im Interview mit dem SWR Stellung zur Strafe für den 1. FC Kaiserslautern und findet lobende Worte für den Zweitligisten.
Harte Strafe oder mit einem blauen Auge davongekommen? Zu insgesamt 300.000 Euro verurteilte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Zweitligisten nach den Vorfällen im DFB-Pokalspiel bei Waldhof Mannheim am 21. August. Davon kann der Club 120.000 Euro für eigene sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden.
Zudem verhängte das Sportgericht einen teilweisen Zuschauerausschluss, der bis zum 31. März 2028 zur Bewährung ausgesetzt wird. Der 1. FC Kaiserslautern hat das Urteil akzeptiert, nachdem er dem ursprünglichen Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses nicht zugestimmt hatte.
Im Interview mit dem SWR spricht Thomas Bergmann, DFB-Vizepräsident Recht, von einem üblichen Vorgehen. "Bevor das Sportgericht entscheidet, hat der Verein die Möglichkeit, zu dem Antrag Stellung zu nehmen. Das hat Kaiserslautern hier gemacht", sagte der 63-Jährige, der die konstruktive Zusammenarbeit lobte. "Ich muss sagen: Kaiserslautern hat sich in diesem Verfahren sehr professionell verhalten. Die haben eine wirklich gute Stellungnahme abgegeben aus Sicht einer Sportgerichtsbarkeit, weil sie sich deutlich und auch ehrlich von dem Verhalten ihrer Fans distanziert haben und gesagt haben: 'Das stimmt mit unseren Werten nicht überein.'"
Zudem habe der Klub im Nachgang der Vorfälle bereits viele Dinge angeschoben, um Vergleichbares in der Zukunft zu verhindern. So sei etwa ein Hinweisgeberportal eingerichtet worden, über das Fehlverhalten gemeldet werden könne. "Sie haben sehr viel gemacht, um uns als Verband das Gefühl zu geben: 'Der Verein hat's kapiert'", sagte Bergmann.
Von einem milden Urteil will Bergmann trotz der Bewährung nicht sprechen, eher von "verhältnismäßig". Zumal der Klub ja nun unter (noch) strengerer Beobachtung steht. "Die Fans wissen schon, dass sie sich in dieser Zeit jetzt nichts zuschulden lassen kommen dürfen." Zudem komme es mit Blick auf die Urteile des Sportgerichts in den vergangenen Jahren nur äußerst selten zu Teilausschlüssen: "Wir sind nicht die Blutrichter oder Richter Gnadenlos."
Für die Zukunft setzt Bergmann auf eine konsequente Zusammenarbeit aller Beteiligten. Dabei seien Verband, Fans, Polizei- und Sicherheitsbehörden gleichermaßen in der Pflicht: "Das Ziel muss sein: Ein Stadionerlebnis garantieren, wo man als Fan oder Vater mit einem Kind hingehen kann, ohne dass man fürchten muss, eine Rakete auf den Kopf geschossen zu bekommen."
Der Klub hat dem Urteil zugestimmt. Und auch die Fans des FCK können mit der Strafe leben. Einigen fiel dies zwar zu drastisch aus, doch der Tenor rund um das DFB-Pokalspiel bei Hannover 96 ist deutlich: Gut, dass die Bestrafung zur Bewährung ausgesetzt worden ist. Geteilter Meinung sind die Anhänger dagegen bei der Frage, ob es bis Ende März 2028 tatsächlich kein Fehlverhalten geben wird, das die Bewährung aufhebt.
Vor rund zwei Wochen war bereits Waldhof Mannheim zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro sowie einem Zuschauerteilausschluss verurteilt worden. Insgesamt für zwei Partien, davon in einer zur Bewährung. Warum traf es die Kurpfälzer noch ein bisschen härter? "In Mannheim war es so, dass schon verstärkt aus dem Zuschauerbereich heraus Pyrotechnik abgeschossen wurde und Gegenstände aufs Spielfeld geworfen wurden", sagte Bergmann.
Bei dem Derby waren rund 1.400 Polizisten im Einsatz, 35 davon wurden verletzt. Mehrere Fußballfans wurden vorläufig festgenommen. Zudem mussten 85 Zuschauer medizinisch betreut werden.
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